R-Type Dimensions III – TEST

Am 19. Mai 2026 erschien mit R-Type Dimensions III die Neuauflage des Shoot-’em-ups R-Type III: The Third Lightning aus dem Jahr 1993. Entwickler Kritzelkratz 3000 und Publisher ININ Games spendierten dem Klassiker neben der originalen Pixelgrafik einen neuen 3D-Modus inklusive einem neu arrangierten Soundtrack sowie eine handvoll zusätzliche Gameplay-Modi.


Die R-Type-Reihe ist unzweifelhaft eine der wichtigsten und bekanntesten Shoot-’em-up-Serien der Videospielgeschichte. Entwickelt vom japanischen Entwicklerstudio Irem erschien der erste Teil im Jahr 1987. Bis heute umfasst die Reihe über fünfzehn Titel. Bekannt wurde sie durch das wegweisende biomechanische Artdesign, den fantastischen Soundtrack und das innovative strategische Gameplay, das oftmals pixelgenaue Manöver abverlangt. Die ersten beiden R-Type-Teile erhielten 2009 mit R-Type Dimensions eine Umsetzung für die Xbox 360 und die PlayStation 3, bei der zwischen der klassichen Grafik und einer neuen modernen 3D-Grafik hin- und hergeschaltet werden kann.

Diese Sammlung erschien als R-Type Dimensions EX 2018 auch für die Nintendo Switch. Das nun vorliegende R-Type Dimensions III führt dieses Konzept fort und setzt den 1993 exklusiv für das Super Nintendo Entertainment System erschienenen dritten Teil der Reihe, R-Type III: The Third Lightning, für moderne Konsolen und den PC um, inklusive des modernen Grafikmodus und einem neu eingespielten Soundtrack. Entwickelt wurde R-Type Dimensions III von dem kleinen deutschen Studio Kritzelkratz 3000 aus Würzburg, die bereits mit den Remastern von Rainbow Cotton und X-Out Resurfaced, die beide auch für die Switch erschienen sind, Erfahrungen mit dem Shoot-’em-up-Genre gesammelt haben.

The Third Lightning

Genau wie die anderen Teile der R-Type-Reihe handelt R-Type Dimensions III vom Krieg der Menschheit gegen das Bydo-Imperium, furchterregende biomechanische Lebensformen, die alles korrumpieren und absorbieren, mit dem sie in Berührung kommen. Ursprünglich als Biowaffen von den Menschen selbst gezüchtet, geriet das Experiment außer Kontrolle und die Bydo verschwanden in eine andere Dimension außerhalb der Realität und versuchen seitdem immer wieder, in unser Universum einzudringen. Nach zahlreichen Konflikten kehren die Bydo erneut in unsere Dimension zurück. Aus diesem Grund entwickelten die fähigsten Wissenschaftler und Techniker des Weltraumkorps den neuen R-90-Ragnarok-Weltraumjäger, das neueste Kampfschiff der R-Type-Reihe, mit dem wir uns dem Bydo-Imperium entgegenstellen.

R-Type Dimensions III basiert wie bereits erwähnt auf R-Type III: The Third Lightning, dem dritten Teil der Shoot-’em-up-Reihe, der im Jahr 1993 in Japan und 1994 in Nordamerika und Europa exklusiv für das SNES erschien. Dies war ein absolutes Novum, waren doch die R-Type-Teile zuvor erst exklusiv den Spielhallen vorbehalten, bevor Umsetzungen für Heimkonsolen und Computer erschienen. Zwar gab es auf dem SNES schon mit dem 1991 erschienenen Super R-Type eine Umsetzung des zweiten Serienteils auf Nintendos 16-Bit-Konsole, dieser war aber technisch eher mau und eine sehr ruckelige Angelegenheit, vor allem wenn sich viele Sprites auf dem Bildschirm befanden. R-Type III: The Third Lightning war hingegen technisch auch aufgrund seiner Konsolen-Exlusivität wesentlich sauberer. Entwickelt wurde das Spiel von Tamtex, einer Tochtergesellschaft von Irem, die sich hauptsächlich auf Konsolen-Titel konzentrierte.

Wiedergeburt eines Klassikers

Die größte Neuerung in R-Type III: The Third Lightning ist die Möglichkeit, zum Spielbeginn eine von drei Force-Satelliten auszuwählen. Der Force-Satellit ist definitiv das bekannteste Gameplay-Element der Shoot-’em-up-Reihe. Diese unverwundbare kleine Kugel kann vorne oder hinten an unser Raumschiff andocken, wodurch wir an dieser Stelle vor gegnerischen Angriffen geschützt werden und zudem unsere Spezialwaffen in diese Richtung schießen können. Alternativ lässt sich der Force-Satellit aber auch abdocken und kann frei im Feld umherfliegen und so Ecken leerräumen, die unser Raumschiff nur schwer erreichen könnte. Der taktische Einsatz dieses Satelliten ist auch in R-Type Dimensions III das A und O des Spieldesigns, nur dass es hier wie gesagt drei verschiedene Varianten gibt, die sich hinsichtlich der verfügbaren Extrawaffen und dem Verhalten deutlich voneinander unterscheiden.

