Ersteindrücke: Zwei Wochen mit der Nintendo Switch

Am 17. März 2015 kündigte der leider im selben Jahr verstorbene Nintendo-Präsident Satoru Iwata eine neue Konsole unter dem Projektnamen NX an, die weder die Wii U noch den 3DS ersetzen sollte. Wofür das NX stand, weiß bis heute nur Nintendo. Am 20. Oktober 2016 veröffentlichte Nintendo auf den YouTube-Kanälen ein etwa dreiminütiges, unkommentiertes Video, das deutlich machen sollte, zu was die, nun als Nintendo Switch bekannte Konsole, im Stande ist, zu leisten.


Der Trailer war ein Hit und avancierte rasch zum meistgesehenen Video Nintendos. Ernüchterung folgte sogleich, denn bis zum 13. Januar 2017 sollten, offiziell, keine Infos mehr an die Öffentlichkeit gelangen. Dennoch ließ es sich der Chief Operating Officer von Nintendo of America, Reggie Fils-Aimé, nicht nehmen und tauchte im Dezember 2016 mit der Switch in Jimmy Fallons The Tonight Show auf und ließ den Moderator ein wenig The Legend of Zelda: Breath of the Wild spielen.

Am 13. Januar um fünf Uhr morgens unserer Zeit wurde uns endlich live aus Japan alles erklärt, was die Switch ausmacht. Falls ihr mehr über diese Präsentation erfahren wollt, findet ihr hier (Link öffnet in neuem Tab) unseren Vorschau-Artikel zur Konsole. Am 3. März war es dann endlich soweit und die Nintendo Switch stand in den Händlerregalen. Am 14. März 2017 hatte Nintendo bereits anderthalb Millionen Einheiten abgesetzt; das entspricht 75% der angepeilten zwei Millionen Verkäufe im März 2017. Eric, Jonas und Sebastian verraten euch, was sie nach zwei Wochen über die Konsole denken und ob sich ein Kauf lohnt.

 

Eric: Meine Ersteindrücke mit der Nintendo Switch fallen – überraschenderweise – sehr positiv aus. Das betone ich deshalb so, da ich eigentlich nicht vor hatte, mir Nintendos Konsole überhaupt zuzulegen. Damit ich aber weiterhin große Titel wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild oder Super Mario Odyssey und diese sogar unterwegs oder vor dem Einschlafen gemütlich im Bett im Handheld-Modus spielen kann, blieb mir aber keine andere Wahl außer zuzugreifen. So bereue ich den Kauf auch nach zwei Wochen nicht, denn der Bildschirm der Konsole zaubert mir ein genauso breites Lächeln aufs Gesicht, wie dasselbe Abenteuer auf dem Fernsehbildschirm. In den ersten Tagen hatte ich zwar noch ein paar Probleme mit dem Halten der Konsole, da die Knöpfe und Analog-Sticks der angeschlossenen Joy-Cons etwas zu klein für meine großen Hände ausfallen, doch auch daran habe ich mich mit der Zeit gewöhnt – und wenn ich die Konsole am Fernseher benutze, kann ich ohnehin auf den Pro Controller zurückgreifen. Ob die Konsole aber langfristig erfolgreich sein wird, entscheidet immer noch die Software. Da die Switch wesentlich leistungsschwächer als die Konkurrenz ist, wird es für viele Hersteller keinen Sinn machen, an Portierungen ihrer leistungsstarken Titel zu arbeiten. Bleibt zu hoffen, dass zahlreiche Spiele von Independent-Entwicklern und Nintendos Eigenmarken diese Lücke füllen können – dann werde ich auch weiterhin gerne Action auf und mit meiner Switch erleben.

Jonas: Die Nintendo Switch ist die erste Heimkonsole, die ich mir direkt zum Launch gekauft habe – die Idee einer Hybrid-Konsole hatte sofort meine Begeisterung geweckt. Das Konzept hinter den abnehmbaren Joy-Cons ist genauso genial wie simpel, die vielen Möglichkeiten, wie man das Gerät zum Spielen verwendet, steigern eindeutig dessen mobilen Wert. Leider musste für diese Idee das Button-Layout angepasst werden, meiner Meinung nach stehen die Knöpfe und Analog-Sticks zu nah aneinander. Vielleicht nur eine Sache der Gewöhnung, der neuen Pro Controller ist notfalls für jeden Spieler eine sehr gute Alternative. Zumindest falls dieser nach der doch nicht ganz so billigen Konsole noch einmal siebzig Euro parat hat – für mich alles eine Preiskategorie zu hoch angesiedelt. Mal sehen, ob Nintendo bis zum Weihnachtsgeschäft daran noch etwas ändert, denn bis dahin kommen erst die richtigen Verkaufsargumente in die Läden. Auch das schlichte und kompakte Design mag ich; das habe ich sowohl beim Wii-U-GamePad als auch beim allerersten 3DS-Model vermisst. Auf der Benutzeroberfläche sieht es nicht anderes aus: Alles ist sauber, aufgeräumt und Anwendungen reagieren blitzschnell. Zwar gibt es noch nicht allzu viel zu entdecken, aber zum Surfen, für YouTube und Co. würde ich die Nintendo Switch sowieso nicht verwenden.

Sebastian: So wie Jonas war die Nintendo Switch die erste Konsole, die ich direkt zum Release gekauft habe. Sowohl das Hybridkonzept, von dem ich ja bereits in der Gerüchte-Phase ein heißer Verfechter war, als auch die Möglichkeit, The Legend of Zelda: Breath of the Wild auf dem Klo spielen zu können, haben mich dazu überredet. Wenn wir aber von jenem Titel mal absehen, so gibt es auch zwei Wochen nach Release immer noch keinen richtigen Knaller-Titel. Klar, Bomberman und Just Dance sorgen für eine tolle Stimmung vor dem Fernseher – oder auch unterwegs -, aber viele gute Titel fehlen noch, um die Konsole auch am Leben zu erhalten. So müssen wir derzeit bis Ende April warten, bis mit Mario Kart 8 Deluxe der nächste, große Titel erscheint – wobei es sich hierbei aber auch eben nur um einen Port handelt. Das ist so ziemlich der einzige Kritikpunkt, den ich in zwei Wochen finden konnte. So ist der Bildschirm im Handheld-Modus ausreichend groß, die Joy-Con liegen nach einer kurzen Gewöhnungsphase gut in der Hand und die Akkulaufzeit jener ist sehr hoch. Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich persönlich von einem Kauf eher abraten – man hat ja sowieso immer noch Schwierigkeiten, eine zu erhalten. Außer man möchte unbedingt Zelda spielen, daneben gibt es bislang zu wenig interessante Spiele. Zwei Wochen nach Release, mit einem durchgespielten The Legend of Zelda: Breath of the Wild, gibt es derzeit keinen wirklichen Grund für mich, die Nintendo Switch wieder anzuwerfen. Die Spiele-Situation wird sich mit Lego City Undercover und dann Mario Kart 8 Deluxe im April hoffentlich signifikant ändern, denn um als Staubfänger zu enden war sie dann doch etwas zu teuer.