Super Mario Bros. Wonder – Nintendo Switch 2 Edition + Gemeinsam im Bellabel-Park – TEST
Genug der Wortspiele – mit diesem verwegenen Versprechen endete unser wundersamer Wonder-Test im Herbst 2023. Zweieinhalb Jahre später kehren wir mit Super Mario Bros. Wonder – Nintendo Switch 2 Edition + Gemeinsam im Bellabel-Park ins blühende Blumenkönigreich zurück und finden dort einen funkelnden Freizeitpark, sieben kleptomanische Koopalinge und eine strahlende Sternenwächterin vor. Versprochen bleibt versprochen – jetzt aber wirklich.
Im Herbst 2023 war Super Mario Bros. Wonder für viele die Überraschung des Jahres: ein 2D-Jump ’n‘ Run, das mit seinen Wunderblumen jedes Level einmal komplett auf links drehte. Zum vierzigsten Geburtstag der Serie legt Nintendo nun nach. Super Mario Bros. Wonder – Nintendo Switch 2 Edition + Gemeinsam im Bellabel-Park bringt das Abenteuer mit höherer Auflösung und kürzeren Ladezeiten auf die neue Konsole und baut dem Blumenkönigreich einen kompletten Stadtteil an. Wer das Original besitzt, zahlt für das Upgrade Pack 19,99 Euro; Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger legen 79,99 Euro auf den Tisch. Was es dafür gibt, haben wir in den vergangenen Wochen ausprobiert.

Bellabel-Park heißt der bislang unerforschte Teil des Blumenkönigreichs, dessen Eingang wir auf der Weltkarte finden. Namensgeber sind die Bellabels, glockenförmige Wesen, die über den Wegen schweben, während uns Poplins begrüßen und der Toad-Trupp am Rand sein Lager aufschlägt. Lange währt der Frieden allerdings nicht: Kaum betreten wir den Park, stehlen die sieben Koopalinge die sieben Bellabel-Blumen und verstreuen sich damit über das gesamte Blumenkönigreich. Kapitän Toad und ein frisch angeworbener Poplin-Rekrut helfen uns bei der Jagd – dazu später mehr. Denn das eigentliche Herz des Parks schlägt woanders: in der Attraktionenwelt, einem Jahrmarkt aus Mehrspieler-Stationen, der sich in zwei Plazas aufteilt.

Ein Jahrmarkt für das Blumenkönigreich
In der Lokales-Spiel-Plaza warten siebzehn Attraktionen für bis zu vier Personen an einer Konsole, sieben kooperative und zehn kompetitive. Statt einer Minispiel-Sammlung im Stil von Super Mario Party Jamboree bekommen wir dabei pures Jump ’n‘ Run – jede Attraktion baut auf den Sprung- und Abzeichen-Mechaniken des Hauptspiels auf. Bei der Bob-omb-Stafette ruft die zündelnde Bombe selbst aus, wer sie als Nächstes zur Kanone tragen darf; beim Versteckspiel tarnen wir uns im Dunkeln vor Phanto, der unheimlich grinsenden Masken-Verfolgerin aus Super Mario Bros. 2; und in der Kapitän-Toad-Attraktion hebt eine zweite Person den sprungunfähigen Kapitän mit Plucky über die Hindernisse – einem neuen gelben Vogel mit rotem Halstuch. Kaum eine Idee wiederholt sich, viele Attraktionen bringen gleich mehrere wählbare Level mit – darunter umgebaute Stages aus dem Hauptabenteuer.

Rechts daneben öffnet die Spielraum-Plaza den Park für getrennte Bildschirme: Sechs weitere Attraktionen bestreiten wir mit bis zu acht Personen über die lokale Verbindung oder mit bis zu zwölf online – vom Wettrennen mit Propellerblüten über Labyrinthe bis zum Fangspiel. Richtig rund wird das Ganze durch GameShare: Eine Person besitzt das Spiel, bis zu drei weitere spielen lokal oder online über GameChat mit, ohne ein eigenes Exemplar zu benötigen – das gilt für das Hauptabenteuer, das Trainingslager und sämtliche Attraktionen der Lokales-Spiel-Plaza. Im Test zu zweit mit nur einem Exemplar lief das einen ganzen Abend lang stabil und ohne nennenswerte Aussetzer.

Vom Trainingslager zur Schurkenjagd
Südlich der Attraktionenwelt liegt die Zeltwiese, auf der der Toad-Trupp sein Trainingslager aufgeschlagen hat. Bis zu vier Spielerinnen und Spieler stellen sich dort dutzenden kompakten Herausforderungen – Münzen sammeln, Gegner besiegen, gegen den Countdown rennen – und steigen mit jedem Erfolg im Trupp-Rang auf, bis hin zur Trupp-Elite. Belohnt werden wir mit Bellabel-Wasser: Damit gießen wir Pflanzen, die neue Dekorationen, Mehrspieler-Grüße und Duo-Abzeichen erblühen lassen, oder stöbern im Blumenlädchen durch ein ständig wechselndes Sortiment. So entsteht neben dem lauten Jahrmarkt ein zweiter, leiser Spielrhythmus aus Gießen, Schmücken und Sammeln – bei uns ist daraus ein Sonntagnachmittags-Ritual geworden, das die Kinder einfordern, noch bevor die erste Attraktion gestartet ist.

