Langrisser I & II – VORSCHAU

Mit Fire Emblem: Awakening ist es Nintendo gelungen, nicht nur eine ganze Videospielserie vor dem Aus zu retten, sondern auch ein halbwegs tot geglaubtes Genre wieder salonfähig zu machen. Mit Langrisser I & II gesellt sich ein Remake zum Strategie-Rollenspielgenre hinzu.


Bei Langrisser I & II handelt es sich, wie der Titel des Doppelpacks schon vermuten lässt, um gleich zwei Spiele. Die ersten beiden Episoden der hierzulande eher unbekannten Reihe wurden in Japan in den Jahren 1991 und 1994 unter anderem für das Sega Mega Drive veröffentlicht, erschienen aber offiziell niemals in Europa. Im März 2020 soll dieser leidliche Umstand mit dem Remake allerdings behoben werden. Storytechnisch sollen die beiden Spiele der Geschichte des jeweiligen Originals entsprechen.

So findet die Handlung zwei Jahrhunderte nach einer großen Schlacht statt. Deren Nachwirkungen in Form von Plagen und kleineren Kriegen verschwinden peu à peu aus dem Land, doch dann ziehen am Horizont auch schon die nächsten Gewitterwolken auf. Das Böse will sich dem Land bemächtigen – und nur ein paar Helden können sich dem entgegen stellen. An genau diesem Punkt kommen wir ins Spiel und schlüpfen, wie das bei Strategie-Rollenspielen üblich ist, abwechselnd in die Haut von Charakteren wie Bernhardt, Leon, Egbert, Elwin, Hein, Liana und Cherrie. Gemeinsam mit diesen Recken ziehen wir dann in verschiedene Schlachten und erleben der Reihe nach kleinere wie größere Geschichten. Beispielsweise ist im Trailer schon zu sehen respektive zu hören, dass das gefürchtete Raygurad-Imperium in ein Dorf einmarschiert und Held Hein das verhindern muss.

Überarbeitete Mega-Drive-Klassiker

In puncto Gameplay ist Langrisser I & II wohl am ehesten mit der eingangs erwähnten Fire-Emblem-Reihe zu vergleichen, denn auch hier befehligen wir die einzelnen Helden mit ihren Armeen aus der leicht versetzten Vogelperspektive auf dem Schlachtfeld. Bei Feindkontakt öffnet sich ein separater Bildschirm, in dem sich die Figuren gegenseitig attackieren. Das wirkt auf der Nintendo Switch aber leider etwas unbeholfen oder gar ulkig, da sich die Entwickler unglücklicherweise für eine Verniedlichung der Charaktere im Chibi-Look entschieden haben. Ob das der ernsten Thematik unzuträglich ist, lässt sich abschließend an dieser Stelle natürlich nicht voraussagen, doch angetan sind wir – wie viele Fans des Originals – davon aber noch nicht.

Immerhin soll es möglich sein, zwischen einer leicht klassischen und einer aufpolierten Optik zu wählen. Die ursprünglichen Spielversionen sind aber nicht mit an Bord. Im Gegensatz zur Mega-Drive-Fassung, die dafür technisch maßlos überfordert gewesen wäre, sollen laut Publisher zudem sämtliche Texte auf Japanisch vertont sein. Zusammen mit der überarbeiteten Musik, die in ersten Hörproben wirklich stimmungsvoll ist, könnte genau dieser Aspekt eine unheimlich dichte Atmosphäre erzeugen. Zu guter Letzt verspricht der Publisher noch eine geschmeidige Steuerung, mit der die Schlachten angenehm zu befehligen sein sollen. Ob all die Versprechen aufgehen, erfahren wir spätestens am 13. März 2020.

Geschrieben von Eric Ebelt

Prognose:

Als recht großer Fan des Genres freue ich mich immer sehr darüber, wenn ein neues Spiel erscheint. Bei Langrisser I & II sind es aber zugleich zwei Spiele, mit denen ich mich auseinandersetzen darf. Zudem handelt es sich hierbei genau genommen um zwei Remakes zweier Klassiker, weshalb ich als ebenso großer Anhänger von Retro-Spielen gleich mehrfach angesprochen werde. Was ich bisher von Langrisser I & II gesehen habe, stellt mich durchaus zufrieden. Die Kämpfe nehmen größere Ausmaße an als in der Fire-Emblem-Reihe, die auf den ersten Blick stereotypisch wirkenden Helden treffen genau meinen Nerv und auch die musikalische Untermalung stimmt mich zufrieden. Lediglich der Chibi-Look der Charaktere auf dem Schlacht und in den einzelnen Kämpfen wirkt auf mich regelrecht wie ein Abziehbild günstig in Auftrag gegebener Anime-Produktionen. Ob das für mich ein unüberwindbarer Spielspaßhemmer sein könnte, werde ich aber erst beim persönlichen Anspielen des Titels feststellen, auf das ich mich aber schon sehr freue. Ein Glück, dass der 13. März 2020 nicht mehr ganz so weit entfernt ist.