Das Spiel führt uns durch insgesamt sechs sehr unterschiedliche, meist von links nach rechts scrollende Level, die uns sowohl in Weltraumstationen, Fabriken, Laboratorien und auch immer wieder die Bydo-Dimension führen. Am Ende dringen wir dann in das zentrale Netzwerk der biomechanischen Bydo ein, um das finstere Herz des Imperiums endgültig zu zerstören. Die Level selbst setzen dabei wie bei frühen SNES-Spielen sehr stark auf Mode-7-Effekte und liefern für die Zeit recht beeindruckende rotierende Levelstrukturen, Hintergründe und riesige Gegner. Dabei stehen wie bei der Serie üblich das Navigieren durch klaustrophobisch enge Schächte und labyrinthartige Strukturen sowie das präzise Ausweichen von Geschossen und Gegnern im Mittelpunkt des Geschehens. Dies wurde in The Third Lightning sogar noch auf die Spitze getrieben, wodurch das Spiel zu den schwersten der ganzen Reihe zählt. Selbst für erfahrene Ballerfans heißt es deshalb: Üben, üben, üben.

Schicker 3D-Modus und holprige Technik

Wie erwähnt lässt sich auch in R-Type Dimensions III wie schon in der Sammlung von 2009 die Grafik per Knopfdruck zwischen der klassischen Pixelgrafik und einem völlig neuen 3D-Modus umschalten – wahlweise auch mit der Option „Crazy 3D“ mit einem schrägen Kamerawinkel. Gerade die biomechanischen Level und die beeindruckenden Bossgegner sehen im neuen Grafikgewand wirklich hervorragend aus. Besonders gut gefällt uns der für den 3D-Modus neu arrangierte Soundtrack, der einige tolle Musikstücke zu bieten hat. Zudem läuft R-Type Dimensions III im 16:9-Format und bietet verschiedene Grafikfilter wie beispielsweise Scanlinien. Hinzu kommen noch ein Zwei-Spieler-Modus, verschiedene Schwierigkeitsgrade und ein „Infinity“-Modus, bei dem wir das Spiel mit unendlich vielen Leben beginnen und nach dem Bildschirmtod sofort an der gleichen Stelle weiterspielen können. Dies gibt auch ungeübten Spielern die Möglichkeit, das Ende des Spiels zu sehen.

Leider krankt R-Type Dimensions III schon seit seiner Veröffentlichung an diversen kleineren und größeren technischen Problemen, die auch nach mehreren nachgeschobenen Patches noch nicht alle behoben sind. Zu diesen Problemen gehören neben diversen Balancing-Problemen wie Bossgegner, die zu viele oder zu wenige Treffer einstecken auch Grafikfehler wie plötzlich hereinpoppende Hintergründe im 3D-Modus. Größtes Manko ist allerdings wohl die Tatsache, dass die Entwickler durch das 16:9-Bild des 3D-Modus auch das ursprüngliche 4:3-Format des SNES-Originals in die Breite gezogen haben, was wiederum dazu führt, dass die Kollisionsabfrage sehr ungenau ist. Sehr oft haben wir uns während des Spielens gefragt, was genau denn gerade unser Raumschiff zerlegt hat, obwohl in der direkten Nähe unseres Raumjägers nichts zu sehen war. Publisher ININ gelobte allerdings Besserung und kündigte kurz nach dem Release an, dass man das Spiel mit Patches und mit Hilfe der Community verbessern wolle und die Fehler beheben werde. Zwei Patches sind bisher erschienen, weitere sollen folgen. Aus diesem Grund wurden auch die eigentlich bereits für August angekündigten physischen Versionen von R-Type Dimensions III auf unbestimmte Zeit verschoben und sollen erst dann erscheinen, wenn das Spiel in einem perfekten Zustand ist.

Geschrieben von Markus Schoenenborn

Fazit:

Markus Schoenenborn

Die R-Type-Reihe gehört für mich als alten Shoot-’em-up-Fan zu einer meiner absoluten Lieblingsvideospielserien. Auch der dritte Teil gehört aufgrund des auch heute noch herausfordernden und gut durchdachten Leveldesigns zu den Genre-Highlights. R-Type Dimensions III bietet als Neuauflage erstmal eine wirklich schicke 3D-Grafik, und dank der Umschaltfunktion kann ich diese direkt mit der usrpünglichen SNES-Version vergleichen. Zudem hat das Spiel einen tollen wie neu arrangierten Soundtrack, der gut ins Ohr geht. Leider verhageln die zahlreichen kleineren und größeren technischen Probleme doch etwas den insgesamt erst einmal recht positiven Eindruck. Zwar wurden mittlerweile einige grobe Fehler durch zwei Patches bereits behoben, allerdings stelle ich mir schon die Frage, wie das passieren konnte. Das größte Problem ist sicherlich die Streckung des usrprünglichen 4:3-Formats der SNES-Fassung auf 16:9, wodurch einige seltsame Probleme mit der Kollisionsabfrage entstehen. Diese wirkt nämlich etwas übergenau, denn an einige Stellen habe ich mich wirklich gefragt, warum mein Raumjäger gerade zerschellt, obwohl die Wand mich eigentlich noch nicht berührt hat. Zudem stelle ich es mir sehr schwierig vor, dies durch Patches zu korrigieren, da dies ein fundamentales Problem der Umsetzung darstellt. Positiv ist hier die gute Kommunikation von Publisher ININ Games zu nennen, denn auf Seite der Entwickler und des Publishers scheint man gewillt zu sein, das Spiel zu verbessern, was sich auch daran zeigt, dass die physische Version auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Somit kann ich allerdings leider momentan keine uneingeschränkte Kaufempfehlung für R-Type Dimensions III geben. Gerade weil der Preis mit knapp 35 Euro doch recht hoch ist, rate ich allen Shoot-’em-up-Fans dazu, abzuwarten, bis das Spiel komplett mit Patches versorgt wurde.