Riddled Corpses EX -  – TEST

Spätestens seit dem Erfolg der Fernsehserie The Walking Dead sind Zombies nicht mehr aus der Populärkultur wegzudenken. Riddled Corpses EX von Entwicklerstudio Cowcat verpulvert das Szenario mitsamt der Untoten im Rahmen eines durchaus spaßigen Twin-Stick-Shooters.

 

 


Eine tiefgründige Handlung darf von Riddled Corpses EX nicht erwartet werden. Mittlerweile ist der jüngste Tag eingetreten und die Verstorbenen kriechen aus ihren Gräbern. Nachdem sie die Radieschen lange genug von unten gesehen haben, sind sie selbstverständlich sehr hungrig und machen Jagd auf die letzten lebenden Menschen. Wir befinden uns mitten in der Apokalypse und müssen ums Überleben kämpfen. Während zunächst nur stupide Zombies auf uns zu marschieren, kommen nach und nach neue Gegnertypen hinzu. Dazu zählen zum Beispiel gefräßige Hunde, die uns im wahrsten Sinne des Wortes hinterherdackeln, oder auch ehemalige Football-Spieler, die auf uns zustürmen.

Auch schießwütige Zombies sind mit von der Partie und nehmen uns permanent aufs Korn. Hinzu kommen noch weitere übernatürliche Wesen wie Gargoyles, die beim Weltuntergang selbstverständlich nicht fehlen dürfen. Das ist abstrus, passt aber zur Intention der Entwickler, das Spiel möglichst an Arcade-Titel aus den 1980er- und 1990er-Jahren anzugleichen. Bei derlei Spielen fragt keiner danach, wie sich die Story zusammensetzt, im Kern zählt das Gameplay und die Highscore-Jagd hat gefälligst zu motivieren. Riddled Corpses EX punktet in beiden Disziplinen und verbindet das Spektakel zudem mit zwei Handvoll freischaltbarer Inhalte, die angenehm den Langzeitspaß erhöhen.

Eingängiges Spielprinzip

Im Story-Modus arbeiten wir uns peu á peu durch die fünf automatisch scrollenden Levels des Spiels, in denen wir aus der leicht versetzten Vogelperspektive wie wild um uns schießen und Zombies ausweichen. Abgeschossene Feinde hinterlassen Gold, das wir einsammeln sollten, um es dann im Hauptmenü gegen Level-ups oder gar gegen neue Charaktere einzutauschen. Im Normalfall haben wir drei Versuche, die mit meist selten aufpoppenden Verbandskästen aufgefüllt werden können. Sind alle Versuche aufgebraucht, ist der Kampf gegen die Zombies erst einmal vorbei; eingesammeltes Gold dürfen wir glücklicherweise behalten.

Neben den Arzneikoffern gibt es gelegentlich auch Taschenuhren und Dynamitstangen aufzunehmen, mit denen auf Knopfdruck die Bewegungsabläufe der Feinde weitgehend eingefroren oder alle Einheiten auf dem Bildschirm in die Luft gejagt werden können. Wer Gold zu viel hat, darf vor Level-Start die Reserven temporär erhöhen. Am Level-Ende wartet dann auch noch ein Bossgegner auf uns, der selbstverständlich deutlich mehr aushält als seine untoten Vasallen. Hier sind dann umso bessere Reflexe gefragt, wenn es darum geht, den Projektilen des Feindes auszuweichen. In Riddled Corpses EX gibt es aber noch zwei weitere Spielmodi, die sich im Grunde nicht allzu sehr vom eingängigen Gameplay des Story-Modus unterscheiden.

Pixel-Chaos mit Arcade-Charme

Zum einen wäre hier der Arcade-Modus zu nennen, in dem alle Levels hintereinander abgeklappert werden. Level-ups müssen anders als im restlichen Spiel eingesammelt und nicht gegen Gold erkauft werden. Wer hier stirbt, muss den Modus ganz von vorne beginnen. Zum anderen gibt es noch den Survival-Modus, in dem wir eine Zombie-Welle nach der anderen überleben müssen. Je nachdem welche Stufe unsere ausgewählte Spielfigur hat, desto stärkere Feinde erwarten uns hier. So macht es Spaß, auch nach aberdutzenden Toden wieder aufzustehen, Gold in ein Level-up zu investieren und erneut mit verbesserten Möglichkeiten in den Kampf gegen die Unmengen an Untoten zu ziehen.

Wer einen Freund für das Spiel begeistern kann, darf Riddled Corpses EX offline auch zu zweit spielen. Das sorgt auf der einen Seite natürlich für mehr Chaos auf dem Bildschirm, auf der anderen Seite können gerade gegenseitige Absprachen bei der Ballerei hilfreich sein. Optisch und akustisch orientiert sich das Spiel an 8- und 16-Bit-Arcade-Titeln, was insbesondere an der optionalen Wahl eines Röhrenfernseher-Grafikfilters in den Einstellungsmöglichkeiten deutlich wird. Fans von Pixel-Optik, die nichts gegen arcadelastiges Action-Gameplay haben, werden an Riddled Corpses während kurzer bis mittellanger Bus- und Bahnfahrten ihre wahre Freude haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Fazit:

Riddled Corpses EX nutzt nicht alle Möglichkeiten des Storytellings, um das auch so schon ausbaufähige Szenario zu bereichern. Das will das Spiel aus dem Hause Cowcat auch gar nicht erreichen, der Fokus liegt voll und ganz auf dem Gameplay. Dieses orientiert sich vor allem an Arcade-Titeln und so spielt sich der Twin-Stick-Shooter auch. Es macht wirklich sehr viel Spaß, die angreifenden Zombies mit Blei vollzuspritzen und selbst wenn meine Spielfigur dabei einmal das Zeitliche segnet, gebe ich einfach Gold zum Verbessern der Angriffskraft aus und probiere es erneut. Auch wenn das Gameplay sicherlich repetitiv sein mag, macht der Titel vor allem aufgrund seiner 8- und 16-Bit-Optik immer wieder Laune, sich mit ihm bei kürzeren oder mittellangen Bahnfahrten kurzweilig die Zeit zu vertreiben. Fans von Twin-Stick-Shooter entdecken hier einen der besseren Genre-Vertreter, den sie nicht auslassen sollten!