The Legend of Zelda: Ocarina of Time – VORSCHAU
Fast 28 Jahre ist es bereits her, dass mit The Legend of Zelda: Ocarina of Time auf dem Nintendo 64 eines der besten Spiele aller Zeiten erschienen ist. Ein Spiel, das sowohl in der Fachpresse als auch unter den Spielern Traumbewertungen eingefahren und gleichermaßen begeistert hat. Doch nicht nur das: Es war ebenfalls eine kleine Revolution für den gesamten Videospielsektor. Ocarina of Time war seinerzeit das erste 3D-Action-Adventure aus dem Zelda-Universum und brachte Neuerungen mit, die heute längst zum Standard gehören, wie zum Beispiel die Möglichkeit, Gegner anvisieren zu können. Jetzt, genauer gesagt am 5. November 2026, kommt das Remake für die Nintendo Switch 2 auf den Markt, und die Videospielwelt wartet gespannt darauf, erneut in den Bann gezogen zu werden. Doch was schätzen wir? Wird uns The Legend of Zelda: Ocarina of Time erneut überzeugen können?
Eine zeitlose Geschichte über Helden und Schurken
Zur Story möchten wir gar nicht viele Worte verlieren. Diese wird, zumindest so unser Eindruck, unverändert übernommen. Der zentrale Held der Zelda-Reihe, Link, wird von der kleinen Fee Navi zum großen Deku-Baum gerufen. Dort erfährt er die Geschichte, wie einst die Welt durch die drei großen Göttinnen Din, Nayru und Farore erschaffen wurde. Der Baum erzählt ebenfalls von der Entstehung des legendären Triforce, einer Aufteilung der Macht in die drei Teile Kraft, Weisheit und Mut. Wer auch immer alle drei Teile des Triforce besitzt, dem wird die Macht zuteil, über die gesamte Welt zu herrschen. Dies ist auch das Ziel des bösen Ganondorf. Er will die ganze Macht für sich allein und strebt die ultimative Herrschaft an. Link wird daraufhin ausgesandt, um der Königsfamilie zu helfen und dies zu verhindern. Und hier beginnt das große Abenteuer, das Link sogar in der Zeit zurückspringen lässt, ihn auf die Gerudo und Goronen treffen lässt und mit den Zoras um die Wette tauchen lässt. Zwischendurch wird auch der Rasen gemäht, es werden Hühner eingefangen und die örtliche Keramik wird einem Belastungstest unterzogen. Auch wenn das Spiel bereits fast 30 Jahre alt ist, möchten wir hier trotzdem nicht tiefer auf die Story eingehen, um euch Spoiler zu ersparen. Denn wir sind uns sicher, dass es für den einen oder anderen von euch die erste Erfahrung mit Ocarina of Time sein wird.

Aufbau und Unterschiede zu aktuellen Zelda-Spielen
Ocarina of Time wird seinen Wurzeln treu bleiben und uns ein klassisches Zelda nach der alten Formel liefern. Das bedeutet im Kern, dass wir uns durch Dungeons kämpfen und am Ende ein wichtiges Artefakt einsammeln müssen. Dabei sind die Dungeons zwar nicht immer gleich aufgebaut, funktionieren aber nach dem gleichen Schema: Item finden, Schlüssel suchen, Rätsel lösen und den großen Boss besiegen. Doch es ist die Variation der Designs und Rätsel, mit denen die Dungeons daherkommen, die das Spiel abwechslungsreich und spannend gestalten. Jeder Dungeon besitzt eine eigene Mechanik, seine eigene kleine Seele, die wir verstehen müssen, um voranzukommen. Zwischen den einzelnen Dungeons gibt es zahlreiche Nebenaufgaben und auch Minispiele zu absolvieren. Mal müssen wir entflohene Hühner einsammeln und ein anderes Mal dürfen wir versuchen, mit einem Bogen den Highscore zu knacken. Generell gibt es abseits der Hauptwege fast unendlich viel zu entdecken. Überall verstecken sich zum Beispiel kleine Höhlen, die von uns freigelegt und besucht werden wollen. Darin befinden sich oft Deku-Händler mit Upgrades für unsere tragbaren Items, aber auch Herzteile und sogar Kühe.
