Fire Emblem: Heroes

Bereits im vergangenen Jahr kündigte Nintendo an, dass einige bekannte Marken Mobile-Ableger erhalten sollen. Darunter auch Fire Emblem von Intelligent Systems. In einer speziell der Strategie-Rollenspiel-Reihe gewidmeten Nintendo Direct am 18. Januar wurde mit Fire Emblem: Heroes dieser nun ausführlich vorgestellt. Anfang Februar soll das Mobile-Fire-Emblem bereits für Android und iOS erscheinen.


Am 2. Februar geht Nintendos Mobile-Offensive mit Fire Emblem: Heroes auf Android und iOS in die nächste Runde. Erzählt wird eine gänzlich neue Geschichte. Diese handelt vom Krieg zwischen dem Emlanischen Imperium und dem Königreich Askr. In diesem Konflikt steht das Königreich Askr kurz vor der Vernichtung und während versucht wird, durch die Beschwörung vergangener Helden eine schlagkräftige Armee aufzustellen, nutzt der Feind ebenfalls diese Möglichkeit und manipuliert die einstigen Streiter, um sie für die eigenen Zwecke einzusetzen.

Altbekannte Spielmechanik

Das Gameplay basiert auf den Hauptteilen der Reihe. Wie gewohnt treten wir auf Schlachtfeldern rundenbasiert gegen unsere Feinde an. Die Karten sind dabei lediglich 8 x 6 Felder groß, was der geringen Größe der Bildschirme einiger Smartphones geschuldet ist. Trotzdem verspricht Nintendo gewohnt intensive Schlachten. Scheinbar treten maximal vier Kämpfer pro Seite auf dem Schlachtfeld gegeneinander an. Zentrales Element ist das bekannte Waffendreieck, das durch Farbentsprechungen für die Heldentypen eine bessere Übersicht bietet. Ansonsten bleibt alles unverändert. So ist beispielsweise das Schwert stärker als eine Axt oder Wind schlägt Donner. Auf Permadeath müssen erfahrene Strategen verzichten.

Wie gewohnt erhalten unsere Helden, die aus allen Fire-Emblem-Spielen stammen, durch Kämpfe Erfahrungspunkte und steigen in Leveln auf. Bei Levelaufstiegen verdiente Fähigkeitenpunkte investieren wir in neue Fähigkeiten. Neu ist, dass die Kämpfer durch die als Astrale bezeichneten Sterne in Stärkestufen eingeordnet werden. Mehr Sterne bedeuten bessere Waffen, Werte und Fähigkeiten. Wie viele Sterne ein Held hat, ist zufällig und es ist möglich, dass ein und derselbe Held in unterschiedlichen Stärkestufen auftaucht. Durch Kämpfe und spezielle Materialien lässt sich die Anzahl der Sterne erhöhen. Abseits der Geschichte sorgen der Übungsturm, die Spezialkarten und die Arenakämpfe für Abwechslung.

Als neue Kämpfer sind durch die offizielle Homepage des Spiels sowie die veröffentlichten Trailer Alfonse, Prinz von Askr sowie seine Schwester Sharena und die junge Prinzessin des Emblanischen Königreichs Veronica bekannt. Zu ihnen gesellen sich die bekannten Helden vergangener Zeiten wie etwa Marth, Lucina, Takumi oder Lyn. Durch die hohe Zahl der bisherigen Figuren innerhalb der Fire-Emblem-Reihe stehen Nintendo zahlreiche potenzielle Kämpfer zur Verfügung, die wir in Fire Emblem: Heroes rekrutieren können. Allerdings versteckt sich hier einer der größten Knackpunkte des Mobile-Ablegers. Grundsätzlich ist Fire Emblem: Heroes ein Free2Play-Spiel, das allerdings durch In-Game-Käufe ergänzt wird.

Dringend benötigt: Sphären

Ein weitaus wichtigerer Aspekt von Fire Emblem: Heroes sind die Sphären. Diese können durch spielen der Geschichte verdient oder im In-Game-Shop gegen Echtgeld gekauft werden. Benötigt werden die Sphären zur Beschwörung neuer Helden. Allerdings haben wir keine freie Wahl, welchen Kämpfer wir in unsere Armee rufen, sondern sind dem Zufall überlassen. Lediglich die Beschwörungssteine, deren Farben zufällig festgelegt sind, geben eine grobe Orientierung und ermöglichen es uns etwas Einfluss auf den Typ des neuen Kämpfers zu nehmen. Allerdings dienen Sphären auch dazu, unsere Energie, die zum Spielen der Geschichte benötigt wird, wieder aufzufüllen. Hier entsteht ein fragwürdiges System, da wir aktuell bezweifeln, dass genügend Sphären erspielten werden können, um ein uneingeschränktes Spielerlebnis zu gewährleisten.

Geschrieben von Alexander Geisler

Prognose:

Als die Fire Emblem Direct angekündigt wurde, war klar, dass neben Fire Emblem Warriors auch der bereits 2016 erstmals erwähnte Mobile-Ableger der Reihe vorgestellt wird. Mit einer so ausführlichen Präsentation und dem sehr zeitnahen Erscheinungsdatum, habe ich jedoch nicht gerechnet. Um so gespannter war ich auf das Gezeigte. Fire Emblem: Heroes sieht durchaus interessant aus und macht die richtigen Kompromisse, um auf Smart-Geräten zu funktionieren. Allerdings steht zu befürchten, dass die übliche Free2Play- und In-Game-Käufe-Problematik zu einem teuren Spielvergnügen führen könnte. Besonders der Fakt, dass Sphären zur Auffrischung der Energie, die zum Spielen benötigt wird, hinterlässt einen schlechten Eindruck. Trotzdem habe ich noch ein wenig Hoffnung, dass es Nintendo gelingt ein faires Modell umzusetzen und dass Fire Emblem: Heroes ein gut spielbarer Free2Play-Titel wird.