Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection – VORSCHAU

Monster zähmen statt jagen ist die Prämisse der Monster-Hunter-Stories-Spiele. Die JRPG-Spin-offs zu Capcoms Erfolgsreihe erhalten am 13. März einen dritten Teil, der unter anderem für die Nintendo Switch 2 erscheint. Als Prinz oder Prinzessin ist es unsere Aufgabe das Aussterben der Monster zu erkunden, ein mysteriöses Phänomen zu erforschen und einen Krieg zu verhindern. Was euch in dem Rollenspiel erwartet, verraten wir euch vorab in der NMag-Vorschau zu Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection


Wie schon nach dem ersten Teil, der 2016 erstmals für den Nintendo 3DS erschien, mussten Fans nach Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin fast fünf Jahre auf einen Nachfolger warten. Am 13. März erscheint Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection endlich für Nintendo Switch 2, PlayStation 5, Xbox Series X|S und den PC. Bereits zuvor hat Capcom am 05. Februar eine Demo-Version des Rollenspiels veröffentlicht. Diese gewährt einen sehr umfangreichen ersten Einblick in die Geschichte und das Gameplay. Nach über zehn Stunden sind viele Fragen rund um den neuen JRPG-Ableger der Monster-Hunter-Reihe geklärt, andere sind noch offen.

Bedrohte Monster

Erneut ist Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection in der bekannten Welt der Spielereihe angesiedelt, erzählt aber eine unabhängige Geschichte. Verbindungen zu den beiden Vorgängern sind wahrscheinlich, dennoch wird das Rollenspiel auch für sich stehend funktionieren. Die Geschichte beginnt zehn Jahre vor den Ereignissen des Spiels. Bei einer Expedition wird ein seltenes Rathalos-Ei entdeckt. Diese Monster-Art ist wie viele andere vom Aussterben bedroht, weshalb im Königreich Azuria sofort Aufregung herrscht und das Ritual zur Erweckung des Monsters eingeleitet wird. Allerdings schlüpft nicht ein Rathalos, sondern gleich zwei, was als böses Omen gilt. Zudem tragen sie das Zeichen der Himmelsschuppen, das an den verheerenden Bürgerkrieg vor zweihundert Jahren erinnert, der Azuria und Vermeil voneinander getrennt hat. Noch in Misstrauen und Hass verbunden, droht erneut ein Krieg auszubrechen. Als Prinz oder Prinzessin von Azuria, ist es zehn Jahre nach der Geburt der Rathalos herauszufinden, was wirklich vor sich geht.

Bevor wir in Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection einsteigen, können wir in einem rudimentären, aber ausreichend umfangreichen Editor unseren Charakter erstellen. Das Aussehen lässt sich früh wieder verändern – inklusive des Geschlechts. Entsprechend ist die Wahl zu Beginn nicht endgültig. Anschließend übernehmen wir als Prinz oder Prinzessin von Azuria zugleich die Rolle des Anführers der Ranger, einer kleinen Einheit von Ridern, die für den Erhalt der Monster, des Ökosystems und andere Aufgaben zuständig sind. Damit erhalten wir abseits der üblichen Rolle als Rider wieder eine besondere Aufgabe, die die Hauptfiguren von anderen Charakteren abgrenzen. Bereits in der Demo-Version wird eine spannende und wendungsreiche Geschichte mit viel Potential erzählt. So schließen sich uns nach einiger Zeit eine zentrale Akteurin an und erst langsam kristallisiert sich heraus, was uns in dem Rollenspiel erwartet, um den Krieg zwischen Azuria und Vermeil zu verhindern. Dabei nimmt das langsame Aussterben der Monster sowie die Rückkehr des Ei-Quarz, in dem alte, oft unbekannte Monster eingeschlossen sind, eine zentrale Rolle ein.

Kämpfe mit Taktik

Beim Gameplay bleibt Monster Hunter Stories 3 den Vorgängern treu, baut das Spielprinzip aber spürbar aus. Aus der Third-Person-Perspektive erkunden wir Azuria und die umliegenden Ebenen, kämpfen gegen Monster und bemächtigen uns in Nestern neuer Monster-Eier, um weitere Monsties zu züchten und unsere Gruppe zu vergrößern. Versteckte Geheimnisse und eher simple Nebenquests bringen Abwechslung in die Erkundung. Vor allem stellen wir uns aber den rundenbasierten, taktischen Kämpfen. Treffen wir auf ein wildes Monster, wechselt das Spiel in die Kampfszene. Hier erteilen wir unserem Charakter Befehle und können auch unseren Monstie-Begleiter wechseln sowie dessen Verhalten festlegen. Das ist wichtig, da das Rollenspiel in den Kämpfen nicht nur Elementare-Stärken- und Schwächen nutzt, sondern auch die Wechselwirkung von drei Angriffsarten in den Vordergrund stellt. Starke Angriffe schlagen Technik-Attacken, diese wiederum sind effektiv gegen Tempo-Aktionen, die ihrerseits starke Angriffe übertrumpfen. Entsprechend ist es wichtig, zu wissen, wie Gegner agieren, um sich ihnen anzupassen.

