Swords & Soldiers 2: Shawarmageddon – TEST

Spiele wie Swords & Soldiers zeigen, dass Strategiespiel auch ohne Mikromanagement und mit nur einem geringen Grad an Interaktionen fordernd und gleichzeitig spaßig sein können. 


Neben dem ersten Teil ist nun auch die Fortsetzung mit dem Untertitel Shawarmageddon auf der Nintendo Switch verfügbar. Einmal mehr fasziniert das Setting: Wir übernehmen die Rolle der Wikinger, die gegen die Perser antreten – im Mittelpunkt steht die Macht einer Wunderlampe, die wohl alle gerne in ihren Fingern hätten. Der Weg dahin ist zweidimensional, aber nicht minder beschwerlich.

Buntes Gekloppe

Aus der Seitenansicht schicken wir von links nach rechts unsere Soldaten in die Schlacht. Der Gegner macht das Gleiche, nur eben von rechts. So kommt es in der Mitte unweigerlich zur Konfrontation, über den Sieg entscheiden aber nicht nur die Menge an Soldaten. In den unterschiedlichen Leveln, die wir über eine Oberwelt ansteuern, haben wir Zugriff auf unterschiedliche Fähigkeiten und Einheiten. Anfangs schicken wir nur gewöhnliche Berserker und Axtwerfer ins Feld, später kommen Spezialeinheiten mit besonderen Fähigkeiten hinzu. Darüber hinaus können wir Spezialfähigkeiten wie Thors Blitz einsetzen, der per Knopfdruck einem uns gewählten Feind Schaden zufügt, und an bestimmten Punkten Türme errichten, die entweder unsere Vorherrschaft sichern sollen oder Mana abbauen, denn umsonst sind die Einheiten nicht.

Soldaten kosten Gold, Fähigkeiten Mana. Damit der Nachschub verbündeter Einheiten nicht abreißt, bauen wir Gold in Minen ab und sammeln Schätze ein; diese Arbeiten übernehmen unsere Goldschürfer, die wir auch erst einmal finanzieren müssen. Auch wenn wir keinen direkten Einfluss über das Kampfgeschehen haben, Einheiten einfach per Knopfdruck finanzieren und dann nur zuzusehen, wie sie losmarschieren und der Lebensbalken der Feinde schrumpft, ist trotzdem stetig spannend anzusehen und mitzufiebern, wie der Verlauf der Schlacht sich entwickelt. Die richtigen Kombinationen von Einheiten und Fähigkeiten machen hier den Unterschied, immerhin sollte an der Front kein Fernkämpfer stehen unddie schweren langsamen Einheiten regelmäßig geheilt werden. Langweilig wird nie, dafür sorgen regelmäßige Goldpakete und Ereignisse auf der Karte, über die wir uns in Echtzeit kümmern müssen.

Bart und Bier

Auffällig ist der Humor und das comichafte Design der Figuren und Einheiten, die den Vormarsch Richtung Persien teilweise genauso wenig ernst nehmen, wie die Verteidiger. Die lustigen Sprüche samt Dialekten, die sie ablassen, unterhalten ebenso wie die wenigen Zeilen Text zwischen den einzelnen Missionen, die mit zahlreichen Wortwitzen angereichert sind.

Das Spiel wurde sauber auf die Nintendo-Hardware portiert, für den Handheld-Modus haben sich die Entwickler auch den Touchscreen zu Herzen genommen. Mit einem wischenden Finger fliegen wir mühelos über die Karte und verwalten unserer Ressourcen und Soldaten genauso gut wie mit einem Pro Controller in der Hand.

Die Kampagne nimmt nicht länger als fünf bis sieben Stunden Zeit in Anspruch. Daneben bietet der Titel einen lokalen Multiplayer-Modus, in dem wir gegen einen Freund antreten dürfen. Auch online ist das möglich und auch hier nur gegen Freunde, also nicht gegen Zufallsbegegnungen aus dem Internet. Wer niemanden kennt, der das Spiel besitzt, kann zumindest den Computer herausfordern.

Geschrieben von Jonas Maier

Fazit:

Swords & Soldiers 2: Shawarmageddon ist ein leichtherziger und sehr einfach zu erlernender Strategie-Titel. Trotz verhältnismäßig geringem Interaktionsgrad war ich doch positiv überrascht, wie schnell das Spiel fordernd werden kann. Auch wenn die Karten nicht wirklich groß sind, wird es schnell zur Herausforderung auch die ganze Spannweite an Ereignissen zu registrieren und richtig auf diese zu reagieren. Positiv überrascht mich der absurde Humor des Spiels, der mir sehr gut gefällt. Zumindest sehe ich nicht alle Tage bärtige Comic-Wikinger die Döner-Bude von Al’Yucaneet einnehmen. Sehr gut gelungen ist auch die Touchscreen-Steuerung, die das Befehligen der Einheiten zu einer sehr intuitiven und einfachen Angelegenheit macht. Ein Vorzeige-Feature!