MOUSE: P.I. For Hire – TEST

Schwarz-weiße Cartoon-Optik, Jazzmusik, eine Stadt voller Verbrechen und dazu ein Privatdetektiv mit einer Pistole in der Hand? MOUSE: P.I. For Hire klingt bereits auf dem Papier nach einer ziemlich ungewöhnlichen Mischung. Das Debüt von Fumi Games verbindet die Gummischlauch-Animation (Rubber Hose) klassischer Cartoons der 1930er-Jahre mit der schnellen Action eines klassischen Ego-Shooters und würzt das Ganze mit einer ordentlichen Portion Film Noir. Seit dem 16. April 2026 können wir uns auf der Nintendo Switch 2 nach Mouseburg begeben. Rein in den Mantel, Pistole geladen und ab in die vielleicht ungewöhnlichste Detektivgeschichte des Jahres!


Schon die ersten Sekunden von MOUSE: P.I. For Hire machen unmissverständlich klar, was uns hier erwartet. Wir finden uns in einer komplett in Schwarz und Weiß gehaltenen Cartoon-Welt wieder. Die Figuren bewegen sich mit den typischen, übertrieben elastischen Bewegungen, die man aus frühen Zeichentrickfilmen kennt. Arme und Beine wirken wie Gummischläuche, Gesichtsausdrücke werden hemmungslos überzeichnet und selbst die brutalsten Situationen werden mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor präsentiert.

Doch hinter der außergewöhnlichen Optik steckt mehr als nur eine hübsche Spielerei. Wir übernehmen die Rolle von Jack Pepper, einem ehemaligen Kriegshelden, der mittlerweile als Privatdetektiv in Mouseburg arbeitet. Dort erfahren wir von dem Verschwinden des Magiers und Freundes von Jack Pepper: Steve Bandel. Was zunächst wie ein vergleichsweise gewöhnlicher Vermisstenfall aussieht, entwickelt sich schnell zu einem größeren Netz aus Korruption, Entführung, Mord und politischen Intrigen. Dabei führt uns unser Weg durch eine Stadt, in der offenbar jeder etwas zu verbergen hat.

Die Geschichte bedient sich dabei bewusst zahlreicher klassischer Noir-Klischees. Der abgebrühte Privatdetektiv, zwielichtige Bars, korrupte Polizisten, Gangster, Politiker und eine Stadt, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse gerne verschwimmen. All das kennen wir aus unzähligen Kriminalgeschichten und Filmen wie Dick Tracy oder Falsches Spiel mit Roger Rabbit. MOUSE: P.I. For Hire (P. I. steht übrigens für Private Investigator, also Privatdetektiv) macht daraus jedoch seine ganz eigene Cartoon-Version.

Dabei funktioniert vor allem die Kombination aus ernsten Themen und völlig überzogenem Cartoon-Humor erstaunlich gut. Gerade wenn Jack seinen trockenen Kommentaren freien Lauf lässt und andere Figuren lediglich als „Furz im Winde“ bezeichnet, entsteht eine angenehme Mischung aus schwarzem Humor und klassischer Detektivgeschichte. Die Handlung nimmt sich selbst nicht immer ganz ernst, schafft es aber trotzdem, im späteren Verlauf einige ernstere Momente einzubauen und auch kritische Themen wie Rassismus und Ausgrenzung zu behandeln.

Die Geschichte führt uns dabei durch zahlreiche unterschiedliche Bereiche von Mouseburg. Dunkle Straßen, Filmstudios, Opernhäuser, Sümpfe und Abwasserkanäle sorgen dafür, dass die Umgebung trotz des einheitlichen Schwarz-Weiß-Stils abwechslungsreich bleibt. Insgesamt umfasst die Kampagne 24 Hauptmissionen, wobei wir immer wieder zwischen eigentlichen Missionen und Abschnitten wechseln, in denen wir die Stadt erkunden und Hinweise sammeln. Selbst auf dieser befahrenen Oberwelt bewegt sich alles in dem hier aufgefahrenen Gummischlauch-Animationsstil.

