The Sushi Spinnery -  – TEST

Wer bereits einmal Sushi gekostet hat, wird dieser faszinierenden Köstlichkeit aus Japan wohl kaum mehr widerstehen können. In Kairosofts The Sushi Spinnery müssen wir die bekannte Speise mit ausgetüftelten Methoden in unserem eigenen Restaurant an die Leute bringen.

 


Als Geschäftsführer übernehmen wir in The Sushi Spinnery zu Beginn des Spiels die Leitung eines japanischen Restaurants, das sich auf Sushi spezialisiert hat. Sobald wir dem Lokal einen Namen verpasst haben, müssen wir mit dem bereitstehenden Budget das Laufband für die von unserem Koch zubereiteten Speisen verlängern und so die ersten Kunden anlocken. Anfangs scheinen die Kunden noch fernzubleiben, doch sobald unser Restaurant an Popularität gewinnt, rennen uns Japaner unterschiedlicher Gesellschaftsschichten die Bude ein. Unsere Hauptaufgabe in The Sushi Spinnery ist nicht nur das Geschäft am Laufen zu halten, sondern auch im Ranking der besten Sushi-Restaurants möglichst weit aufzusteigen.

Dazu bleiben uns insgesamt sechzehn In-Game-Jahre Zeit, die wir gut nutzen sollten. Wie in der Realität ist ein Jahr auf zwölf Monate aufgeteilt, wobei wir jedoch nur einen Tag von morgens bis abends stellvertretend für den ganzen Monat erleben. Ist der Tag erst einmal angebrochen, trudeln nach und nach die Gäste ein, die automatisch Platz am Tresen nehmen und auf ihre Bestellung warten. Hauptsächlich dreht sich in The Sushi Spinnery alles um die titelgebende Leckerei. Es ist dabei zwar nicht erforderlich, alle Details über die Speisen zu kennen, doch gibt es viele Bezeichnungen für die Gerichte, die nur in Japan und nicht etwa in Deutschland gültig sind.

Kundenbeeinflussung zur Gewinnmaximierung

Wer also genau verfolgen will, was er seinen Kunden vor die Nase setzt, kommt um eine Exkursion in die Weiten des Internets oder ins Land der aufgehenden Sonne nicht umher, denn Erläuterungen sind in The Sushi Spinnery Mangelware. Erklärungen zum Gameplay gibt es im Verhältnis zu anderen Titeln aus dem Hause Kairosoft deutlich weniger, weshalb wir fast von Anfang an ins kalte Wasser geworfen werden. Die meisten Befehle sind zwar selbsterklärend, aber welche Vorteile bestimmte Inneneinrichtungen haben, bleibt uns nahezu durchweg verwehrt. Wichtig ist dennoch zu wissen, dass Dekorationen in der Nähe der Sitzplätze große Auswirkungen auf die Kunden haben.

Fühlen sich diese durch Bambusschirme und Co angezogen, haben sie gleich doppelt so viel Freude am Essen oder verzehren mehr Speisen, was sich am Ende des Tages respektive Monats positiv auf die Bilanz auswirkt. Unsere Finanzen sollten wir – wie könnte es in einer Wirtschaftssimulation auch anders sein – stetig im Auge behalten, denn am Ende des Monats wollen natürlich auch das Personal bezahlt und die Mietkosten gedeckt sein. Immerhin ist das Spiel in regelmäßigen Abständen großzügig und spendiert uns für spezielle Errungenschaften Boni, die wir prompt in neues Interieur, ausgebildetes Personal oder gar in Sushi-Kreationen jenseits unserer Vorstellungskraft stecken können.

Leerlauf im repetitiven Spielfluss

Bis zu einem gewissen Grad greifen die Gameplay-Mechaniken ähnlich wie in Cafeteria Nipponica gut ineinander. Es macht Spaß, das Laufband großzügig und doch ökonomisch auszurichten, mit Werbeaktionen neue Kunden zu gewinnen oder unseren Koch bei einem Wettbewerb antreten zu lassen. Der Willen zur Gewinnmaximierung übersteigt jedoch auch hier recht schnell unsere laufenden und teilweise viel zu hohen Ausgaben, sodass relativ früh im Spiel der Leerlauf einsetzt. Dann müssen wir geduldig warten, bis wir wieder genügend Geld in der Tasche haben. Schnell ertappen wir uns dabei, wie wir stattdessen lieber auf unser Smartphone schauen oder uns nebenher um andere Dinge kümmern.

Hier ist die Mobile-Herkunft des 2013 erstmals veröffentlichten Spiels deutlich zu erkennen. Auf der Switch hätten wir allerdings gerne eine an den richtigen Stellen verbesserte Variante von The Sushi Spinnery erleben wollen. Hinzu kommen hier und da ein paar Ungereimtheiten, denn warum wir auf dem Markt Einrichtungsgegenstände erwerben und sie dann beim Platzieren im Lokal noch einmal bezahlen sollen, sprengt unsere Vorstellungskraft. Da hilft auch kaum mehr der charmante Retro-Grafikstil mit dem bekannten Wuselfaktor. Der ermüdende Soundtrack und der repetitive Spielfluss brechen dem Titel zwar nicht gänzlich das Genick, beide Elemente sorgen jedoch dafür, dass sich Interessenten nach spaßigeren Alternativen umsehen sollten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Fazit:

Bei Wirtschaftssimulationen wie The Sushi Spinnery vom japanischen Publisher Kairosoft fällt zunächst der charmante Retro-Grafikstil auf. Dieser zaubert mir einfach jedes Mal aufs Neue ein Lächeln ins Gesicht, wenn dutzende kleine Figürchen meinen Laden stürmen, sich für ein Gericht ihrer Wahl entscheiden und nach dem Verzehr brav ihre Zeche zahlen. Vermutlich könnte ich mich stundenlang mit der Optimierung meines Geschäfts und der Wahl der passenden Inneneinrichtung beschäftigen. Leider macht mir da der Spielfluss einen Strich durch die Rechnung, denn meine Ausgaben liegen meist soweit über meinen Einnahmen, dass ich ständig warten muss, bis das Restaurant wieder genug Geld abgeworfen hat. Wer damit kein Problem hat und am liebsten sowieso die ganze Zeit nebenher an seinem Smartphone hängen möchte, kann gerne mal einen Blick riskieren. Alle anderen planen lieber den nächsten Ausflug in ein japanisches Restaurant ihrer Wahl.