Mega Man: Star Force – Legacy Collection – TEST
Zwischen den Jahren 2006 und 2007 erschienen auf dem Nintendo DS im Jahrestakt die drei Episoden der Mega-Man-Star-Force-Reihe. Nun bündelt Capcom die Reihe nochmals als eine Legacy Collection – und das zusammen mit jeglicher veröffentlichter Edition der drei Spiele.

Neben der Pokémon-Reihe sind auch weitere Spiele in mehrfacher Ausführung veröffentlicht worden. Hierzu zählen beispielsweise die Yōkai-Watch-Spiele oder Titel aus der Inazuma-Eleven-Reihe, um nur zwei prominente Beispiele zu nennen. Auch das Mega-Man-Battle-Network-Franchise war ab dem dritten Serienteil von diesem Phänomen betroffen. Nachdem Capcom diese Reihe im Jahr 2005 beendet hat, war es dem japanischen Konzern mit Rollenspielen im Mega-Man-Universum noch nicht leid. Also fuhren die Entwickler mit Mega Man: Star Force, welches in gleich drei Versionen erschien, dieselbe Schiene weiter.
Ähnlich wie bei Pokémon und Co unterscheiden sich die Versionen aber nur im Detail. Im Kern bleibt es das gleiche Spiel. Es ist also egal, ob ihr euch für Mega Man: Star Force – Leo, Mega Man: Star Force – Dragon oder Mega Man: Star Force – Pegasus entscheidet. Jede Episode dreht sich um den elfjährigen Protagonisten Geo Stelar, der im Jahr 220X lebt und gerade den Tod seines Vaters verarbeitet. Er will wieder zurück ins Leben finden und erhält dabei Unterstützung von der außerirdischen Lebensform Omega-Xis. Gemeinsam bereisen sie die echte Welt als auch die Welt der elektromagnetischen Wellen. Klingt verrückt, ist aber durchaus spaßig.
Abnutzungserscheinungen

Da die Geschichte mit Mega Man: Star Force 2 – Zerker × Ninja and Mega Man: Star Force 2 – Zerker × Saurian zwei Monate nach den Geschehnissen des ersten Teils anschließt und bei Mega Man: Star Force 3 – Black Ace und Mega Man: Star Force 3 – Red Joker ähnlich verfahren wird, möchten wir an dieser Stelle nichts weiter zur Story sagen. Auch wenn diese keine Bäume ausreißt, ist sie passabel inszeniert und fügt sich mit dem typischen Charme wunderbar ins Mega-Man-Universum ein. Alle Spiele respektive Editionen setzen auf ein ähnliches Gameplay.
Wir erkunden die Spielwelt, lösen im Sinne der Story verschiedene Aufgaben und widersetzen uns in der Welt der elektromagnetischen Wellen in rundenbasierten Kämpfen etwaigen Gegnern. Ähnlich wie bei der Mega-Man-Battle-Network-Reihe sind die Kämpfe actionorientiert, ähneln sich in den drei Spielen aber zu sehr. Spieler, welche die Vorgängerreihe schon kennen, dürften trotz des Perspektivwechsels schnell ermüdet sein. So bewegen wir Geo in seinem Mega-Man-Outfit auf drei Bahnen und schießen auf unsere Feinde. Wie effektiv die Angriffe sind, hängt diesmal jedoch maßgeblich von den ausgerüsteten Kampfkarten ab, die wir rundenweise ausspielen und so auch verschiedene Effekte freischalten oder sogar Spezialangriffe ausführen. Das macht Laune, nutzt sich aber leider doch schnell ab.
Ordentliche Sammlung für Fans

Mit der Mega Man: Star Force – Legacy Collection spricht Capcom in erster Linie Fans des Franchises an, die auch wirklich keinen Titel verpassen möchten. Ordentlich kuratiert ist die Kollektion ebenfalls, denn aufgrund dessen, dass der Nintendo DS nun mal über zwei Bildschirme verfügte, können wir die Größe der beiden Bildschirme in Relation zueinander einstellen. Auch wenn das Geschehen überwiegend auf einem der beiden Bildschirme stattfindet, haben wir so alles unter Kontrolle. Ebenso können wir einstellen, wie viele Zufallsbegegnungen auf uns zukommen oder diese sogar abstellen. Da wir allerdings jederzeit speichern können, ist dies ohnehin nur halb so schlimm.
Bei der Grafik können wir einstellen, ob diese im Original angezeigt oder in einer höheren Auflösung vorliegen soll. Zwischen dem originalen und einem überarbeiteten Soundtrack können wir ebenfalls jederzeit im Spiel wechseln. Wer sich auf die Sammlung einlassen will, sollte jedoch Englisch, Japanisch oder Chinesisch beherrschen. Deutsche Bildschirmtexte gibt es leider nicht, zumal der dritte Teil damals ohnehin nicht mehr in Europa erschienen ist. Als Schmankerl gibt es noch eine Jukebox mit allen Musikstücken und eine Galerie mit hunderten Artworks und Konzeptzeichnungen obendrauf. Somit bietet auch die Mega Man: Star Force – Legacy Collection einen ordentlichen Umfang.
Geschrieben von Eric Ebelt
Fazit:
Bereits die 2023 veröffentlichten Legacy Collections von Mega Man: Battle Network haben mir ziemlich gut gefallen. Entsprechend neugierig war ich im Vorfeld auf die Mega Man: Star Force – Legacy Collection. Grundsätzlich wurde ich auch hier nicht enttäuscht, denn die Spiele bieten einen ordentlichen Umfang und verfügen über ein recht spannendes Kampfsystem. Durch die Auswahl der Kampfkarten, die rundenweise ausgespielt werden, kommt hier durchaus Abwechslung auf. Problematisch ist jedoch, dass sich das Kampfsystem über die Spiele hinweg kaum verändert und ermüdend sein kann. Die Story, auch wenn sie mit großen Rollenspielen natürlich nicht mithalten kann, tut mit ihren schrulligen Charakteren ihr Übriges, um mich bei Laune zu halten. Mega-Man-Fans, welche die Spiele noch nicht kennen, dürfen gerne einen Blick riskieren, um eine Wissenslücke schließen und stundenlang Spaß haben zu können, auch wenn dem Franchise nach den Mega-Man-Battle-Network-Titeln hier spürbar schon etwas die Puste ausgegangen ist.