Für Zelda-Veteranen ist dies alles nichts Neues, doch gibt es viele Spieler, die bisher unter Zelda nur Breath of the Wildund Tears of the Kingdom kennen. Und hier kommt der große Unterschied zum Tragen. Die Art, wie Dungeons konzipiert sind, unterscheidet sich sehr stark voneinander. Legten Breath of the Wild und Tears of the Kingdom großen Wert auf die erkundbare Oberwelt, so sind die Dungeons das Herzstück von Ocarina of Time. Auch das klassische Item-Prinzip kennt man aus den neueren Teilen der Zelda-Reihe nicht, ist es aber doch etwas, das Fans lieben und schmerzlich vermisst haben. Hat es euch aufgeregt, dass eure Waffen und Schilde kaputtgehen? Dann ist Ocarina of Time genau euer Spiel. Außer bei Verbrauchsgegenständen wie Stöcken oder Deku-Nüssen braucht ihr hier keine Angst haben, euer Inventar immer neu zusammensuchen zu müssen. Eine Neuerung aus den neuen Teilen hat sich dennoch in Ocarina of Time eingeschlichen, denn Link kann jetzt springen. Das mag für viele unter euch nichts wirklich Neues sein, doch die Tatsache, dass Link nicht eigenständig dazu in der Lage war, ist schlicht der Limitierung des N64 geschuldet.

Daneben gibt es noch weitere Neuerungen, die das Original nicht beinhaltete. Aus anderen Teilen der Reihe sind Orte bekannt, an denen wir uns Statuen von Spielfiguren und Gegnern betrachten können. Über einen solchen Raum verfügt nun auch Ocarina of Time. In der speziellen Halle können wir uns Figuren bereits besiegter Gegner anschauen. Ein Foto davon zu machen, wie bei Wind Maker, ist daher unnötig. Eine der für uns besten Ergänzungen ist eine Übernahme aus dem 3DS Remake: Der Boss Rush. Wir können also jeder Zeit Bossgegner neu bekämpfen und versuchen, unsere Bestzeiten zu schlagen. Das hat uns auf dem 3DS schon sehr gefallen und es ist schön zu sehen, diese Funktion im Remake wieder zu erhalten. Wir sind uns sicher, dass dies nicht die letzten Ergänzungen oder Neuerungen im Spiel sein werden.
Moderne Steuerung und Quality-of-Life-Anpassungen
Das eben erwähnte Springen hat seine Ursprünge darin, dass die Knöpfe des Controllers auf dem N64 stark limitiert waren. Da der B-Knopf für das Angreifen gedacht war, hatte der A-Knopf eine kontextsensitive Funktion. Das bedeutet, je nachdem, wo sich Link befand, verfügte der Button über eine andere Fähigkeit. Vor einem Block war es das Ziehen, noch näher am Block war es das Hinaufklettern und noch näher daran war es dann das Schieben. Das klingt vielleicht etwas verwirrend, hat aber unglaublich intuitiv funktioniert. Daher gab es keinen Button mehr für das Springen. Dies ist jetzt durch den zweiten Analogstick kein Problem mehr, und Link hat endlich die Möglichkeit gefunden, jederzeit und überall springen zu können.

Ebenfalls aus den modernen Spielen übernommen wurde die Art und Weise, Items zu verwalten. Früher mussten wir ins Menü wechseln, die Items ihren Knöpfen zuordnen und dann bei Bedarf erneut ins Menü wechseln, um sie auszutauschen. Umständlich, anstrengend, aber für die damalige Zeit normal und gut gewesen – abgesehen von den Eisenstiefeln; das war einfach unnötig anstrengend. Jetzt gibt es am unteren Bildschirmrand eine „Auswahlleiste“, durch die mit den Schulterbuttons gescrollt werden kann. Das funktioniert schnell und fühlt sich dabei sehr intuitiv an. Dabei kommt das Spiel mit weiteren, wenn auch kleineren Verbesserungen und Erweiterungen daher. Wir können jetzt zum Beispiel fünf statt der bisherigen vier Flaschen als Gegenstände einsammeln. Darin kann Link nützliche Utensilien wie Heilungselixiere, Fische und auch Käfer verstauen.
