Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake – TEST
Bereits 2003 erschien der zweite Teil der Project-Zero- beziehungsweise Fatal-Frame-Reihe, wie die Serie jetzt offenbar wie in Nordamerika genannt wird, für die PlayStation 2. Es folgte 2004 eine Portierung auf die Xbox und 2012 eine Umsetzung für die Wii. Mit Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake kam es im März 2026 schließlich zu einem Remake.

Fatal Frame II: Crimson Butterfly dreht sich um die Schwestern Mio und Mayu Amakura, die es sich in einem idyllischen Wald gemütlich machen. Ein karmesinroter Schmetterling taucht plötzlich aus dem Nichts auf, dem Mayu direkt hinterherrennt. Damit Mio ihre Schwester nicht aus den Augen verliert, folgt sie Mayu ins Dickicht. Der Wald wird in der Zeit jedoch vom Schatten der Nacht eingeholt und auf einmal ist es den beiden Mädchen nicht mehr möglich, den Ort zu verlassen. Von einer Anhöhe aus überblicken sie ein Tal, in dem ein kleines Dorf liegt. Dort versuchen sie Hilfe zu finden, doch schon bald wird ihnen klar, dass sie wohl das verschwundene Dorf Minakami gefunden haben, wie es in der Gegend genannt wird.
Als Mayu dann ein weiteres Mal entflieht, bricht für Mio eine Welt zusammen. Sie fasst neuen Mut und will ihre Schwester in Minakami suchen. Als sie die geheimnisumwobene Camera Obscura findet, ist es aus mit der Ruhe im gruseligen Dorf. Überall tauchen Geister auf, welche ihr passiv Angst einjagen oder sie sogar aktiv bei ihrer Suche behindern wollen. Um sich gegen die Gespenster zur Wehr zu setzen, muss sie den neu gefundenen Gegenstand bedienen. Mit der Kamera ist es möglich, die Schemen zu fotografieren, um ihnen Schaden zu zufügen und sie auf Film zu bannen. Nur wer eine ruhige Hand behält, hat die Chance zu überleben.
Perspektivenwechsel

Letzteres bekommen wir besonders in der ersten Spielhälfte von Fatal Frame II zu spüren, denn wenn wir einfach brachial vorgehen, werden wir bei der Geisterjagd nur wenig Glück haben. Größtenteils erleben wir im Survival-Horror-Spiel die Geschehnisse aus der dritten Person, doch sobald ein Geist auftaucht, sollten wir schleunigst einen Überblick über den Raum gewinnen und erst dann die Camera Obscura einschalten. Ist dies erledigt, wechselt das Geschehen in die First-Person-Perspektive. Nun blicken wir durch die Linse der Kamera.
Betätigen wir den Auslöser zu früh, fügen wir unserem Gegner jedoch nur geringen Schaden zu. Es empfiehlt sich also, mit dem Auslösen zu warten und die Anzeige aufzuladen, um zum einen den Geist effektiv zu besiegen und zum anderen auch den begrenzten Film zu schonen. Sollte uns der Film der Kamera ausgehen, stehen wir mitten in einem Gefecht fast hilflos dar. Es gibt zwar noch den unbegrenzten Film, aber dieser fügt einem Geist fast kein Leid zu. Daher sollten wir gegnerbedingt überlegt den passenden Typ Film einsetzen. Die Filmtypen unterscheiden sich jedoch nicht nur in ihrer Stärke – die Aufladezeit, um das nächste Bild zu knipsen, variiert hierbei ebenfalls. Laufen wir aber nicht gerade mit verschlossenen Augen durch das Minakami, solltet wir in Fatal Frame II stets ausreichend Material haben.
Camera Obscura