Ein recht ungewöhnlicher und doch gewöhnlicher Shooter

Was MOUSE spielerisch besonders interessant macht, ist die Tatsache, dass es sich trotz seiner Detektivgeschichte in erster Linie um einen Ego-Shooter handelt. Wer bei einem Privatdetektiv eher an langsames Durchsuchen von Tatorten und lange Dialoge denkt, wird hier ziemlich schnell enttäuscht. Das Spiel orientiert sich stark an klassischen Shootern der 1990er-Jahre. Wir laufen, springen, schießen und weichen Angriffen aus, während Gegner aus allen möglichen Richtungen in Wellen auf uns zustürmen.

Stillstehen ist dabei meistens keine besonders gute Idee. Die Kämpfe sind darauf ausgelegt, dass wir ständig in Bewegung bleiben und uns die Umgebung zunutze machen. Dash, Doppelsprung und später weitere Bewegungsfähigkeiten sorgen dafür, dass Jack erstaunlich flink durch die Level flitzt. Im weiteren Spielverlauf kommen unter anderem Wandläufe und weitere Möglichkeiten zur Fortbewegung hinzu. Dadurch verändert sich nicht nur das Kampfsystem, sondern auch die Art und Weise, wie wir bereits bekannte Bereiche erkunden.

Besonders schön ist dabei, dass die Bewegungsfähigkeiten nicht einfach nur als Kampfmechanik dienen. Manche Bereiche können erst erreicht werden, wenn Jack die entsprechende Fähigkeit freigeschaltet hat. Dadurch bekommt das Gameplay einen gaaaaanz leichten Metroidvania-Einschlag. Wir sehen beispielsweise bereits früh einen interessanten Vorsprung, können ihn aber zunächst nicht erreichen. Später kehren wir zurück und stellen fest, dass sich dort plötzlich ein neuer Weg eröffnet. Es ist ebenfalls lohnenswert, die Umgebung stets im Auge zu behalten. Fässer, gefüllt mit brennbarer Flüssigkeit, sind nicht nur gut geeignet, um eine Horde Gegner auszulöschen. Eventuell passiert ja auch etwas Spannendes in Kombination mit einem solchen Fass und einer Wand mit dem Graffiti „Totally normal wall“ darauf.

Laden, schießen und wieder nachladen

Das Waffenarsenal passt hervorragend zur abgefahrenen Cartoon-Welt. Neben klassischen Schusswaffen warten zahlreiche kreativ abgewandelte Waffen auf uns. Maschinengewehre, Schrotflinten und weitere Varianten sorgen dafür, dass sich die Gefechte nicht ausschließlich auf eine einzige Waffe reduzieren. Hinzu kommen verschiedene Upgrades und Power-ups. Besonders die cartoonhafte Umsetzung der Waffen sorgt dabei immer wieder für ein Grinsen.
Seien es die Animationen der Gegner, nachdem sie mit dem Lackentferner beschossen wurden, oder das Nachladen der Schrotflinte, wo der Begriff „ne Handvoll“ vollkommen wörtlich genommen wurde.

Die Gegner selbst treten ebenfalls in unterschiedlichen Varianten auf. Neben gewöhnlichen Gegnern warten stärkere Feinde und Bossgegner auf uns. Dabei fällt uns besonders auf, dass wir zwar immer wieder die gleichen Arten von Gegnern vorgesetzt bekommen, diese aber an die jeweiligen Levelabschnitte optisch angepasst wurden. Von Gangstern über korrupte Polizisten bis hin zu Kultisten ist ordentlich Abwechslung geboten.

