The Rogue Prince of Persia – TEST
Nach einer langen Zeit im Early Access und dem Release für den PC, PlayStation 5 und die Xbox-Konsolen erschien The Rogue Prince of Persia am 16. Dezember 2025 für die Nintendo Switch und Switch 2. Am 10. April bekam das herausfordernde Roguelite schließlich noch eine physische Version spendiert. Diesmal muss der persische Prinz eine Invasion seines Reiches durch die Hunnen verhindern, und versucht dabei, einer Zeitschleife zu entkommen.

Schon seit 1989 klettert, springt und kämpft der von Spieledesigner Jordan Mechner erdachte persische Prinz durch zahlreiche Abenteuer aus Tausendundeiner Nacht. Nach der hochgelobten Sands-of-Time-Trilogie, einem Neustart aus dem Jahr 2008 und einem Kinofilm mit Jake Gyllenhaal in der Rolle des Prinzen aus dem Jahr 2010 war es bis auf verschiedene Remakes und Spin-Offs lange sehr ruhig um die bekannte Spielreihe. Erst im Jahr 2024 konnten sich Fans von Prince of Persia wieder richtig freuen. Zunächst erschien im Januar 2024 mit dem hervorragenden Prince of Persia: The Lost Crown der erste Ausflug der Reihe in Metroidvania-Gefilde, knapp vier Monate später startete das von Evil Empire entwickelte The Rogue Prince of Persia in den Early Access auf dem PC. Evil Empire, die bereits mit dem hochgelobten DLC für das rasante Metroidvania Dead Cells einen Namen gemacht haben, brachten den persischen Prinzen wie der Titel des Spiels schon andeutet in Roguelite-Gefilde. In der ersten Version des Spiels hatte der Prinz noch eine lila Hautfarbe, was unter Fans für einiges an Gesprächsstoff sorgte. Nach vielen Updates und dem Wechsel der Hautfarbe erschien The Rogue Prince of Persia schließlich am 20. August 2025 für den PC, die PlayStation 5 und die Xbox-Konsolen, ein Release für die Switch und Switch 2 folgte am 16. Dezember 2025. Am 10. April 2026 erhielt das Spiel schließlich noch einen physischen Release, in der „Immortal Edition“ auch mit einigen Extras wie einem hübschen Steelbook und einem Poster mit einer Übersichtskarte der Spielwelt.
Der persische Prinz in der Zeitschleife

Die Hunnen stehen vor den Toren der persischen Stadt Ctesiphon, und der wie üblich in der Prince-of-Persia-Reihe namenlose Prinz stürzt sich mitten ins Schlachtengetümmel, um der Barbarenhorde Einhalt zu gebieten. Er fordert den Anführer der Hunnen namens Nogai zum Kampf heraus, unterliegt aber dessen schwarzmagischen Künsten und die marodierenden Invasoren fallen daraufhin in die Stadt ein.
Hier übernehmen wir als Spieler die Steuerung und springen und klettern geschwind von den Außenbezirken in die belagerte persische Stadt, wo sich uns Berude, eine monströse Anführerin der Hunnen-Horde entgegenstellt und uns kurzerhand das Lebenslicht ausknipst. Dank der mysteriösen Kräfte seiner Halskette gelingt es jedoch dem Prinzen, durch die Zeit zu reisen und damit den Tod zu überlisten. Er erwacht in einer märchenhaft anmutenden Oase in einem weit abgelegenen Canyon, und erfährt von der geheimnisvollen, maskierten Paachi, dass er in einer Zeitschleife gefangen ist und nur er dank der magischen Kräfte seiner Halskette Persien retten kann. Die Oase dient dem Prinzen von nun an als ein Hub-Level, von dem aus er seine weiteren Versuche startet, sein Heimatland vor den Hunnen zu retten.
Herausfordernder Roguelite-Parkour

Sobald wir von der Oase aus einen neuen Run starten, bekommen wir eine zufällig ausgewählte Waffe wie einen Säbel, Axt oder Doppelklingen und ein Werkzeug, zu denen Fernkampfwaffen wie Bogen, Wurfdolche oder Chakram zählen, vorgesetzt, mit denen wir starten. Während wir die Nahkampfwaffe für flotte Combos benutzen, können wir die Fernkampfwaffe nur begrenzt verwenden, da sie Energie benötigt. Was beim Spielen sofort auffällt, ist die butterweiche und präzise Steuerung des Prinzen. Agil wie schon immer, kann er unter anderem an jeder Wand im Hintergrund entlang laufen, klettern, von Wänden abspringen, oder sich an Stangen entlanghangeln. Dies alles funktioniert dank der angenehmen Tastenbelegung über die Schultertasten wunderbar, so dass wir schon nach wenigen Minuten geschwind durch die prozedural enerierten Level hechten. Dabei füllen wir mit gutem Timing auch eine Flow-Leiste, die komplett gefüllt starke Zusatzeffekte mit sich bringt, die durch während des Runs gesammelte Amulette hervorgerufen werden.
Diese Amulette finden wir in jedem Run zufällig in Schatztruhen am Wegesrand und gewähren beim Ausrüsten Perk-artige Boni wie beispielsweise mehr Schaden bei Angriffen, mehr Verteidigung oder verschiedenste Elementar-Boni. Die Amulette, von denen wir anfangs drei tragen können, gibt es in den verschiedensten Seltenheits-Ausführungen, besondere korrumpierte Amulette locken mit hohen Boni, warten aber zudem immer mit einem fiesen Malus auf. Ein Wermutstropfen ist, dass alle Amulette verschwinden, sobald wir an einem Run scheitern. Allerdings gibt es in dem Spiel natürlich genretypisch auch permanente Upgrades, die wir im Spielverlauf erhalten.
Spielfortschritt, der motiviert

