Star Ocean: The Second Story R – VORSCHAU

Im Jahr 1998 erschien Star Ocean: The Second Story für die PlayStation. Nach der 2008 veröffentlichten PlayStation-Portable-Neuauflage Star Ocean: Second Evolution soll der Titel am 2. November 2023 mit Star Ocean: Second Story R noch ein zweites Remake erhalten.


Wer die ursprüngliche Fassung von Star Ocean: The Second Story R oder das Remake auf der PlayStation Portable bereits gespielt hat, dürfte sich im Rollenspiel direkt heimisch fühlen. Zwanzig Jahre nach den Geschehnissen des ersten Serienteils schlüpfen wir in die Rolle von Claude C. Kenny, einem Föderationsoffizier, den es auf einen fremden Planeten verschlägt und einen Weg nach Hause sucht. Dort lernt er Rena Lanford kennen, die in dem Fremden einen legendären Helden sieht, der ihr Volk retten soll. Auch der zweite Serienteil verknüpft Science-Fiction- mit Fantasy-Elementen, woran sich im zweiten Remake nichts ändern dürfte.

Interessanter sind da für uns schon die zahlreichen Neuerungen, Änderungen und Informationen, die uns Square Enix im Rahmen von Trailern vor Augen führt. Am auffälligsten dürfte der geänderte Grafikstil sein. So bewegen wir uns mit unserer Gruppe, die durch zweidimensionale Sprites definiert wird, durch eine Welt, die aus dreidimensionalen Objekten besteht. Ein wenig erinnert dies an Octopath Traveler II oder Triangle Strategy, geht in Star Ocean: The Second Story R jedoch in eine andere grafische Richtung. Während die indirekten Konkurrenten an die 16-Bit-Ära erinnert, orientiert sich die Weltraumoper etwas mehr an der 32-Bit-Zeit. Square Enix spricht hier von einer 2,5D-Ästhetik. Wir haben nichts daran auszusetzen.

Helden einmal ganz privat

Kommen wir aber nun zum Gameplay des Spiels. Bewegen wir uns über die Oberwelt, so können wir die Karte wie im ursprünglichen Spiel um 360 Grad drehen, um den Überblick zu behalten. Durch die deutlich aufgebohrte Grafik wirkt das im Remake jedoch wesentlich atmosphärischer. Hinzu kommt, dass sich unsere Gruppe bei der Weltenreise unterhält. Weitere Dialoge finden im Menü statt. Hier erhalten wir Hinweise zum nächsten Ziel. So wollen die Entwickler bei Square Enix und Gemdrops das Gruppenspiel ein wenig stärken. Das ist etwas, was japanische Rollenspiele abseits der wichtigsten Story-Sequenzen immer mehr lernen und in Star Ocean: The Second Story R als positive Entwicklung gewertet werden kann.

Verlassen wir die Oberwelt und betreten Städte, kommen so genannte private Aktionen zur Geltung. Bei den privaten Aktionen handelt es sich um Szenarien, die zwischen den Recken der Gruppe stattfinden und die sozialen Beziehungen festigen sollen. Laut Publisher werden diese Interaktionen starke Auswirkungen auf das Ende haben. Das Original hatte 86 Enden, die sich aber logischerweise nur in Nuancen unterscheiden. Wir glauben nicht, dass Square Enix so viel Aufwand betrieben hat, um dieses Konzept aufzulockern. Mehr Auflockerung dürften da schon die neuen Nebenquests sein, die die Entwickler nachträglich ins Spiel implementiert haben.

Actionreiches Kampfsystem

Wie es sich für japanische Rollenspiele gehört, werden wir auch in Star Ocean: The Second Story R jede Menge Kämpfe bestreiten können. Durch das sogenannte Symbol Encounter System können wir Gegner, als bunte Staubwolken visualisiert, jederzeit und überall erkennen. So können wir diesen ähnlich wie in Tales of Symphonia Remastered ausweichen oder direkt den Konflikt suchen. Beim Symbol Encounter System können sich die Staubwolken aber vermischen, wodurch wir mehrere Gegnergruppen hintereinander auseinandernehmen dürfen. Wer in japanischen Rollenspielen gerne seine Gruppe aufstuft und Geld für die beste Ausrüstung sammelt, dürfte bei Star Ocean: The Second Story R aufgrund Multiplikatoren viel Spaß haben.

