Ultra Street Fighter II: The Final Challengers -  – TEST

Street Fighter II ist zurück. Wieder einmal. Seit der Erstveröffentlichung des Prügelspiel-Klassikers von Capcom 1991 gab es zahlreiche Neuauflagen und erweitere Versionen. Ultra Street Fighter II: The Final Challengers bringt das Kampfgeschehen nach langer Abstinenz wieder auf eine Nintendo-Konsole und hat ein paar Neuerungen im Gepäck.


Wie viele unterschiedliche Versionen, Neuauflagen, Edition und Varianten von Street Fighter II in den letzten 26 Jahren erschienen sind, ist kaum überblickbar. Für Nintendo-Fans fand der Prügelspíel-Klassiker erstmals als Street Fighter II: The World Warrior für das Super Nintendo Entertainment System Einzug auf den heimischen Fernseher. Die Switch-exklusive Neuauflage des zweiten Street-Fighter-Teils präsentiert sich klassisch mit kleinen Neuerungen.

Bekannte Prügeleien

Die Haupt-Modi sind altbekannt. In Arcade tretet ihr in diversen Schwierigkeitsgraden als einer der insgesamt neunzehn Kämpfer, von denen mit Evil Ryu und Violent Ken zwei komplett neu sind, auf der gesamten Welt gegen mehrere Kontrahenten hintereinander an, bevor es zur Auseinandersetzung mit M. Bison oder Akuma kommt. Kurze Endsequenzen vermitteln bei jedem Kämpfer die Geschichte und Beweggründe für die Teilnahme an dem Straßenkampf-Turnier. Neu ist hier wenig, dafür spielen sich die Kämpfe wahlweise in schicker HD-Grafik oder klassischem Pixel-Look gewohnt gut. Es macht noch genauso viel Freude wie vor über zwanzig Jahren auf dem Super Nintendo gegen Ryu, Chun-Li, Blanka, Guile und all die anderen anzutreten. Das gilt auch für den Versus-Modus, in dem ihr einzelne Kämpfe gegen die CPU oder andere Spieler austragen könnt. Auch das lokale Spiel mit zwei Switch-Konsolen steht hier zur Verfügung.

Capcom hat Ultra Street Fighter II: The Final Challengers allerdings auch neue Modi spendiert. Im Kumpelkampf treten wir entweder mit einem CPU-Partner oder einem anderen Spieler gegen einen einzelnen Gegner an. Das ist gerade aufgrund der spürbaren Übermacht unterhaltsam und kann abseits des Trainings-Modus genutzt werden, um für höhere Schwierigkeitsgrade und die dort wartenden Herausforderungen zu üben. Etwas weniger Sinn mag der Farben-Editor machen. Hier könnt ihr die Charaktere frei einfärben und pro Kämpfer zehn Varianten speichern. Als Individualisierungsmöglichkeit für Mehrspieler-Duelle eine nette Idee, angesichts der sowieso großen Anzahl an Farb-Variationen aber auch nicht mehr.

Ryus Joy-Con-K(r)ampf

Der wohl auffälligste neue Modus ist „Der Weg des Hado“. Dieser ist komplett auf die Möglichkeiten der Switch und der Joy-Con-Controller ausgelegt. Mittels Bewegungssteuerung verteidigt ihr euch als Ryu aus der Ego-Perspektive gegen Gegnerwellen. Laufen könnt ihr dabei nicht, stattdessen gilt es die richtigen Gesten zu machen, um wie in einem Light-Gun-Shooter die nahenden Shadaloo-Soldaten mit Ryus ikonischen Angriffen Hadoken oder Shoryuken zu bezwingen. Aufgrund der etwas anstrengenden und nicht immer einwandfreien Bewegungssteuerung ist dieser Modus trotz der Möglichkeit, Ryus Werte mit verdienten Erfahrungspunkten zu steigern, bestenfalls ein netter Bonus, der nach ein, zwei Runden kaum noch vor die Konsole lockt. Angesichts des restlichen Spiels, ist das allerdings zu verschmerzen und zeigt immerhin den Versuch der Entwickler, der Nintendo-Switch-Variante von Street Fighter II etwas Besonderes zu geben.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

Schon auf dem Super Nintendo hatte ich große Freude mit Street Fighter II, sodass die Neuauflage des Prügelspiels für die Nintendo Switch mehr als willkommen ist. Capcom zeigt wieder einmal, dass der zweite Teil der Reihe bis heute einer der besten Serienableger ist. Die vielen Inkarnationen unterstreichen das. Ultra Street Fighter II: The Final Challengers bietet genau das, was der Titel verspricht: Prügelspiel-Action im bekannten Street-Fighter-II-Korsett. Trotz der beiden neuen Kämpfer, der schicken HD-Grafik und den mehr oder weniger sinnvollen neuen Modi, bleibt der Titel dem Ursprung treu. Das ist sowohl positiv als auch negativ zu sehen. Kenner des Originals bekommen wenig Neues geboten, während Spieler, die bereits die Nachfolger gespielt haben, einige Elemente vermissen könnten. Dennoch habe ich Ultra Street Fighter II: The Final Challengers gerne gespielt und werde das Prügelspiel sicher für die eine oder andere Runde erneut starten. Besonders im Mehrspieler-Modus ist kurzweilige Kampf-Action garantiert. Zu viel sollten Fans moderner Genre-Vertreter aber nicht erwarten.