ACA Neogeo Shock Troopers -  – TEST

Die Umsetzungen von Neogeo-Titeln für die Switch nehmen einfach kein Ende. Wer keine Lust auf schwierige Shoot-’em-Kost wie in Metal Slug 3 hat, kann mit ACA Neogeo Shock Troopers aufgrund eines ausgeglichenen Schwierigkeitsgrads wunderbar ins Genre einsteigen.


In Shock Troopers haben die Bloody-Scorpions-Terroristen einen nicht näher beleuchteten Wissenschaftler und seine Enkelin entführt. Die Terroristen wollen von ihm alles über die Alpha-301-Droge erfahren, die gewöhnliche Personen in übermenschliche Supersoldaten verwandelt. Da sicherlich Weltherrschaftspläne der Grund sind, warum die Terroristen die Droge in die Finger bekommen wollen, müssen wir den Feind aufhalten. Dazu schlüpfen wir in die Rolle eines von insgesamt acht verschiedenen Soldaten, die aus unterschiedlichen Ländern der Erde stammen und somit natürlich alle Klischees erfüllen können.

Haben wir uns für einen Helden entschieden, durchkämmen wir sechs mittelgroße Levels bis zum finalen Bosskampf. Dabei steht es uns frei, welche der drei Routen wir wählen. So können wir auf der einen Seite den Pfad über die Berge folgen und können uns auf der anderen Seite genauso gut den Weg durch den Dschungel oder das Tal zur Feindesbasis ebnen. Optisch mögen die sechs Levels zwar abwechslungsreich ausfallen, inhaltlich bieten sie aber durchweg (fast) dasselbe Gameplay. Unterschiede gibt es nur bei den Highlights: In den Bergen hangeln wir uns zum Beispiel an einem Seil über einen Abgrund und im Dschungel mischen wir das Restaurant eines Dorfes auf. Da hilft es auch nicht, dass die Wege sogar kombiniert werden können.

Ballerorgie für jedermann

Ähnlich verhält es sich mit den Charakteren. Die Figuren unterscheiden sich in der Regel nicht sehr stark voneinander. Schwerbepackte Muskelprotze bewegen sich zwar geringfügig langsamer als schmächtige Damen, doch egal ob wir nun mit Dauerfeuer den halben Urwald in Brand setzen oder die Gegner mit Messerangriffen töten – die Geschwindigkeit verändert sich nur, wenn wir das entsprechende Power-up aufnehmen. Dies geschieht in der Regel aus der Vogelperspektive, doch manche Levels wie der erwähnte Drahtseilakte funktionieren auch aus der Seitenansicht und selbst isometrische Spielabschnitte sind in Shock Troopers an der Tagesordnung.

Am Gameplay ändert das aber nichts. Von allen Seiten tauchen Gegner auf, die das Feuer auf uns richten. Dutzende Projektile füllen aber nur selten den Bildschirm, sodass sich Shock Troopers anders wie die Genre-Konkurrenz auch an Einsteiger richtet. Es ist immer möglich, den Kugeln geschickt auszuweichen und Konterangriffe zu starten. Wer allerdings darauf bedacht ist, am Ende eine möglichst hohe Platzierung in der Online-Highscore-Liste zu ergattern, kommt nicht um den Nahkampf herum. Für Perfektionisten und Profis wird das Spiel auf dieser Ebene ein ganzes Stück kniffliger. Selten gelingt es einem Spiel wie Shock Troopers so gut, zwei gänzlich unterschiedliche Spielertypen anzusprechen.

Schock für die Ohren

Wer zusätzliche Herausforderungen sucht, kann auf Credits auch ganz verzichten und alles in einem Rutsch durchspielen beziehungsweise es versuchen. Ebenso ist es möglich, nicht als einsamer Wolf durchs Spiel zu rasen, sondern mit zwei weiteren Figuren im Schlepptau. Das erinnert an die Beat-’em-up-Reihe The King of Fighters, macht in Shock Troopers aber fast keinen Sinn. Anstatt drei Versuchen stehen uns in dem Falle nämlich nur drei verschiedene Figuren zur Auswahl, die sich vor allem über ihre Sekundärwaffe identifizieren. Granaten, Bumerange, Pfeile, Giftgas und Co können wir nutzen, um den Bloody Scorpions einzuheizen.

Die Steuerung funktioniert dabei in der Regel tadellos; nur in den Menüs empfehlen wir klar, von der Bedienung über den Analog-Stick abzusehen und auf die reine Knöpfchensteuerung umzusteigen, da es sonst etwas zu fummelig wirkt. Auf der optischen Seite bietet der Titel schöne 16-Bit-Charaktermodelle, die auf hochwertigen Hintergründen für Chaos stiften. Der Soundtrack des Spiels gehört jedoch zum Schlimmsten, was das Genre zu bieten hat. Anstatt auf adrenalingetränkte Musikstücke zu setzen, dröhnt fast unerträglicher Lärm aus den Lautsprechern. Wer also nicht gerne ohne Musik spielt, braucht bei Shock Troopers selbst im kooperativen und sehr spaßigen Zwei-Spieler-Modus ein sehr belastbares Trommelfell.

Geschrieben von Eric Ebelt

Fazit:

ACA Neogeo Shock Troopers ist ein recht durchschnittliches Shoot ’em up. Der Titel ist trotz verschiedener Routen und unterschiedlicher Charaktere zu oft repetitiv. Vor allem hätte man mit unterschiedlichen Bossgegnern punkten können, anstatt sie ständig wieder ins Rennen zu schicken. Dafür ist der Titel aber gleichermaßen für Einsteiger und Profis gedacht, was im Genre viel zu selten vorkommt. Wer noch nie ein Shoot ’em up gespielt hat, wird in Shock Troopers schnell Erfolge feiern können und wer es versucht zu perfektionieren, braucht wie bei der Genre-Konkurrenz hin und wieder starke Nerven. Wer Spiele aber nicht ohne Ton spielen möchte, wird es mit Shock Troopers etwas schwer haben – der Soundtrack ist meiner Meinung nach nicht zu ertragen und hat zumindest an meinem Spielspaß ordentlich gekratzt.