Es gibt, wie bereits erwähnt, jedoch nicht nur aggressive Ungetüme im Spiel. Treffen wir auf einen Geist, der uns nicht sofort attackiert, sollten wir dennoch den Fotoapparat auspacken und ein Bild von ihm schießen. Doch Obacht: Solche Geister tauchen in der Regel nur für ein paar Sekunden auf und verschwinden dann zunächst unwiderruflich! Für jedes so geschossene Foto von einem Geist, egal ob im Kampf oder in der freien Umgebung, erhalten wir Punkte, mit denen wir uns an Speicherpunkten Heilmittel oder Anhänger mit Boni erwerben können. So laden wir bald den Film schneller nach, richten größeren Schaden an, nehmen selbst weniger Schaden durch Geisterangriffe und stoßen vielleicht erst so auf spezielle Gespenster.
Die Effekte sind für unseren Geschmack im Remake aber kaum spürbar. Immerhin verfügt die Camera Obscura über verschiedene Spezialfilter, die wir im Handlungsverlauf automatisch finden und wir im Spiel jederzeit nutzen können, um unsichtbare Objekte sichtbar zu machen, Ektoplasma von der Linse zu entfernen oder Geisterspuren zu verfolgen. Ebenfalls können wir Geister auf diese Weise lähmen. Tatsächlich dauert es etwas, bis wir alle Funktionen der Kamera verinnerlicht haben. Nichtsdestotrotz ist das Gameplay in dieser Form durchweg abwechslungsreich und motivieret. Trotzdem: Der Fotoapparat bleibt vielseitig und gefährlich!
Geisterhände

Wer es am Anfang dennoch übertreibt, der findet im verschwundenen Dorf hin und wieder die nötigen Heilgegenstände wie Kräutermedizin oder Mondweihrauch. Fatal Frame II Remake ist auf dem normalen Schwierigkeitsgrad in der ersten Hälfte jedoch recht leicht, was dazu führt, dass wir die Items erst einmal im Inventar verstauen. Später wird das Spiel fordernder, was uns zum regelmäßigen Konsum verleitet. Zu finden sind die Gegenstände überall im Dorf: Erblicken wir am Boden einen blauen leuchtenden Punkt, handelt es sich dabei um ein Item, das wir aufnehmen können.
Es kann jedoch gut sein, dass in dieser Zeit die Hand eines Verstorbenen nach uns greift und womöglich kurz darauf ein Geist auftaucht, der uns kurzfristig um den Verstand bringt. Die Reaktionszeit, um diesen Angriff zu entgehen, fällt jedoch viel zu kurz aus. Hier hat uns Project Zero 2: Wii Edition deutlich besser gefallen, auch wenn die Steuerung zum Wegziehen der eigenen Hand ebenfalls zum Haareraufen war. Immerhin gibt es in Fatal Frame II auf der Switch 2 keine Möglichkeit mehr, das System auszutricksen, was durch Nachladen der Disc im Laufwerk auf der Wii noch problemlos möglich war. Wie in der 2012 veröffentlichten Version empfehlen wir, das Spiel am besten im Dunkeln oder sogar nachts zu spielen, denn bei Tageslicht kommt in unseren Augen kaum Gruselstimmung auf.
Hintergrundatmosphäre

Dass das Spiel ohnehin eine recht dunkle Farbstimmung hat, ist auch den Entwicklern aufgefallen, sodass wir die Bildschirmhelligkeit jederzeit regulieren können. Das geht natürlich auf Kosten der Atmosphäre, aber haben wir keine Möglichkeit, das Zimmer zu verdunkeln oder auch keine Lust, auf den Anbruch der Nacht zu warten, können wir den Survival-Horror-Titel auf diese Weise immerhin auch tagsüber genießen. Spielen wir den Titel des Nachts, kommt auch der Soundtrack mit seinen düsteren Klängen hervorragend zur Geltung, auch wenn sich die einzelnen Tracks nicht groß voneinander unterscheiden.
Leider schafft es die Story um Mio und Mayu nicht ganz, uns an den Bildschirm zu fesseln. Beide Mädels verfügen schlicht über zu wenig Charisma. Die Hintergründe des Dorfes sind da schon sehr viel interessanter. Überall finden wir Dokumente oder alte Fotos, die uns Einblicke in das tiefreligiöse Leben der Bewohner geben und wie mit Fremden in einem Dorf jenseits der Zivilisation umgegangen wird. Noch dazu finden wir jede Menge Edelsteine, die wir in die Einfassung des Geisterradios stecken und so in gewisser Weise Tonaufnahmen, in erster Linie der drei Verstorbenen Yae, Sae und Itsuki, zu hören bekommen. Im Jahr 2026 mag das banal und wenig pompös klingen, aber solche Spielelemente sind genau das, was wir von einem Horrorspiel erwarten.
Merkmale des Remakes