Die Gefechte abseits der Bosskämpfe funktionieren dabei nach einem bekannten Muster: Wir betreten einen Bereich, Gegner strömen herein und erst wenn die letzte Welle erledigt ist, öffnet sich, begleitet von einem Glockenschlag eines Ringboxkampfes, der nächste Weg. Das funktioniert grundsätzlich gut und sorgt für ordentlich Tempo. Allerdings kann sich dieses Prinzip im späteren Verlauf etwas wiederholen. Gerade weil das eigentliche Schießen so viel Spaß macht, fällt die vergleichsweise ähnliche Struktur einiger Kämpfe nicht sofort auf. Nach mehreren Stunden erkennt man das Muster jedoch deutlich.

Und was ist nun mit dem Detektiv?

Trotz des Namens MOUSE: P.I. For Hire ist das Spiel kein klassisches Detektiv-Adventure. Die Ermittlungsarbeit ist vielmehr geschickt zwischen die Shooter-Abschnitte eingebaut. Während unserer Missionen finden wir Hinweise, Zeitungsartikel und andere Gegenstände, die uns mehr über Mouseburg und die laufenden Fälle verraten. Außerdem können wir mit Bewohnern der Stadt sprechen und kleinere Aufgaben übernehmen. Gerade diese Nebenaufgaben sind eine angenehme Ergänzung. Wer aufmerksam durch die Welt läuft, kann Gespräche aufschnappen und dadurch auf zusätzliche Aufgaben stoßen. Dadurch lohnt es sich, nicht einfach nur von einem Schusswechsel zum nächsten zu rennen.

Auch Sammelobjekte gibt es reichlich. Baseballkarten, Comicseiten, Zeitungsartikel und weitere Gegenstände warten darauf, entdeckt zu werden. Wer wirklich alles finden möchte, wird entsprechend einige zusätzliche Stunden in Mouseburg verbringen können. Die eigentliche Detektivfantasie erreicht dabei nicht ganz die Tiefe, die man aufgrund des Titels vielleicht erwarten würde. Trotzdem funktionieren die Ermittlungsabschnitte als Abwechslung zum Dauerfeuer überraschend gut. Besonders das Aufspüren von Hinweisen und das Erkunden der Umgebung vermitteln zumindest stellenweise das Gefühl, tatsächlich als Privatdetektiv unterwegs zu sein. Hier wäre aber, besonders an der Hinweiswand, deutlich mehr drin gewesen.

Ab und an muss unser Detektiv dann auch mal ein Schloss knacken. Sei es an einem Safe oder einer verschlossenen Tür. Das Schlossknacken läuft dabei immer relativ gleich ab: Der Cursor muss durch ein kleines Labyrinth bewegt und auf seinem Weg zum Ziel müssen die Schließzylinder getroffen werden. Manchmal sind dabei Dornen im Weg, ein Timer läuft ab und in anderen Fällen haben wir nur eine bestimmte Anzahl an Zügen zur Verfügung. Alles in allem nicht schwer, manchmal etwas wiederholend, aber dennoch eine willkommene Abwechslung zu den Schießpassagen.

Eine Stadt voller Geheimnisse

Mouseburg ist wahrscheinlich der größte Star des gesamten Spiels. Die Stadt wirkt wie eine Mischung aus amerikanischer Großstadt der 1930er-Jahre und einem völlig durchgedrehten Cartoon-Universum. Schon beim ersten Spaziergang durch die Straßen fällt auf, wie viele kleine Details die Entwickler eingebaut haben. Wer sich Zeit nimmt und nicht einfach dem nächsten Missionsziel folgt, entdeckt immer wieder Nebenfiguren, versteckte Bereiche oder Sammelgegenstände.

Das passt hervorragend zum Spielprinzip. MOUSE: P.I. For Hire möchte nicht, dass wir einfach nur durch seine Level rennen. Immer wieder werden wir dazu eingeladen, einen Umweg zu nehmen oder uns einen Bereich noch einmal etwas genauer anzusehen. Besonders gelungen ist dabei die Verbindung von Erkundung und Bewegungsfähigkeiten. Je weiter wir in der Geschichte voranschreiten, desto mehr Möglichkeiten bekommen wir, uns durch die Welt zu bewegen. Dadurch werden manche zuvor unerreichbaren Bereiche plötzlich zugänglich.

