Pokémon Schwert & Pokémon Schild – VORSCHAU

Pokémon Schwert & Pokémon Schild sind die ersten Pokémon-Hauptableger, die diesen Herbst den Sprung auf eine TV-Konsole schaffen. Doch schon jetzt ist klar: auch auf der neuen Nintendo-Hardware bleibt für Pokémon vieles beim Alten. 


Diesen November wird die achte Pokémon-Generation eingeläutet. Letztes Jahr erschienen zwar Pokémon: Let’s Go, Pikachu! & Let’s Go, Evoli! für Nintendo Switch und die Spin-offs konnten durchaus überzeugen, doch für einen gänzlich neuen Ableger sind die Erwartungen noch einmal höher. Dementsprechend lauter ist auch das negative Feedback der Fans, die mit manchen Entwicklungen der Reihe nicht zufrieden sind. Trotzdem sehen Pokémon Schwert & Schild in einigen Punkten vielversprechend aus.

Ein neues Abenteuer

Angefangen bei der neuen Galar Region, die sich optisch, kulturell und vom Klima an Großbritannien orientiert. Schon jetzt ist das präsente Thema der Industrialisierung in Form von Eisenbahnen und großen Städten voller rauchender Schlote abzusehen und wird mit Sicherheit auch Einfluss auf die Story haben.

Insgesamt hat Game Freak im Punkt Erzählung aber noch nicht viel Preis gegeben, die Grundlagen sind aber altbekannt: Das Ziel bleibt der Titel des Pokémon Champs, den wir herausfordern, sobald wir alle acht Arenaleiter der Region besiegt haben. Auf dieser Abenteuer-Reise werden wir von unserem neuen ehrgeizigen Rivalen Hop, der Pokémon-Professorin-Assistentin Sania und natürlich unserem Starter-Pokémon begleitet. Selbstverständlich wahlweise des Typs Feuer, Wasser oder Pflanze.

Im Gegensatz zu den ziegelroten Fabriken steht das Konzept der Naturzonen. In diesen offenen Arealen haben wir nicht nur erstmals Kontrolle über die Kamera (also den rechten Analogstick), sondern sind auch angehalten, diese freie Umgebung nach Herzenslust zu erkunden. Fahrzeuge werden das Reisen bequemer gestalten, trotzdem bleibt die Frage, ob die Gebiete im fertigen Spiel auch mit genug Inhalten zum Erkunden gefüllt werden. Ansonsten werden die Gebiete von den Spielern wohl schnell links liegen gelassen und wieder die gewohnten strukturierten Routen aufgesucht werden, die noch immer den größten Teil der Spielwelt ausmachen.

Fortschritt hat seinen Preis

An diesen Gebieten ist die technische Verwandtschaft zu den 3DS-Ablegern noch am besten zu erkennen. Aus festgelegten Perspektiven erkunden wir die Routen und Städte, den Unterschied zum 3DS machen hier die Hintergründe, die eine schöne Weitsicht und das Gefühl für die Spielwelt aufbauen. Charaktermodelle und Umgebungsdetails sind aber nur eine Stufe über 3DS-Niveau. Solange die Routen nicht so linear und kurz wie in Pokémon Sonne und Mond ausfallen, freuen wir uns aber schon darauf, die unterschiedlichen Areale der Galar Region aus diesen bewussten Perspektiven erkunden zu dürfen.

Was die Begegnungen mit wilden Pokémon angeht, so hat sich Game Freak für einen Mittelweg aus den alten Generationen und der Neuerung aus Pokémon: Let’s Go entschieden: Die Konfrontationen finden wieder wie gewohnt im hohen Gras statt, womit das Gras nach Let’s Go wieder einen Mehrwert bringt; trotzdem sind die herannahenden Pokémon in der Welt sichtbar und ein Kampf wohl vermeidbar. Ein Kompromiss, der in der Theorie nur Vorteile bietet.

Im hohen Gras selbst treffen wir sowohl auf gänzlich neue Pokémon wie auch auf eine Vielzahl alter. Alle Taschenmonster, deren Anzahl Ende dieses Jahres auf über 1000 anwächst, werden in der achten Pokémon Generation zunächst aber nicht enthalten sein. Ein herber Rückschlag für Spieler, die ihre Lieblingspokémon auf die neuen Editionen übertragen wollen (was erstmal nicht möglich sein wird), ebenso wie für die kompetitive Szene, die nur einen reduzierten Pool an Pokémon zur Auswahl haben wird. Diese Spieler werden sich auch mit dem Gedanken anfreunden müsse, dass Mega-Entwicklungen und Z-Attacken der Vergangenheit angehören. An dessen Stelle wird das neue Feature namens Dynamax treten. Wie der Namen schon vermuten lässt, handelt es sich um eine Verwandlung in Form einer drastischen Vergrößerung. Allerdings nur einmal pro Kampf einsetzbar, schrumpfen die Pokémon nach drei Runden automatisch wieder zu ihrer ursprünglichen Größe zurück. Dafür kann sich theoretisch jedes Pokémon „aufblasen“, womit auch stärkerer Attacken einhergehen – dasselbe gilt auch für den Gegner; der richtige Zeitpunkt für das Dynamaxing ist hier entscheidend.

Ein Feature, dass nicht nur die hochaufgelösten Pokémon zur Schau stellt, sondern hoffentlich auch in den entscheidenden Momenten der Story zum Einsatz kommen wird. In den Arenen, angelehnt an riesigen Sportstadien mit großen Tribünen, werden die Leiter auf jeden Fall davon Gebrauch machen.

Geschrieben von Jonas Maier

Kurz-Prognose:

Prognose:

Ich freue mich sehr auf die neuen Editionen, daran konnten auch die letzten Enthüllungen nur wenig ändern. Mein Wunsch ist eine entschlackte Pokémon-Erfahrung mit dem Fokus auf dem Begriff Abenteuer. Denn das ist es, was ich an den alten Generationen so großartig fand. Immer dann, wenn die Story, die selten über das Mittelmaß hinausging, oder die Figuren mit endlosen Dialogboxen den Spielfluss gestört haben, fühlte ich mich nicht so abgeholt, wie wenn ich einfach eine Route in Ruhe erkunden durfte. Da gefällt mir der bisherige reduzierte Ansatz von Pokémon Schwert & Pokémon Schild sehr gut. Dass bestimmt hunderte Pokémon nicht enthalten sein werden ist schade, aber nichts was mich – als einen Pokémon-Gelegenheitsspieler – sonderlich frustriert. Eher sehe ich es als Chance für Interessierte, die in dieser entschlackten Version schneller im kompetitiven Online-Modus Fuß fassen können. Wie sich das Ganze im fertigen Spiel aber äußert, bleibt wohl bis November offen.