Dimensionsdifferenzen in Jump ‘n’ Runs – SPECIAL

In den letzten Jahren wurden 2D-Jump-‘n’-Runs wieder so beliebt wie sie es in den 80ern und 90ern waren. Mit New Super Mario Bros oder den aktuellen Rayman-Titeln als größte Zugpferde. Worin liegt der Charme solcher Jump ‘n’ Runs und was unterscheidet sie von 3D-Plattformern?


Widmen wir uns erst einmal den zwei größten Nintendo Vertretern der beiden Genres. 1985 wurde zusammen mit dem Nintendo Entertainment System, kurz NES, der Grundstein für Nintendos langjährige Karriere als Videospielhersteller gemacht. Zusammen mit der Konsole kam der erste Super-Mario-Titel mit dem Namen “Super Mario Bros.” heraus. Zuvor hatte Nintendo mit Jumpman in dem Donkey-Kong-Arcade-Titel auf sich aufmerksam gemacht, doch mit Super Mario Bros wurde Jumpman zu Mario und hüpfte von nun an von links nach rechts, hüpfte auf zahlreiche Gumbas und befreite zahlreiche Male Prinzessin Peach, damals noch Prinzessin Toadstool, aus den Fängen von Bowser. Knapp zehn Jahre später legte Nintendo einen weiteren Meilenstein. Auch hier wurde wieder mit dem Release ihrer neuen Konsole, dem Nintendo 64, ein Super-Mario-Titel veröffentlicht. Der Klempner mit dem Schnurrbart wurde dieses Mal in die dritte Dimension verschafft und konnte in alle Himmelsrichtungen laufen. Erstmals waren komplexe Leveldesigns und zahlreiche Rätsel möglich. Beide Spiele besitzen ungefähr dasselbe Grundkonzept und doch unterscheidet sich die Spielweise erheblich.

Grundkonzept 2D

Seitdem in den 80ern Jump ‘n’ Runs aus dem Boden geschossen sind, gibt es diese wie Sand am Meer auf jeder Plattform. Ein solides Spiel aus diesem Genre besteht für gewöhnlich aus einem Zeitlimit, einer bestimmten Anzahl an Leben, einem Highscore und einer klenen Anzahl an sammelbaren Objekten pro Level. Zusätzlich dazu gibt es oftmals einige Power-ups mit denen temporär neue Fähigkeiten erlernt werden können. In Super Mario sind dies unter anderem die Pilze, die Mario wachsen lassen oder der Stern, der ihn für kurze Zeit unverwundbar macht. In Rayman, aus dem Hause Ubisoft, gibt es unter anderem Lums zu sammeln und Rayman kann mit Hilfe einiger Power-ups zum Beispiel seine Lebensanzeige verlängern oder Mithilfe des Vortex-Power-ups kleine Tornados abfeuern. Vom Grundprinzip bleiben diese beiden Exemplare aber gleich auf. Den auch Marios Pilz-Power-up ist im Grunde nicht mehr als eine Lebensverlängerung.

Ab in die dritte Dimension

Mit dem technischen Fortschritt wurden auch die Jump ‘n’ Runs komplexer. Nicht nur, dass wir uns nun in alle Himmelrichtungen bewegen konnten, sondern auch Leveldesign, Umfang eines Levels und Sprungeinlagen wurden erweitert. Höhenunterschiede konnten sichtbar gestaltet werden, womit schwierigere Rätsel eingebaut wurden sowie zahlreiche neue Power-ups und Sammelgegenstände wurden eingeführt. In einem dreidimensionalen Jump ‘n’ Run kommt es häufig vor, dass es mehr als zwei verschiedene Sammelgegenstände gibt, da in einer 3D-Welt mehr Platz ist, um Objekte zu verstecken. In Super Mario 64 waren es die Sterne, die roten Münzen und natürlich die regulären Münzen. Ein weiterer Kult-Hit war Banjo-Kazooie, Exklusivtitel aus dem Hause Rare. Dieser hatte nicht nur die Hauptsammelobjekte, die Puzzleteile, sondern außerdem hundert Noten, fünf Jinjos und Totenschädel zu bieten. Darunter konnte man außerdem noch einen Haufen von “Munition” sammeln. So konnten wir mithilfe der Roten Federn zum Beispiel durch die Level fliegen. Eine Fähigkeit die auch in Super Mario 64 und vielen weiteren Genrekollegen vorkommt.

Fazination Jump ‘n’ Run

Egal ob 3D oder 2D, Jump ‘n’ Runs legen für gewöhnlich Priorität auf das Gameplay, verschiedene Schwierigkeitsgrade und der Steuerung. Die Story wird meistens schnell runter erzählt und trägt kaum zur Atmosphäre bei. Dies muss sie aber auch nicht, da in diesem Genre meist das bewältigen der Level und das Sammeln aller Gegenstände im Vordergrund steht. Jump’ n’ Runs sind außerdem Vorreiter der Speedrun-Community. Wie schnell können wir ein Spiel von Anfang bis Ende durchspielen und vielleicht sogar dabei alle Sammelobjekte einsacken? Dieses Genre strotzt nur so vor verschiedenen Leveldesign, Umfang und Schwierigkeit. Oft gibt es sogar Bonuswelten, die einen extrem harten Schwierigkeitsgrad besitzen und den Spieler zur Weißglut treiben sollen. Besonders die limitierte Steuerung und der kurze Levelaufbau, womit knackigere Gebiete erstellt werden dürfen, werden dafür gesorgt haben, dass heutzutage die 2D.Jump’ n’ Runs wieder im Trend sind. Denn gerade dafür stehen die 2D-Ableger, während die dreidimensionalen Spiele oft einen großen Wert auf die Erkundung der Welten legen. Wir freuen uns natürlich weiterhin auf beide Genreableger!