Baseballkarten, Comics und andere Kleinigkeiten

Zwischen all der Action gibt es auch kleinere Minispiele und optionale Beschäftigungen. Dazu gehören unter anderem Sammelobjekte wie Baseballkarten, die einen zusätzlichen Anreiz zum Erkunden bieten. Diese Elemente sind zwar nicht unbedingt notwendig, lockern das Abenteuer aber angenehm auf. Gerade nach mehreren intensiven Schießereien ist es schön, sich für einen Moment mit der Welt beschäftigen zu können, ohne direkt wieder von Gegnern beschossen zu werden.

Diese kleinen Nebenelemente passen außerdem hervorragend zu der alten Zeitperiode, welche die Entwickler darstellen wollten. Baseball, Zeitungen, Jazzclubs und die klassische amerikanische Großstadtästhetik vermitteln das Gefühl einer vergangenen Ära, ohne dass das Spiel dabei historisch korrekt sein möchte.

Eine ungewöhnliche Perspektive auf frühe Cartoons

Optisch ist MOUSE: P.I. For Hire zweifellos das außergewöhnlichste Element des Spiels. Die Entwickler setzen auf den sogenannten Gummischlauch-Stil, der vor allem durch frühe Zeichentrickfilme der 1920er- und 1930er-Jahre bekannt wurde. Arme und Beine bewegen sich wie Gummischläuche, Körper werden verformt und Gesichter verändern ihre Form auf eine Art und Weise, wie man sie aus moderner 3D-Animation kaum noch kennt. Das Besondere daran ist, dass nicht nur die Figuren diesen Stil besitzen. Die gesamte Spielwelt wurde darauf abgestimmt. Die Schwarz-Weiß-Optik, die Beleuchtung, die Charakteranimationen und die Gestaltung der Umgebungen ergeben zusammen ein sehr eigenständiges Gesamtbild.

Natürlich kommen dabei unweigerlich Erinnerungen an frühe Disney-Cartoons, Popeye oder Betty Boop auf. Auch der Erfolg von Cuphead hat gezeigt, dass ein moderner Videospieler durchaus Interesse an dieser historischen Animationsästhetik hat. MOUSE: P.I. For Hire geht allerdings einen etwas anderen Weg. Während Cuphead einen handgezeichneten 2D-Look als Grundlage für ein klassisches Actionspiel verwendet, kombiniert dieses Spiel hier diese Ästhetik mit einer vollständig erkundbaren First-Person-Welt. Das Ergebnis wirkt teilweise tatsächlich so, als wäre ein Cartoon aus den 1930er-Jahren plötzlich begehbar geworden.

Die Technik auf der Switch 2

Auf der Nintendo Switch 2 hinterlässt MOUSE: P.I. For Hire grundsätzlich einen guten optischen Eindruck. Gerade die schwarz-weiße Darstellung hilft dabei, den besonderen Stil sauber zur Geltung zu bringen. Allerdings ist die Switch-2-Version technisch nicht vollkommen frei von Problemen. Im Performance-Modus wird grundsätzlich ein flüssiges Spielgefühl angestrebt. Bei größeren Außenbereichen und besonders vielen gleichzeitig dargestellten Gegnern kann die Bildrate jedoch sichtbar einbrechen. Das fällt gerade deshalb auf, weil schnelle Bewegungen und präzises Zielen einen wichtigen Teil des Gameplays ausmachen.

Diese Einbrüche zerstören den Gesamteindruck nicht, zeigen aber, dass es auf der Switch 2 nicht in jeder Situation vollkommen rund läuft. Dafür profitieren wir von den besonderen Möglichkeiten der Konsole. Unterstützt wird auf der Switch 2 ausdrücklich die Maussteuerung der Joy-Con 2. Wer also lieber mit einer mausähnlichen Steuerung zielt, kann genau diese Möglichkeit nutzen. Gerade bei einem schnellen First-Person-Shooter ist das eine interessante Ergänzung. Wer lieber klassisch mit den Sticks spielt, kann selbstverständlich auch den Controller ganz normal verwenden. Die Steuerung lässt sich zudem komplett anpassen und neu belegen.

