Senran Kagura Reflexions -  – TEST

Fans des Senran-Kagura-Franchises freuen sich grundsätzlich immer über ein neues Videospiel der knapp bekleideten Damen. Um Senran Kagura Reflexions für die Switch sollten aber selbst hartgesottene Anhänger des Franchises einen Bogen machen.


In Senran Kagura Reflexions schlüpfen wir in die Rolle eines Senpais der siebzehnjährigen Asuka, also eines Schülers, der länger an der Hanzō-Akademie ist als sie. Eines Tages werden wir nach dem Unterricht von ihr in ein leeres Klassenzimmer beordert: Seit kurzer Zeit fühlt sich die Shinobi in Ausbildung etwas merkwürdig und versucht herauszufinden, was mit ihr nicht stimmt. Dazu sollen wir doch bitte ihre Hand festhalten – gesagt, getan. Plötzlich befinden wir uns zusammen mit Asuka in ihrem Tagtraum, wo sie leicht bekleidet an verschiedenen Stellen ihres Körpers befummelt werden möchte.

Grundsätzlich ist es völlig egal, ob wir sie aus der durchweg verwendeten Ego-Perspektive an Händen und Beinen, am Po oder an ihren Brüsten betatschen; mit der Zeit wird Asuka schwach und vertieft ihren Traum, in dem wir sie schließlich unter anderem an den Beinen massieren sollen. Ist dies innerhalb eines großzügigen Zeitlimits geschafft, füllt sich eine Phiole mit einer Flüssigkeit und sobald die maximale Kapazität erreicht ist, ist zum einen das Kapitel beendet und zum anderen erhalten wir ein Teil eines freizuschaltenden Bildes. Wer das Spiel deswegen durchspielen möchte, muss ganz schön verrückt sein, denn jedes Kapitel verläuft in den gleichen repetitiven Strukturen mit sehr, sehr ähnlichen Aufgaben. Selbst die Dessous wechselt Asuka in ihren Tagträumen kaum, sodass es die Dame darauf anlegt, das sexuelle Interesse an ihr zu verlieren.

Enttäuschung für Fans

Hinzu kommt, dass die Story das Langweiligste sein dürfte, was es aktuell weit und breit zu finden oder zu erleben gibt. Die schüchterne Asuka versucht mit der Zeit uns ihre Liebe zu gestehen, mehr passiert im Spiel nicht. Wäre das belanglose Gameplay wenigstens in eine packende Geschichte eingewoben, hätten wir darüber mit einem Achselzucken hinweggesehen. Es ist einfach nur mühselig, die Phiole jedes Mal aufs Neue zu füllen. Da hilft es auch nicht, dass wir die teils spärlich bekleidete Asuka in ihren Träumen mit einer Wasserpistole bespritzen dürfen. Immerhin können wir jede Menge Kleidungsstücke freischalten und Asuka in einem speziell dafür vorgesehenen Modus von allen Seiten zumindest gedanklich vernaschen: Brillen, Häschenohren oder Teufelsschwänzchen – hier wird kein pubertärer Wunsch ausgelassen.

Auf der technischen Ebene kann der Titel zumindest teilweise überzeugen: Asuka ist bezüglich ihres Busen mit einer möglichst unrealistischen Physik gesegnet und wird zugleich mit repetitiven Animationen von den Entwicklern gepeinigt. Die lieblichen Musikstücke passen zur seichten Atmosphäre und da Asukas Monologe komplett auf Japanisch synchronisiert sind, bleibt es kaum eine Sekunde zu still. Ärgerlich ist eigentlich nur die Bedienung, da trotz aufgezwungener Joy-Con-Steuerung im stationären Modus die Analog-Sticks für die beiden gleichzeitig zu bedienenden Cursor verwendet werden müssen, ist das besonders beim rechten Joy-Con für Menschen mit großen Griffeln leider eine äußerst fummelige Angelegenheit.

Geschrieben von Eric Ebelt

Fazit:

Wer das Franchise kennt, wird sehr wohl wissen, dass die Werke keine allzu tiefgründige Geschichte erzählen. Beim „Spielen“ von Senran Kagura Reflexions fällt jedoch auf, dass das Franchise in anderen Spielen, Manga oder Anime eigentlich den Oscar für das beste Drehbuch verdient hätte. Senran Kagura Reflexions ist ein erotisches Spiel, das selbst Fans der knapp bekleideten Darstellerinnen einfach nicht richtig befriedigen kann. Repetitive Aufgaben, in allen Kapiteln nahezu identische Strukturen und eine äußerst nervenaufreibende Steuerung sorgen durchweg schließlich dafür, dass nach spätestens fünfzehn Minuten jeder genug vom Spiel gesehen hat. Selbst das von Director Ken’ichirō Takaki groß angekündigte HD-Rumble-Feature, das jede Berührung mit Asuka zu einem Erlebnis machen soll, ist eine kleine Enttäuschung. Wer sich für den Download des Titels entscheidet, entscheidet sich gleichzeitig auch dafür, ganze acht (!) Gigabytes (!) an nutzlosen (!) Daten auf seinem Speicherplatz in Kauf zu nehmen, der mit wesentlich besseren, abwechslungsreicheren und schlicht intelligenteren Titeln gefüllt werden könnte.