Da es sich bei The Rogue Prince of Persia nicht um ein Roguelike, sondern um ein Roguelite handelt, verlieren wir nach dem Ableben nicht alles und müssen komplett von vorne beginnen, sondern erhalten nach und nach permanente Vorteile und Upgrades, die unsere zukünftigen Runs erleichtern und erweitern. Während wir die Waffen, Werkeuge und Amulette am Ende unseres Runs verlieren, steigen wir nach und nach Level auf und erhalten bei jedem Stufenaufstieg Punkte, die wir in der Oase in drei übersichtliche Fertigkeitsbäume einsetzen können. So können wir beispielsweise unsere Lebenspunkte oder unseren Schaden erhöhen, mehr Heiltränke tragen oder am Anfang eines Runs direkt mit 500 Gold starten, was uns auch einige Vorteile bringt. Das Gute dabei ist, dass wir die Punkte jederzeit neu verteilen können und so vor jedem Run strategisch die Punkte so verteilen können, wie es uns am meisten nützt.
Bei unseren Streifzügen durch die einzelnen Level, im Spiel „Biome“ genannt finden wir neben Gold auch sogenannte „Seelenfunken“, die wir beim Wechsel in das nächste Biom direkt an die Oase schicken können, um sie beim Ableben nicht zu verlieren. Mit diesen Seelenfunken können wir dann beim Schmied neue Waffen für die Zufallsauswahl am Anfang eines Runs freischalten, wenn wir die entsprechende Blaupause in einer Schatztruhe gefunden haben. In den einzelnen Biomen finden wir auch unterschiedliche Charaktere, die dann zurück in die Oase reisen und uns ihre Dienste zur Verfügung stellen. Durch kleine Quests schalten wir neue Ausgänge in den unterschiedlichen Biomen frei, die dann wiederum in ganz neue Biome führen, so dass wir auf unseren Runs auch ganz neue Wege einschlagen können. All diese Fortschritte sorgen dafür, dass wir trotz wiederholtem Ableben immer wieder gerne einen neuen Run starten, um neue Waffen, Fertigkeiten oder Wege auszuprobieren.
Cel-shading-Prinz mit einwandfreier Technik

Der comicartige Cel-shading-Grafikstil mit seinen kleinen Sprites wirkt am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber dadurch trotz der detaillierten Hintergründe sehr gut lesbar und sorgt dafür, dass wir auch im Handheld-Modus nie die Übersicht verlieren. Aufgrund der Schnelligkeit des Gameplays ist dies ein großer Vorteil. Zudem unterscheiden sich die Biome optisch deutlich voneinander. Ob wir uns an den Hängen eines Bergdorfes entlanghangeln, durch unterirdische Aquädukte schlittern, eine riesige Bibliothek oder einen verwunschenen Garten besuchen, jede Gegend ist für sich gesehen einzigartig, was auch an der passenden Musikuntermalung liegt. Für den fantastischen Soundtrack engagierte das Entwicklerteam den iranisch-amerikanischen Musiker Asadi, der klassische persische Klänge mit elektronischen Einflüssen kombiniert. Das Resultat ist ein treibender Soundtrack, der das schnelle Gameplay wunderbar unterstützt und jedes Biom hervorragend untermalt.
Auch auf der technischen Seite gibt es kaum etwas zu meckern. Das Spiel läuft sowohl im Docked- als auch im Handheld-Modus durchgehend flüssig, was aufgrund des schnellen Gameplays unglaublich wichtig ist. Ruckler oder andere technische Unzulänglichkeiten konnten wir während des Spielens nicht feststellen. Leider kommt das Spiel komplett ohne Sprachausgabe aus, was aber aufgrund des restlichen, tollen Gesamtpakets durchaus zu verschmerzen ist.
Geschrieben von Markus Schoenenborn
Fazit:
Das hervorragende Prince of Persia: The Lost Crown war für mich eines der absouten Highlights des Jahres 2024. Zwar kommt The Rogue Prince of Persia nicht ganz an das fantastische Metroidvania heran, aber das schnelle, wirklich butterweiche Gameplay hat mich von Anfang an begeistert. Schon nach wenigen Minuten klettere ich geschwind an Wänden entlang und sprinte ohne Pause, angeheizt durch den treibenden Soundtrack, durch die schön anzuschauenden Level. Der Grafikstil mit der Cel-shading-Optik begeistert durch eine übersichtliche und klare Bildsprache, die mir auch in schwierigen und actionreichen Momenten immer die nötige Übersicht gibt. Zwar ist die Lernkurve und der allgemeine Schwierigkeitsgrad wie bei einem Roguelite üblich recht hoch, aber das äußerst motivierende Fortschrittssystem, holt mich immer wieder an die Konsole, um einen neuen Run zu starten und vielleicht doch noch einen Schritt weiterzukommen. Fans von flotten Actionspielen und Prince-of-Persia-Fans, die auch vor dem herausfordernden Schwierigkeitsgrad eines Roguelite nicht zurückschecken, können hier bedenkenlos zugreifen.