Optisch hat sich seit der letzten für die Wii veröffentlichten Version ebenfalls viel getan, denn gerade bei den Texturen und den Details sind große grafische Sprünge zu erkennen. Das ist in Anbetracht der Leistungsfähigkeit der Switch 2 auch zu erwarten, doch kann uns das Spiel auf der technischen Seite nicht überzeugen. So läuft das Spiel nur mit dreißig Bildern pro Sekunde, kann aber auch diesen Wert nicht durchgehend halten. Konsolenspieler haben hier jedoch auf allen Plattformen zu kämpfen, denn dieser Umstand liegt selbst auf der PlayStation 5 oder der Xbox Series X vor.
Außerhalb der Videosequenzen kann nur die PC-Fassung mit sechzig Bildern punkten. Hier wurde unserer Meinung am falschen Ende gespart, denn das Spiel ist noch weit davon entfernt, fantastisch auszusehen. Hier haben Titel wie Silent Hill f oder Resident Evil 9: Requiem technisch die Nase vorn und bieten wesentlich hübschere Grafiken. Wer die Ursprungsfassung mit ihren starren Kameraperspektiven noch kennt und dieses Erlebnis erfahren möchte, hat keine Möglichkeit, dies in irgendeiner Weise zu simulieren. In puncto Steuerung ist auch das Wechseln der Perspektiven und das Umsehen im Raum genau so fummelig wie noch auf der Wii. Unterm Strich ist Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake also eher für jene Spieler interessant, welche die vorherigen Versionen verpasst haben.
Geschrieben von Eric Ebelt
Fazit:
Erlebt habe ich Fatal Frame II erstmals kurz nach Release auf der Wii. Damals hat mir das Spiel trotz ein paar kleiner Mankos sehr viel Spaß gemacht. Größtenteils kann ich das auch über das Remake sagen, welches in meinen Augen aber eher als Remaster bezeichnet werden sollte, da die grafischen Sprünge zwar vorhanden, aber nicht so extrem sind und auch Zwischensequenzen und Kamerafahrten nahezu identisch geblieben sind. Dies gilt auch für das restliche Erlebnis. So ist die Story um Mayu und Mio altbacken und langweilig. Dafür erzählt mir das Spiel interessante Hintergründe über die Spielwelt. Mit Zwischensequenzen und vielen sammelbaren Dokumenten ist das, gemessen an der Vorlage, immer noch gut umgesetzt. Ob es nun mehr Spaß macht, wie in Resident Evil auf Zombies zu schießen oder mit einer Kamera Geister zu fotografieren, überlasse ich jedem selbst. Stimmungsvoller ist Fatal Frame II aber auf jeden Fall. Persönlich hätte ich mir mehr und anspruchsvollere Rätsel für den Spielverlauf gewünscht, der definitiv zu linear abläuft, auch wenn ich mich relativ frei im verschwundenen Dorf bewegen kann. Definitiv ist es unterhaltsam, circa zwanzig Stunden lang das Dorf zu erkunden, Nebengeschichten zu erleben und auf Geisterjagd zu gehen.