Lernen vom 3DS und altbekanntes beibehalten
Manche Dungeons, wie der Wassertempel, profitieren von dem ersten Remake des Spiels auf dem Nintendo 3DS aus dem Jahre 2011. Hier wurden nicht nur die besagten Eisenstiefel als richtiges Item eingesetzt und konnten somit schneller gewechselt werden, auch das Leitsystem durch die verschiedenen Ebenen wurde übernommen und sorgt dafür, dass der berühmt-berüchtigte Wassertempel in Ocarina of Time nicht mehr ganz so anstrengend ist. Einige Ladezeiten zwischen bestimmten Bereichen wurden nun entfernt und die Areale zusammenhängender gestaltet. Doch die Übergänge zwischen der Ebene von Hyrule, dem zentralen Hub der Spielwelt, und den einzelnen Gebieten wie Kakariko, Hyrule-Stadt und dem Kokiri-Wald wurden beibehalten.

Nintendo selbst argumentiert mit Nostalgie, der wahre Grund dafür dürften allerdings die Hühner sein. Klingt komisch, daher wollen wir das kurz ausführen. An bestimmten Stellen im Spiel leben die sogenannten Cuccos, auf Deutsch Hühner. Diese kann Link schnappen, und sobald wir damit von einer Klippe oder Ähnlichem springen, können wir in einen Gleitflug übergehen. Wenn wir nun zwischen den Bereichen keine Ladezeiten oder, besser gesagt, Unterbrechungen hätten, dann würde es nicht lange dauern, bis Spieler ein Hühnchen bis zum höchsten Punkt der Welt bringen und somit nahezu überall hingelangen könnten. Solch einen Gamebreaking-Glitch wollte man bei Nintendo wohl verhindern. Außerdem mögen es die Cuccos so gar nicht, von euch mit dem Schwert behandelt zu werden, und greifen euch, serienmäßig, in einer großen Herde an. Ohne eine Abschnittszone würden euch die Viecher vermutlich bis zum Endboss verfolgen.
Sound und Synchro
Wurden uns im Original auf dem Nintendo 64 zwar wunderschöne Musikstücke geboten, die heute noch begeistern können, so hatten sie stets ein großes Manko: Es waren lediglich MIDI-Dateien. Jetzt ist das anders. Die ikonischen Werke von Koji Kondo wurden vollständig überarbeitet und von einem Orchester komplett neu eingespielt. Wir dürfen uns hier also auf bekannte Melodien freuen, die endlich die Fassung bekommen haben, die sie verdient haben. Sprachausgabe ist bei Zelda-Spielen immer so ein Thema für sich. Beinharte Fans argumentieren damit, dass Link ja im Original auch einen Synchronsprecher hatte. Dies ging aber über die Kampfgeräusche und Schmerzenslaute nicht hinaus. Das war auch gut so, da Link einfach der stumme Held ist und bleiben sollte. Für alle anderen Figuren wurde es allerdings Zeit, dass diese ihre Stimme finden. Und so erfreut es uns, unsere lieb gewonnenen Figuren endlich sprechen zu hören. Dabei liefern die Synchronsprecher einen sehr guten Job ab und verleihen den Figuren ihre verdiente Tiefe.

