Jurassic World Evolution: Complete Edition – TEST

Seit den Jurassic-Park- und -World-Filmen üben Freizeitparks mit Dinosauriern einen ganz eigenen Reiz aus. Frontier Foundry lässt uns nach Themenparks in RollerCoaster Tycoon 3: Complete Edition einen eigenen Dinopark in Jurassic World Evolution: Complete Edition errichten.


Wie in Aufbaustrategiespielen üblich, gilt es auch in Jurassic World Evolution: Complete Edition, Gebäude zu bauen, Touristen anzulocken, für Attraktionen zu sorgen sowie Finanzen und den Park zu verwalten. Die Besonderheit ist dabei die Jurassic-Park- beziehungsweise Jurassic-World-Lizenz. Statt Achterbahnen, Karussells und Geisterbahnen, errichten wir Gehege, Aussichtsplattformen, lassen Fossilien suchen und züchten Dinosaurier. Dabei müssen wir natürlich nicht nur darauf achten, Besucher zufriedenzustellen, sondern auch für Sicherheit zu sorgen und eine hohe Vielfalt an unterschiedlichen Urzeitwesen in unserem Park zu beherbergen.

Umfangreiche Dinoparks

Bauen dürfen wir unseren Park auf verschiedenen Inseln, die uns vor unterschiedliche Herausforderungen und Möglichkeiten stellen. Bevor wir uns jedoch im Sandkastenmodus einem komplett freien Parkbau widmen können, müssen wir die unterschiedlichen Karten durch das Abschließen von Kampagnen-Missionen freischalten. Dabei bietet Jurassic World Evolution: Complete Edition bereits hier einiges an Umfang, auch weil sämtliche Download-Inhalte enthalten sind. Neben der Hauptkampagne stellen wir uns in „Claires Zuflucht“ sowie „Zurück zum Jurassic Park“ besonderen Herausforderungen, die in direkter Verbindung zu den Filmen stehen. In allen drei Kampagnen stehen uns unterschiedlicher Berater, darunter bekannte Charaktere wie Claire Dearing, Ian Malcom oder Alan Grant zur Seite. Zusätzlich dürfen wir uns auf den unterschiedlichen Inseln speziellen Herausforderungen stellen.

Kern von Jurassic World Evolution: Complete Edition ist natürlich das Errichten der Parks. Dafür schalten wir mit der Zeit immer mehr Gebäude frei. Wir errichten Kraftwerke, um für Strom zu sorgen. Das Expeditionszentrum ermöglicht uns Teams loszuschicken, die auf der ganzen Welt nach neuen Fossilien für uns suchen. Diese wiederum analysieren wir im Fossilienzentrum, um DNA zu extrahieren und so die Genome eines Dinosauriers zu erhalten. Zum Züchten der Urzeitwesen benötigen wir schließlich ein Hammond-Entwicklungslabor. Je nachdem wie weit wir einen Dinosaurier erforscht haben, desto erfolgreicher verläuft die Zucht. Zudem können wir die Genome modifizieren und dadurch Aussehen oder Eigenschaften wie Angriff, Lebenserwartung oder Belastbarkeit verändern. Genomveränderungen erforschen wir genauso wie Gebäude-Upgrades und weitere Verbesserungen im Forschungslabor. Stürme, Krankheiten und andere Problemen erschweren uns die Parkverwaltung und stellen uns vor unterschiedliche Herausforderungen.

Touristen und Mitarbeiter

Um auch Besucher beherbergen und unterhalten zu können, müssen wir für Gehege mit Dinosauriern und Beobachtungsplattformen sorgen. Außerdem benötigen wir Hotels und Freizeitaktivitäten wie Restaurants oder Geschäfte, in denen beispielsweise Souvenirs oder Kleidung eingekauft werden kann. Sicherheit ist natürlich ebenfalls wichtig, schließlich wollen wir nicht, dass Touristen Schaden nehmen. Deshalb gilt es die richtigen Zäune zu nutzen, um Fleischfresser etwa hinter elektrischen Barrieren einzusperren. Rangerteams und das für die Sicherheit verantwortliche ACU-Zentrum sorgen dafür, dass wir entkommene Dinosaurier wieder einfangen können. Außerdem füllen sie Futterstationen wieder auf, behandeln kranke Tiere oder transportieren die riesigen, lebenden Attraktionen mittels Hubschrauber.

