Bastion -  – TEST

Bastion ist ein Abenteuerspiel aus der Indie-Schmiede Supergiant Games, die sich inzwischen auch mit den Spielen Transistor, Pyre und Hades einen Namen gemacht haben. In isometrischer Perspektive kämpfen wir uns durch Gegner und bauen eine Bastion wieder auf, die bei eine ominösen Katastrophe zerstört wurde.


Seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2011 auf der Xbox 360 wurde der Indie-Titel Bastion bereits auf zahlreichen Systemen veröffentlicht. Nun hält das Abenteuerspiel auch auf Nintendo Switch Einzug.


Geschichtenerzähler
Direkt zu Anfang des Spiels fällt auf, dass ein Erzähler mit rauchiger Stimme sämtliche unserer Schritte auf englisch kommentiert. Das ist zum einen ganz witzig, zum anderen auch durchaus hilfreich, wenn wir mal einen Moment nicht wissen, wo wir hin sollen. Der Erzähler namens Rucks, den wir im Spiel nach kurzer Zeit sogar treffen, gibt uns durchaus hilfreiche Hinweise, wenn wir ihm zuhören oder die deutschen Untertitel lesen.


Kid, unsere Spielfigur, wacht auf, und wir verlassen mit ihm den Ort ins Ungewisse. Das ist hier sogar wortwörtlich so, da die Umgebung sich aufbaut, während wir in ihr herumlaufen, und zwar stückweise von unten, passend zur zerbröckelten Welt. Eine uns unbekannte Katastrophe hat die Welt von Bastion heimgesucht, weshalb wir keine durchgängige Oberwelt haben, sondern auf im Nichts schwebenden Untergründen herumlaufen. Nach dem kurzen Tutorial, in dem wir unsere erste Nahkampfwaffe gefunden und den ersten Gegner besiegt haben, kommen wir in die titelgebende Bastion, unsere zukünftige Heimstatt.


Rollenspiel, Actiongemetzel und Aufbau
Von der Bastion aus wählen wir unser nächstes Ziel, um dort nach einem Artefakt zu suchen, mit dem wir die Bastion verbessern können. Hier kommt der Sammelaspekt zum Tragen. Blaue Splitter, die wir in den Leveln zuhauf finden, dienen uns als Währung. Kristallsplitter helfen uns beim Wiederaufbau von Gebäuden der Bastion. Sechs Gebäude können wir errichten und uns von ihnen helfen lassen, zum Beispiel für passive Fähigkeiten oder Waffenwechsel.

Es gibt eine ordentliche Auswahl an Fern- und Nahkampfwaffen und Sonderfertigkeiten, von denen wir je eine auf eine der drei Aktionstasten legen können – allerdings vorwiegend in der Bastion, und nur selten in den Leveln selbst. Neue Waffen werden automatisch ausgerüstet, so dass wir uns direkt umgewöhnen können und müssen, wenn wir eine aufsammeln. Da sich aber jedes Gebiet mit sämtlichen Waffen bestreiten lässt, ist es unserer Vorliebe überlassen, mit welchem Gerät wir losziehen und ob wir zwischen den Leveln wechseln.

An den Waffen können wir Verbesserungen vornehmen, wenn wir die entsprechenden Spezialgegenstände in den Leveln gefunden haben und die Aufwertung mit Splittern bezahlen können. Bei jedem Ausbau können wir zwischen zwei Varianten wählen, etwa mehr Schaden zu machen oder die Reichweite zu erhöhen. Hier können wir unserem eigenen Stil freien Lauf lassen. Es gibt zudem Erfahrungspunkte, die Kid in seinem Level aufsteigen lassen, was ihn stärker macht. Wenn wir uns nicht stark genug vorkommen, können wir in mehreren Übungsleveln Geld und Erfahrungspunkte dazuverdienen. Nötig ist das Grinden aber nicht, denn das Spiel ist nicht allzu schwer.

Wen nun die Sammelwut gepackt hat, der findet in den Leveln viele versteckte Spezialgegenstände für Verbesserungen oder mehr Währung. Manche dieser Gegenstände erlauben uns eine Erhöhung des Schwierigkeitsgrades, etwa wenn wir in einem speziellen Gebäude bestimmte Artefakte einschalten, die das Spiel für unsere Gegner vereinfacht und für uns somit erschwert. Es gibt nach dem erstmaligen Durchspielen auch eine New-Game-Plus-Option, um das Spiel erneut mit leicht veränderten Elementen durchspielen zu können. Schön, das fehlt uns bei manchen anderen Titeln.


Gelungene Atmosphäre
Von der eigenartigen Brocken-Welt berichteten wir schon. Diese ist durchaus vielfältig in ihrer Umgebungsvarianz, so finden wir Steppe, Steinwüste oder Graslandschaften, alle harmonisch passend. Musikalisch wird das Spiel von genialer Musik aus der Feder von Darren Korb begleitet, unter anderem mit zwei gesungenen Stücken, die allein schon das Spielen von Bastion wert sind. Performant ist das Spiel in jedem Fall, egal ob am TV oder im Handheld-Modus, auch die Grafik funktioniert in jeder Größe sehr gut. Durch den Erzähler gibt das ein sehr rundes Gesamtbild und überzeugt uns auf allen Ebenen.

Geschrieben von Arne Ruddat

Fazit:

Bastion ist ein recht kurzes, aber angenehmes Abenteuer. Die gelungene Geschichte ist nach ungefähr vier Stunden durchgespielt, bietet aber mit dem New-Game-Plus-Modus einen schönen Bonus. Insgesamt ist Bastion spielerisch eher grob, nicht so akkurat zu steuern wie Hyper Light Drifter und nicht so fein justierbar wie die Charaktere von Diablo III: Eternal Collection. Das allerdings schadet dem Spielspaß nicht, denn Bastion ist eine rundum gelungene, sehr schöne und kurzweilige Erfahrung.