Im Gegensatz zu den meisten japanischen Rollenspielen der 1990er-Jahre setzt Star Ocean: The Second Story R auf ein actionreiches und nicht auf ein rundenbasiertes Kampfsystem. In abgesteckten Arealen greifen wir die Gegner an, um ihre Verteidigung zu durchbrechen und kritische Treffer zu landen, setzen hin und wieder magische Zaubersprüche ein und weichen zur Regeneration von Magiepunkten gegnerischen Attacken aus. Wollen wir unsere Gruppe auf sämtliche Eventualitäten einstellen, sollen wir ab einem bestimmten Zeitpunkt im Spiel auch die Kampfformation ändern können. Wir sind gespannt, ob dies die Kämpfe weiter aufwertet.

Annehmlichkeiten des Remakes

Für jeden Stufenaufstieg erhalten wir Kampfpunkte, mit denen wir unsere Angriffstechniken aufpolieren. Darüber hinaus regnet es Fähigkeitspunkte, mit denen wir Fähigkeiten wie die Objektherstellung verbessern können. Diese ist auch in Star Ocean: The Second Story R wieder mit von der Partie. Gegenstände sollen wir in diesem System mit verschiedenen Faktoren ausstatten können; unter anderem mit der Möglichkeit, bei einem Treffer Lebenspunkte zu regenerieren. Wie stark diese Objekte im Endeffekt werden können, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

Selbiges gilt auch für andere Annehmlichkeiten, die es in das Spiel geschafft haben. Neben der Fähigkeit schnell an andere Orte reisen zu können, dürfen wir an verschiedenen Stellen der Welt angeln gehen. Hier sammeln wir nicht nur verschiedene Fische. Wie wir im Trailer sehen können, kommt es vor, dass wir Schätze oder Monster aus den Tiefen des Meeres fischen. Ebenfalls können wir einzigartige Punkte in der Spielwelt finden; zum Beispiel einen Wasserfall oder eine Statue. Als Belohung gibt es auch hier Items und Erfahrungspunkte. Ob all das etwas an der Balance des Schwierigkeitsgrads ändert, wird sich im Test zeigen müssen. Wir sind auf jeden Fall gespannt, welchen Eindruck das fertige Remake bei uns schließlich hinterlassen wird. Gestimmt sind wir definitiv positiv.

Geschrieben von Eric Ebelt

Prognose:

Auf der Gamescom 2023 in Köln konnte ich Star Ocean: The Second Story R erstmals spielen. In der Demofassung konnte ich einen Berg erklimmen, ein paar Kämpfe bestreiten und einen Bossgegner plätten. Einen guten Eindruck vom Kampfsystem, das sich ein wenig hakelig anfühlt, konnte ich demnach bereits erhalten. Die weiteren und deutlich wichtigeren Eindrücke habe ich durch den von Square Enix veröffentlichten Gameplay-Trailer gewinnen können. Auf die im eShop erhältliche Demofassung habe ich bewusst verzichtet, da diese den Anfang des Spiels bildet – und hier möchte ich mich persönlich lieber überraschen lassen, wenn ich im November loslege. Auch wenn ich gerade von den Kämpfen noch nicht hundertprozentig angetan bin, so reichen mir die anderen Einblicke ins Spiel aus, um zu wissen, dass mich hier sehr viel Spielspaß erwarten wird. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich die ganze Welt bereisen möchte, alle Orte aufsuchen und wohl einige der privaten Aktionen erleben werde, um in Star Ocean: The Second Story R immer tiefer abtauchen zu können. Als Genre-Fan und Retro-Fanatiker komme ich ohnehin nicht um den Titel herum. Wer ein Herz für Klassiker hat oder auf Science Fiction und Fantasy steht, sollte sich den 2. November 2023 unbedingt rot im Kalender markieren.