Ageless – TEST

Als Kiara suchen wir in Ageless nach einem Ausweg aus der Antriebslosigkeit und einem Platz in der Welt. Ein Tor schenkt uns besondere Kräfte mit denen wir die Zeit beeinflussen können und knifflige Rätsel-Plattform-Abschnitte meistern müssen.


Protagonistin Kiara fühlt sich verloren in der Welt und weiß nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Deshalb ist sie zu einer Reise aufgebrochen, um Pandora und ein Tor, das ihr eine Gabe schenken kann, zu finden. Zu Spielbeginn ist sie bereits drei Jahre unterwegs. Die ersten Schritte mit Kiara bringen uns die Grundlagen bei und führen uns in die Geschichte ein. Allzu lange dauert es aber nicht, bis wir das Tor finden und unsere titelgebende Fähigkeit erhalten. Fortan können wir mit Pfeil und Bogen die Zeit von Objekten entweder voranschreiten lassen oder zurückdrehen. Auf diese Weise lassen wir Tiere altern oder verwandeln sie zurück in ein Ei oder bringen Pflanzen zum Blühen. Nur wenn wir unsere neu gewonnene Gabe richtig einsetzen, können wir in den Leveln weiterkommen.

Spiel mit der Zeit

Ageless präsentiert sich in schicker Pixeloptik und erinnert auch dank der emotionalen, nachdenklichen und gut erzählten Geschichte mit ihren skurrilen Charakteren auf den ersten Blick ein wenig an Celeste, ohne jemals dessen Qualität zu erreichen. Dabei sind die einzelnen Elemente von Ageless durchaus gelungen. Eingeteilt in mehrere Abschnitte, lösen wir ein Rätsel nach dem anderen. Mal müssen wir riesige Pilze wachsen lassen, um einen Abgrund zu überqueren oder ein anderes Mal ein Tier ausreichend altern, damit es in Rage gerät und eine Wand einrennt. Später können wir unsere Fähigkeit noch nutzen, um uns selbst in eine Richtung zu katapultieren. Dafür saugen wir die Zeitenergie von Objekten aus, das heißt sie werden eine Stufe jünger.

Die immer komplexer werdenden Rätsel stellen uns vor einige Herausforderungen und sind durchaus motivierend. Leider macht die etwas zu umständliche Steuerung dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Besonders das Katapultieren ist etwas zu umständlich. Sekundenschnelle Reaktionen sind dank der wenig intuitiven Bedienung manchmal nur schwer zu schaffen, weshalb uns einige unnötige und manchmal frustrierende Tode ereilt haben. Immerhin sind die Rücksetzpunkte meist überaus fair verteilt und bereits absolvierte Abschnitte müssen nicht wiederholt werden. Dadurch rettet Ageless einiges an Spielspaß, da wir mit jedem geschafften Abschnitt ein Erfolgserlebnis haben. Alternative Routen und optional sammelbare Relikte bringen ausreichend Abwechslung in die meist sehr gut designten Level.

Leider zeigt Ageless ausgerechnet bei den Bosskämpfen deutliche Schwächen. Zu frustrierend, besonders aufgrund der Steuerung, fallen die Auseinandersetzungen aus. Bereits die erste Begegnung mit einem tödlichen Feind, vor dem wir lediglich fliehen müssen, hat unsere Nerven stark ausgereizt. Zu oft hat uns unser Verfolger erwischt und jedes Mal mussten wir wieder am Anfang beginnen. Schade, da die ansonsten durchaus spaßigen Puzzle-Plattformer-Level trotz kleinerer Schwächen deutlich mehr Spielspaß versprechen. Viel tragen hier auch die gelungene Geschichte und die schicke Pixelgrafik bei. Wer sich an herausfordernden bis frustrierenden Abschnitten und Bossgegnern nicht stört, bekommt mit Ageless einen durchaus motivierenden und herausfordernden Puzzle-Plattformer.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

Die Vergleiche mit Celeste muss sich Ageless alleine aufgrund des Grafikstils und der emotionalen und nachdenklichen Geschichte gefallen lassen. Allerdings erreicht Ageless nicht die Qualität des bockschweren Geschicklichkeitsspiels. Aber nicht falsch verstehen: Ageless ist keine bloße Kopie, sondern weist mit Charakteren, Story und Gameplay viel Eigenständigkeit auf. Leider machen frustrierende Bossgegner, nervige Levelabschnitte und die etwas zu hakelige Steuerung dem ansonsten durchaus motivierenden Puzzle-Plattformer-Gameplay einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem hatte ich zeitweise Spaß mit Ageless. Zumindest bis ich wieder an einem Level oder Boss gescheitert bin und meine Nerven nicht länger gehalten haben. Schade, da mit etwas mehr Feinschliff an den richtigen Stellen ein deutlich besseres und trotzdem herausforderndes Spiel möglich gewesen wäre. So bleibt Ageless etwas hinter dem vorhandenen Potenzial zurück.