Jazz statt Schießbudenmusik

Soundtechnisch passt bei hier ebenfalls sehr viel, eher gesagt alles, harmonisch zusammen. Ein großer Teil der Atmosphäre entsteht neben der Grafik durch den Jazz-Soundtrack, der die Welt von Mouseburg erst richtig zum Leben erweckt. In ruhigeren Momenten hören wir eher zurückhaltende Jazz- und Noir-Klänge. Sobald es zu einem Feuergefecht kommt, wird die Musik deutlich hektischer. Bläser und Schlagzeug treiben die Action nach vorne und sorgen dafür, dass selbst ein eigentlich gewöhnlicher Kampf deutlich dramatischer wirkt.

Komponiert wurde der Soundtrack von Patryk Scelina, dessen Musik stark von Big-Band-Jazz und Swing beeinflusst ist. Zusätzlich ist ein Stück von Caravan Palace, einer französischen Jazz-Band, enthalten. Auch die physische Mouseburg-Edition (eine klassische Limited Edition) enthält eine Vinylplatte mit vier Stücken aus dem Soundtrack.

Besonders gut gefällt uns, dass die Musik nicht einfach nur als Hintergrundbeschallung funktioniert. Sie unterstützt den Stil des Spiels und verbindet Cartoon-Atmosphäre und Film Noir miteinander. Auch die Soundeffekte sind entsprechend überzeichnet. Schüsse klingen kräftig, Treffer besitzen einen leicht komödiantischen Charakter und die verschiedenen Waffen haben jeweils ihren eigenen Klang. Sei es das „Ploppen“ der Schüsse oder das Geräusch von Metallfedern bei einem Doppelsprung. Abseits des Soundtracks ist die Welt von Mouse P. I. gefüllt mit kleinen und dezenten Sounds, die man oft erst beim zweiten Mal bewusst wahrnimmt.

Bei der englischen Sprachausgabe kommt zusätzlich eine sehr bekannte Stimme zum Einsatz: Troy Baker spricht Jack Pepper. Eine Stimme, die uns besonders als Booker aus BioShock Infinite, Ocelot aus Metal Gear Solid V: Phantom Pain, Doflamingo aus One Piece oder Yamcha aus Dragon Ball bekannt und vertraut vorkommt. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Rollen von Troy Baker. Seine tiefe, abgeklärte Stimme passt hervorragend zu dem Privatdetektiv, der sich durch eine Welt voller Gangster, Korruption und Käsewitzen kämpft.

Physisch unterwegs

Wenn ihr eure Spiele lieber im Regal stehen habt, müsst ihr bei der Switch 2 ebenfalls nicht auf eine physische Version verzichten. Die physische Standard Edition sowie die umfangreichere Mouseburg Edition erschienen am 10. Juli 2026. Besonders erfreulich: Die Switch-2-Version befindet sich tatsächlich auf einer Cartridge und kommt nicht als umstrittene Game-Key-Card daher. Und das zu einem angenehmen Preis von unter 40 €. Die Mouseburg Edition richtet sich dabei vor allem an Fans und Sammler. Neben dem Spiel enthält sie unter anderem eine 7-Zoll-Vinylplatte mit vier Stücken aus dem Soundtrack. Dadurch bekommt die ohnehin schon stark auf Retro getrimmte Produktion auch außerhalb des Spiels einen passenden Sammlerbonus.

Fazit

MOUSE: P.I. For Hire ist eines dieser Spiele, bei denen bereits der erste Blick ausreicht, um zu erkennen, dass hier etwas anders gemacht wird. Die Kombination aus Schwarz-Weiß-Cartoon, Gummischlauch-Animation, Film Noir und Klassik-Shooter hätte problemlos schiefgehen können. Tut sie aber nicht. Das Spiel besitzt eine sehr klare Identität und zieht diese vom ersten bis zum letzten Level durch. Mouseburg sieht aus wie ein verlorener Cartoon aus den 1930er-Jahren, während sich das Gameplay eher wie ein moderner Vertreter klassischer Retro-Shooter à la DOOM oder BioShock spielt.