Zurück im Hauptabenteuer halten wir nach den Zelten des Toad-Trupps Ausschau, die nun vereinzelt in allen Welten stehen. Jedes führt in ein neu arrangiertes Level, in dem einer der sieben Koopalinge eine Bellabel-Blume hortet und sich mit eigenen Wunder-Kräften verwandelt – allen voran der bunte, herrlich verrückte Larry, für uns der heimliche Star der Bande. Vertraute Wege biegen dort plötzlich anders ab, und am Ende wartet stets ein Bosskampf, der uns abwechselnd ausweichen, kontern und rennen lässt. Was den Schwierigkeitsgrad angeht, bewegen sich diese Kurse im Mittelfeld des Hauptspiels; an die berüchtigten Spezialwelten reichen sie nicht heran. Wer mehr Widerstand sucht, findet ihn im Trainingslager: Dort könnt ihr härtere Varianten aller sieben Duelle freischalten, in denen sich die Wunder-Effekte deutlich unbarmherziger überschlagen.

Sternenbesuch mit Anhang
Mit Rosalina steht erstmals und endlich die Wächterin der Sternwarte des Kometen im Auswahlbildschirm eines klassischen 2D-Marios – der Geschichte nach ist sie kurz vor den Ereignissen des Spiels im Blumenkönigreich bruchgelandet. Spielerisch verhält sie sich exakt wie die übrigen Figuren, kein Schwebesprung, kein Bonus. Genau das passt gut: Die Balance bleibt unangetastet, und Rosalina-Fans bekommen trotzdem endlich ihren Platz im Ensemble. Spannender für gemischte Runden ist ihr neuer Begleiter Assistent-Luma: Der kleine Sternenkumpan fliegt per Knopf- oder Maus-Steuerung frei über das Bild, sammelt Münzen, fegt Gegner beiseite und nimmt dabei keinen Schaden. Über den seitlich gedrehten Joy-Con 2 im Maus-Modus können so auch diejenigen mitspielen, die mit klassischer Knopfsteuerung sonst schnell frustriert aufgeben – Luma fliegt mit, sammelt mit und bremst niemanden aus.

Ergänzend nimmt der neue Hilfe-Modus den Druck heraus: Schaden stecken wir darin mit keiner Figur mehr ein, und nach einem Sturz in den Abgrund trägt uns eine Propellerblüte zurück ins Level. Dazu gesellt sich der Superblumentopf – ein Power-up, das uns in eine wandelnde Blume mit Doppelsprung, Schwebephase und kreiselnden Wurfblüten verwandelt. Die im Park erblühenden Duo-Abzeichen wiederum bündeln die Kräfte zweier bestehender Abzeichen und laden dazu ein, alten Leveln mit neuen Kombinationen ganz neue Routen abzutrotzen. Wer gern tüftelt, findet hier den stillen Langzeitreiz des Pakets. Und die Technik des Spiels? Macht schlicht ihren Job: In nativem 4K am Fernseher leuchtet das ohnehin bildschöne Abenteuer nochmal eine Spur prächtiger, die Ladezeiten sind angenehm kurz, und die 60 Bilder pro Sekunde bleiben felsenfest – mehr muss ein so gutes 2D-Mario nicht können.
Geschrieben von Arne Ruddat
Fazit:
Rosalina ist seit ihrer Ersterscheinung meine absolute Lieblingsfigur im Mario-Kosmos, und allein ihr Anblick im Auswahlbildschirm hat mir ein Dauergrinsen ins Gesicht gezaubert. Doch auch abseits meiner persönlichen Sternstunde macht diese Edition ein für mich bereits brillantes Spiel noch einmal eine ganze Ecke besser: Meine Mehrspieler-Spieleabende rettet GameShare selbst dann, wenn nur ich das Spiel besitze. Der Wasser-Gieß-und-Sammel-Loop holt mich öfter zurück, als ich zugeben möchte. Und die Koopaling-Zelte fordern mich erst in ihren harten Trainingslager-Varianten so richtig heraus. Zugegeben, diese Version ist ein Stück teurer – müsst ihr aber zwischen dem Original und dieser Fassung wählen, rate ich euch ohne Zögern zu dieser hier, trotz des langen Namens: Super Mario Bros. Wonder – Nintendo Switch 2 Edition + Gemeinsam im Bellabel-Park. Mein Blumenkönigreich ist mit dem Bellabel-Park einfach noch ein wenig wundervoller geworden, und Rosalina wacht jetzt sorgsam darüber.






