The Excavation of Hob’s Barrow – TEST

Die Zeit der klassischen Adventures ist längst vorbei, trotzdem erscheinen hier und da traditionelle Vertreter dieses Genres. The Excavation of Hob’s Barrow ist eines dieser Spiele, bietet aber auch moderne Elemente.


Als Altertumsforscherin des 19. Jahrhunderts hat es Thomasina Bateman nicht leicht. Nicht nur verschlägt es sie während ihrer Recherche zu ihrem neuen Buch in das abgelegene, sumpfige Dorf Bewlay in Nordengland, bei den ansässigen, eigenbrötlerischen Dorfbewohnern stößt sie mit ihrem ungewöhnlichen Beruf und ihrer wissbegierigen Art außerdem schnell auf Skepsis. In Bewlay will sie einen besonderen Grabhügel untersuchen, den Mittelpunkt ihres neuen Buchs. Leider lässt sie schon am ersten Tag ihre Kontaktperson in Stich und viele mysteriöse Vorkommnisse machen ihrer Planung einen Strich durch die Rechnung.

Überschaubares Bewlay

Die größte Stärke von The Excavation of Hob’s Barrow ist auch eine der großen Stärken vieler anderen Genrevertreter: Durch eine großartige, dialektreiche Vertonung und wunderbar geschriebene Texte bekommen wir schon nach wenigen Zeilen ein ausgezeichnetes Gefühl für die Figuren in Bewlay. In Kombination mit der starken Soundkulisse und der malerischen Pixeloptik, die die tristen, aber naturgetreuen Moor- und Dorflandschaften einfangen, konnte uns The Excavation of Hob’s Barrow schnell in seinen Bann ziehen.

The Excarvation of Hob's Barrow Horror

Ebenso wie das Dorf ist das Spiel nicht wirklich groß. In klassischer Adventure-Manier ziehen wir mit einem Cursor Thomasina von Bildschirmrand zu Bildschirmrand und durchwandern so die wenigen Umgebungen. Dabei suchen wir die Gebiete nach interessanten Orten und Objekten ab, die Thomasina entweder kommentiert oder direkt einsteckt. Die Gegenstände brauchen wir für kleinere Rätsel, um so in neue Gebiete vorzustoßen oder bestimmte Dorfbewohner zu überzeugen, uns zu helfen. Tollerweise sind die meisten Rätsel keine frustrierenden Kopfnüsse, sondern die Lösung stets nachvollziehbar. Das liegt auch an den begrenzten Möglichkeiten und wenigen sammelbaren Items, mit denen wir mit der Spielwelt interagieren können. Diese Elemente harmonieren ideal mit dem Fokus auf die Erzählung, sodass dem kontinuierlichen Fortschritt in der gutstrukturierten Story mit einer Spielzeit im mittleren einstelligen Stundenbereich kaum etwas im Wege steht.

Mehr als nur stimmungsvoll

The Excarvation of Hob's Barrow Story

Recht schnell wird uns klar, dass The Excavation of Hob’s Barrow nicht nur sehr stimmungsvoll ist, sondern dem Horrorgenre insgesamt sehr nahesteht. Viele Figuren verhalten sich seltsam, gegenüber Thomasina stets abweisend und kaum zu übersehen sind die kurzen aber einprägsamen Zwischensequenzen, in denen meist neue Figuren grotesk und grobpixelig in Szene gesetzt werden. Mit jedem neuen Hinweis und Schritt näher an den gesuchten Grabhügel verdichtet sich die Stimmung bis sie stichfest ist, das schaffen nicht viele Spiele.

Geschrieben von Jonas Maier

Fazit:

 

The Excavation of Hob’s Barrow bietet vermutlich genau das, was viele früher in den alten PC-Abenteuer-Spielen gesehen haben. Ich selbst habe diese Spiele nie selbst gespielt, wurde aber trotzdem schnell mit The Excavation of Hob’s Barrow warm. Das lag an der spannenden Grundprämisse, den tollen Charakteren und meinem ständigen Drang zu wissen, was als nächstes passiert. Den habe ich so nicht in vielen Spielen oder Geschichten. Die hinreißende englische Vertonung könnte so direkt aus dem englischen Hinterland des 19. Jahrhunderts stammen und macht das Spiel besonders einprägsam.