Table Top Racing: World Tour – Nitro Edition -  – TEST

Entwickler Playrise Digital hat sich schon mit Wipeout einen Namen gemacht, nun bringt er mit Table Top Racing: World Tour – Nitro Edition einen Fun-Racer mit ferngesteuerten Autos auf die Switch, der die heißersehnte Neuerung Splitscreen-Multiplayer mitbringt.


Nach dem Erfolg des Mobiltelefonspiels Table Top Racing brachte Entwickler Playrise Digital im Jahr 2016 den Nachfolger Table Top Racing: World Tour für Xbox One und PlayStation 4 auf den Markt. Den größten Kritikpunkt, dass der Titel keinen lokalen Mehrspielermodus bot, hat Publisher Greenlight Games nun mit der Nitro Edition für die Nintendo Switch behoben, so dass nun auch Couch-Kämpfe ausgetragen werden können – was schließlich als einer der Pluspunkte für die Konsole selbst gilt.

Tische auf der ganzen Welt
Tische als Namensgeber für Table Top Racing: World Tour – Nitro Edition sind der große Star des Spiels, denn sämtliche Rennstrecken befinden sich auf einem hübsch dekorierten Tisch. Davon gibt es acht verschiedene Varianten, die von Sushi-Tresen über Dinner-Tafel auf einer Yacht bis hin zu einem Keller der 80er Jahre recht abwechslungsreich gestaltet sind. Es gibt pro Setting vier teilweise veränderte Varianten jeder Strecke, insgesamt also 32 Varianten in acht Settings. Das fühlt sich zunächst recht repetitiv an, denn drei der Settings tauchen erst später auf.

Wenigstens bieten die Strecken einige Abkürzungen, die es zu finden gilt. Ebenso gibt es Münzen, die jeweils einmalig insgesamt gefunden und eingesammelt werden können und uns pro Stück eine ganze Menge Geld einbringen. Diese Münzen sind zum Teil zwar gut versteckt, aber einmal überfahren und somit eingesammelt tauchen sie nie wieder auf. Für jedes abgeschlossene Rennen gibt es ebenfalls Währung, wobei die Platzierung sich zwar auf die Menge auswirkt, aber auch niedrige Plätze Ertrag bringen. Das führt dazu, dass wir Rennen eher zu Ende fahren, auch wenn wir keine Chance mehr haben, den begehrten ersten Platz zu schaffen, statt in einer Frustspirale ständig die ersten Sekunden des Rennens so lange zu wiederholen, bis wir fehlerfrei durchgekommen sind.

Kaufen und Aufrüsten
Mit dem verdienten Geld können wir uns in der Garage neue Boliden kaufen, die in drei Geschwindigkeits- und Preisklassen eingeteilt sind. Von den fünf Cult Classics wie einem nachgemachten VW Käfer oder Breaking-Bad-Wohnmobil geht es über die sechs Street Racer, zum Beispiel einem nachgemachten Escalade oder Subaru, zu den fünf Supercars wie einem „Fauxrari“ oder einem „Baguetti“, alle natürlich mit echten „Playrelli“-Reifen. Die Fahrzeuge selbst sind alle sehr niedliche Varianten ihrer Vorbilder, mit kindlich veränderten Proportionen und großen Reifen: gelungen.

Jedes der gekauften Fahrzeuge kann in den vier Kategorien Tempo, Beschleunigung, Handling und Panzerung über mehrere Stufen verbessern werden – natürlich auch gegen im Spiel verdiente Währung. Zusätzlich können neue Räder und Lacke gekauft werden, wobei die Räder sich tatsächlich auf die Fahreigenschaften auswirken. So können etwa Räder gekauft werden, die das Drift-Verhalten verbessern, mehr Münzen für gewonnene Rennen bringen oder Sprünge erlauben, die für das Erreichen bestimmter Münzen nötig sind.

Renntypen und -Veranstaltungen
Neben den vier Meisterschaftsturnieren in je drei Schwierigkeitsgraden mit jeweils mehreren Rennen gibt es auch noch Spezial-Events, die auf verschiedenen Strecken bestimmte Renntypen vorgeben, derer es vielfältige gibt. „Pure Rennen“ sind der Goldstandard für Rennspiele und fehlen auch hier nicht. In „Kampfrennen“ können wir – ähnlich wie in anderen Fun-Racern wie Mario Kart – auf der Strecke als Fragezeichen verteilte zufällige Waffen einsammeln, mit denen wir unsere Gegner beharken können. Wer hier besonderen Einfallsreichtum erwartet, wird mit Standardkost überrascht, denn die Angriffe wirken entweder direkt nach vorn, nach hinten oder in geringem Radius um uns herum und sorgen meist dafür, dass die Gegner einen kurzen Moment langsamer sind als sonst.

Weitere Renn-Arten sind Knockout, bei dem jeweils der letzte in der Runde herausfliegt, Verfolgungsrennen, in denen wir in einer Bestzeit einen anderen Fahrer und seinen Vorsprung einholen müssen, oder Einzel-Zeitrennen, in denen wir zum Beispiel 90 Sekunden Zeit haben, um eine schnellste Runde herauszufahren. Anders als in der Formel 1 ist die Zeitvorgabe hier allerdings hart gesetzt und wir dürfen die angefangene Runde nicht noch beenden.

Couch oder Internet: Alles machbar
All die genannten Modi stehen uns in den drei Multiplayer-Optionen zur Verfügung. Ob wir allein mit bis zu sieben Kontrahenten über das Internet antreten, zu zweit am selben Gerät – egal ob am Fernseher oder im Tisch-Modus – gegeneinander, oder die beiden Modi kombinieren und uns zu zweit in Online-Rennen versuchen: Alle Spieloptionen stehen uns zur Verfügung. Wir können Gegenstände, Fahrzeuge, Strecken, Renntypen oder Rad-Arten zulassen oder verbieten. Das ist ein gelungenes Gesamtpaket, das für lange Zeit Spaß verspricht.

Geschrieben von Arne Ruddat

Fazit:

Table Top Racing: World Tour – Nitro Edition ist eine enorm wertsteigernde Verbesserung seiner Vorgänger. Genügend Abwechslung bieten die vielen Variablen in der Renngestaltung, und mit dem lokalen Multiplayermodus ist das Spiel für jegliche Altersklasse eine gute Gesellschaftsunterhaltung. Die kinderfreundliche Grafik der Autos ist auch bei den Waffen wiederzufinden, so sind die Raketen etwa Silvesterraketen, die beim Explodieren ein Feuerwerk hervorrufen. Die Schwierigkeitsgrade in den höheren Geschwindigkeitsklassen sind den Wagen und ihrem Fahrverhalten angemessen. Letztlich sorgt alle Fahrzeuge zu sammeln und aufzurüsten zusammen mit dem Abschließen aller Events für eine gute Langzeitmotivation.