Gerade diese Mischung macht den Titel interessant. Wer ausschließlich eine tiefgründige Detektivsimulation erwartet, könnte von der vergleichsweise actionreichen Ausrichtung enttäuscht werden. Wer dagegen einen ungewöhnlichen Ego-Shooter sucht, bekommt ein sehr eigenständiges Gesamtpaket.

Auf der Switch 2 kommt außerdem die Maussteuerung hinzu, die gerade bei einem FPS eine interessante Möglichkeit darstellt. Die technischen Schwächen verhindern allerdings, dass die Version vollkommen makellos ist. Vor allem gelegentliche Einbrüche der Bildrate in hektischen Situationen können auffallen. Trotzdem funktioniert das Gesamtpaket erstaunlich gut. Die handgezeichnete Optik, die jazzige Musik, Troy Bakers Stimme und das schnelle Gunplay ergeben ein Spiel, das man so schnell nicht mit einem anderen Titel verwechselt.

Und genau das ist wahrscheinlich die größte Stärke des Spiels. Es möchte nicht das nächste generische AAA-Spiel sein. Es möchte ein verrückter Cartoon sein, der plötzlich eine Pistole bekommen hat. Und das alles gibt es zu dem Preis eines Indie-Titels. Fumi Games hat mit diesem Debüttitel eindrucksvoll gezeigt, wozu sie fähig sind.

Fazit:

Kim Kaiser

MOUSE: P.I. For Hire war für mich eines dieser Spiele, bei denen bereits nach den ersten Minuten klar war, dass hier etwas Besonderes auf mich wartet. Als Fan der alten Cartoons wie *Steamboat Willie*, *Popeye* und *Balloon Land* sowie begeisterter Spieler von *BioShock* und ähnlichen Genrevertretern war es für mich ohne Frage, dass ich dieses Spiel spielen muss. Ich wollte lediglich auf eine physische Version warten, da diese bereits sehr früh angekündigt wurde.

Besonders Jack Pepper wird mir dabei noch länger im Gedächtnis bleiben. Der abgebrühte Privatdetektiv passt mit seinem trockenen Humor hervorragend in diese völlig verrückte Welt und auch zu meinem eigenen Wesen. Auch wenn die eigentliche Detektivarbeit nicht ganz so umfangreich ausfällt, wie ich zunächst vermutet hatte, machen die Hinweise, Nebenaufgaben und Sammelobjekte die Erkundung von Mouseburg dennoch sehr interessant. Als alter Hase, was Sammelobjekte angeht, war ich bei den Themen wie Figuren, Comics und Zeitungen sofort dabei. Besonders die sehr sarkastischen Bemerkungen von Jack Pepper in den Gesprächen mit den anderen Figuren haben mich das ein oder andere Mal herzhaft lachen lassen. Das Spiel bedient sich der Elemente seiner Einflüsse und weiß diese entsprechend umzusetzen.

MOUSE: P.I. For Hire ist kein perfektes Spiel für die Massen, für mich persönlich allerdings schon. Es trifft zu 100 % meinen Geschmack und selbst mit meinem betuchten Alter sind die Shooter-Passagen nicht zu schnell. Fordernd, ja, aber dennoch fair. Ja, auch ich hätte mir gerne eine etwas intensivere Detektivarbeit gewünscht, und ja, die Framerateeinbrüche sind spürbar. Doch als großes Ganzes betrachtet, bleibt für mich ein unvergleichliches Spielerlebnis zurück. Zusätzlich dazu besitzt das Spiel etwas, das vielen größeren, modernen Produktionen fehlt: eine unverwechselbare eigene Identität.