Regelmäßig melden sich auch die Vertreter der Abteilungen Wissenschaft, Unterhaltung und Sicherheit mit Aufträgen bei uns. Erfüllen wir diese, winkt neben einer Geldbelohnung ein besserer Ruf bei der entsprechenden Abteilung, während unser Ruf bei den anderen sinkt. Weshalb Wissenschaft, Unterhaltung und Sicherheit so sehr miteinander konkurrieren, erschließt sich uns nicht. Allerdings sorgt das dafür, dass wir uns entscheiden, in welche Richtung wir eher tendieren, da ein besonders guter Ruf neue Gebäude, Forschungen und Upgrades freischaltet sowie tägliche Bonuseinnahmen gewährt. Auffällig ist aber, dass wir den Park zwar verwalten, das Mikromanagment aber überschaubar bleibt. Wir haben kaum Einfluss auf die tiefergehende Verwaltung. Stattdessen konzentrieren wir uns eher darauf, einen funktionierenden Dinosaurierpark zu erschaffen. Negativ ist das zwar nicht, besonders weil auch so bereits für viel Spielspaß gesorgt ist, aber ein wenig mehr Möglichkeiten – etwa durch die Anpassung von Eintrittspreisen – würden nicht schaden.

Ordentliche Portierung

Jurassic World Evolution: Complete Edition ist recht sauber auf die Nintendo Switch portiert worden. Das bereits 2018 für PC, PlayStation 4 und Xbox One veröffentlichte Aufbaustrategiespiel lässt sich gut steuern, weist aber ein paar technische Macken auf. So wirkt die Optik vor allem im Handheld-Modus etwas verwaschen und auch erst später auftauchende Vegetation, besonders in nahen Zoomstufen, ist keine Seltenheit. Störend oder gar den Spielspaß beeinflussend ist das aber nicht, da keine merklichen Ruckler oder gar Bugs vorhanden sind und die Dinos in Nahansicht richtig schick aussehen. Überzeugen kann zudem der eher ruhige, hintergründige Soundtrack, der auf einige aus den Filmen bekannte Stücke setzt und somit bereits im Hauptmenü für reichlich Atmosphäre sorgt. Durchwachsener ist da die deutsche Synchronisation. Können einige Sprecher komplett überzeugen, sind andere lediglich Mittelmaß. Dennoch drückt das den allgemeinen Spielspaß zu keiner Zeit, so dass Jurassic World Evolution: Complete Edition ein unterhaltsames Aufbaustrategiespiel ist, das sie Genre-Fans genauer ansehen sollten.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

Schon seit der Erstveröffentlichung war ich neugierig auf Jurassic World Evolution, habe aber nie die Gelegenheit gehabt, das Aufbaustrategiespiel mit Filmlizenz auszuprobieren. Dank der Switch-Portierung hat sich das geändert und ich habe viel Spaß dabei, einen eigenen, funktionierenden Dinosaurierpark zu errichten. Lediglich die Tatsache, dass ich erst die wirklich gelungenen Kampagnen spielen muss, bevor ich mich im Sandkastenmodus austoben darf, hat mich anfangs ein wenig gestört. Da die Kampagnen jedoch wirklich motivierend sind und mir zudem langsam die umfangreichen Möglichkeiten beibringen, fällt das schon nach kurzer Zeit kaum noch auf. Wer etwas mit dem Genre anfangen kann und nicht so viel Wert auf Mikromanagement legt, sollte Jurassic World Evolution: Complete Edition ausprobieren.