Ein großes Element dieses Spiels nimmt die titelgebende Ocarina der Zeit ein. Im Verlauf des Spiels lernt Link zahlreiche Lieder, die er darauf spielen kann und die unterschiedliche Effekte hervorbringen. Diese reichen vom simplen Teleportieren zu bestimmten Orten über einen Tag-Nacht- und Wetterwechsel bis hin zu einer „Ich kann machen, was ich will, und komme damit durch“-Melodie. Soweit nichts Neues. Was allerdings neu ist, ist, dass die Funktion der Nintendo Switch 2, das eingebaute Mikrofon, dafür genutzt wird. So könnt ihr die Lieder zu Hause auf jedem beliebigen Instrument oder Gegenstand darbieten, und das Spiel erkennt dies. Sogar singen oder summen könnt ihr. Das ist hilfreich, wenn ihr euch nicht unbedingt an die Tastenfolge des Liedes erinnern könnt und nicht im Menü nachschauen wollt.
Causus Cnactus: Die Grafik
Ein immer wiederkehrender Streitpunkt bei Videospielen ist die Optik. Besonders dann, wenn es sich um ein Remake oder eine Neuinterpretation handelt, und erst recht dann, wenn es nicht nur um ein beliebtes Franchise, sondern um eines der beliebtesten Spiele aller Zeiten geht. Jahrelang wurden auf einschlägigen Plattformen Videos geteilt, die zeigten, wie Ocarina of Time in der Unreal Engine aussehen würde. Dabei ließen sich unter den Videos immer wieder die gleichen Kommentare finden: „Das sieht klasse aus“ und „Nintendo, bitte macht das so“. Jetzt haben wir etwas, das ziemlich genau so aussieht, und, wie sollte es auch anders sein, die Meinungen sind gespalten. Während die einen die Grafik des Remakes feiern, haben manche etwas anderes erwartet oder erhofft.

Doch warum polarisiert die Optik so sehr? Ein Punkt, der sofort auffällt: Link ist einfach viel zu detailliert. Wenn wir uns die Figuren aus den Trailern und Gameplay-Videos ansehen, erkennen wir, dass die Figuren mit abnehmender Bedeutung für die Handlung und das Gameplay Details verlieren. Links Outfit hat zahlreiche Details, die uns die Beschaffenheit seiner Kleidung zeigen: die Maschen des Leinens, aus dem seine Kleidung besteht, sowie botanisch wirkende Verzierungen darauf. Schauen wir uns dann einmal die Zora an, vermissen wir Texturen wie Schuppen auf der Haut oder eine geröllige, staubige Struktur bei den Goronen. Andere Figuren wirken im Vergleich zu Link etwas glatt, und daher sticht Link so sehr heraus, dass es sich etwas falsch anfühlt. Ob und wie sehr sich das beim finalen Spielerlebnis noch zeigen wird, erfahrt ihr dann in unserem umfangreichen Testbericht.
Geschrieben von Kim Kaiser
Prognose:
Ocarina of Time ist eines meiner absoluten Lieblingsspiele. Ich spiele es jedes Jahr einmal durch, sei es auf dem N64 oder dem 3DS. Dieses Spiel erschien in der Mitte meiner Teenagerjahre und hat mich und meine Art, Videospiele zu spielen, nachhaltig beeinflusst. Ich habe mir damals sogar den Werbespot im Fernsehen auf Video aufgezeichnet, einfach, um ihn immer wieder zu sehen, und der Song „Bolero des Feuers“ ist noch heute der Klingelton an meinem Handy. Vom Sound beim Öffnen von Truhen oder beim Eintreffen einer neuen Mail gar nicht erst zu sprechen. Daher hat es mich sehr gefreut, dass sich die Gerüchte um ein Remake bewahrheitet haben. Alles, was ich bisher von dem Spiel gehört und gesehen habe, hat mich vollkommen abgeholt. Ich bin kein Mensch, der in einen Hype verfällt oder seine Vorfreude zu groß werden lässt, nur um dann enttäuscht zu werden. Da wir hier ein recht treues Remake erwarten können, bin ich mir aber sicher, nicht enttäuscht zu werden. Klar, der eine oder andere hatte sich besonders im Gamedesign und auch bei den Dungeons etwas mehr erwartet, ich jedoch nicht. Es sieht so aus, als würde ich all das bekommen, was ich mir erhofft hatte, und ich freue mich darauf, mit meiner Familie zusammen erneut durch die Felder Hyrules zu streifen.