Zusätzlich ist es von Bedeutung, welche Waffenart wir einsetzen, da diese unterschiedliche Schadensarten haben. Es ist also zu berücksichtigen, ob ein Monster anfällig gegen Schlag- oder Stichschaden ist. Allerdings lassen sich bei vielen Monstern unterschiedliche Körperregionen angreifen, die abweichende Anfälligkeiten gegen Schadenstypen haben. Attackieren wir ein Körperteil lange genug, kann dieses brechen, was Gegner deutlich schwächt und dazu führen kann, dass bestimmte Angriffe ausbleiben. Gerade bei besonders starken Widersachern ist das essentiell für den Sieg. Spezialaktionen wie das mit gefülltem Bindungsbalken mögliche Riding und einer gemeinsamen Bindungsfähigkeit mit eurem Monster bringen zusätzliche taktische Tiefe in den Kampf. Außerdem stellen wir uns nicht alleine den Gegnern. An unserer Seite kämpft stets eines der Gruppenmitglieder mit dem eigenen Monstie. Befehle dürfen wir diesen allerdings nicht erteilen. Dafür kann im Menü die Verhaltensweise anhand einiger weniger Befehle festgelegt werden. Schon die Auswahl unseres Begleiters kann Einfluss auf den Verlauf des Kampfes und die taktischen Möglichkeiten haben.

Eiersuche & Ökosystem-Wiederbelebung

Wie bereits erwähnt, bemächtigen wir uns während der Erkundungen verschiedener Monster-Eier. Dafür betreten wir Nester, schnappen uns ein Ei und versuchen dieses nach draußen zu bringen. Ein Prinzip, das bereits seit dem ersten Teil der Reihe dazu dient, neue Monsties für unser Team zu rekrutieren. Allerdings benötigen wir Monsties nicht nur für unsere Gruppe, sondern auch, um das Ökosystem wiederherzustellen. Haben wir ein unbändiges Monster, besonders starke und gefährliche Feinde, die vom Ei-Quarz beeinflusst werden, einer Region besiegt, können wir ein Lager errichten. Das ermöglicht es uns, das Ökosystem wiederherzustellen. Dafür gilt es Eier zu finden, Monsties auszubrüten und diese wieder in die Wildnis zu entlassen, damit sich die Population dieser Monsterart im entsprechenden Gebiet vergrößert. Dadurch ist es zudem möglich, stärkere Eier und somit stärkere Monsties mit höherer Stufe zu finden. Ein wichtiger Faktor, um unsere Gruppe weiter zu stärken.

Zusätzlich ist der Aufbau des Ökosystems direkt in die Geschichte eingeflochten. So ist es die Aufgabe der Ranger dafür zu sorgen, dass vom Aussterben bedrohte Monster wieder zurückkehren. Dafür müssen invasive Monster vertrieben und die in ihren Nestern befindlichen, sehr seltenen Eier gerettet werden. Nur auf diese Weise ist es möglich, bestimmte Spezies wieder anzusiedeln. Insgesamt können neben den fünf standardmäßigen Monsterarten eines Gebiets bis zu fünf weitere dort ihre Heimat finden. Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass Mutationen, die jeweils einen Platz einnehmen, möglich sind. Aus einem Rathian kann beispielsweise ein Giftstachel-Rathian mit abweichenden Werten und Fähigkeiten werden. Das ist spannend, allerdings bleibt noch abzuwarten, wie komplex die Wiederherstellung des Ökosystems letztlich wird.

Verbesserte Charaktere

Ansonsten folgt Monster Hunter Stories 3 gewohnten Mustern der Reihe und von Rollenspielen allgemein. So sammeln wir Erfahrungspunkte, die wir abseits von Kämpfen etwa für das Sammeln von Ressourcen erhalten, und steigen mit diesen im Level auf. In der Demo ist das Höchstlevel auf zehn festgelegt, weshalb einige Spielmechaniken eingeschränkt bleiben. Zusätzlich können wir bei Schmieden mit gesammelten Materialien neue Rüstungen und Waffen herstellen. Hier greift das grundlegende Monster-Hunter-Prinzip zur Verbesserung des eigenen Charakters. Zusätzlich können Rüstungen und Waffen verbessert werden. Neben Angriffs- und Verteidigungswert sind weitere Faktoren bei der Wahl eurer Ausrüstung zu bedenken. So sind die im Kampf zur Verfügung stehenden Fähigkeiten direkt mit eurer ausgerüsteten Waffe verbunden. Da wir bis zu drei tragen und diese im Kampf frei wechseln können, sorgt das für weitere taktische Tiefe.

Optisch setzt Monster Hunter Stories 3 wieder auf einen bunten Anime-Stil. Dieser wirkt allerdings erneut ein wenig erwachsener als noch in den Vorgängern, was vor allem der Darstellung der Figuren zu verdanken ist. Trotzdem bleibt das Rollenspiel dem eindeutig verspielten und farbenfrohen Grundstil treu. Dabei ist die Grafik wunderschön, setzt auf detailreiche Charakter- und Monsterdesigns sowie effektvolle Angriffe und Spezialfähigkeiten im Kampf. Während das Rollenspiel auf allen Systemen flüssig läuft, unterscheiden sich Auflösung und Bildwiederholungsrate. Auf PlayStation 5 und Xbox Series X werden über sechzig Bilder pro Sekunde bei hoher 4K-Auflösung geboten. Die Switch 2 schafft hingegen in der Demo-Version lediglich dreißig Bilder pro Sekunde bei einer niedrigeren Auflösung. Wirklich schlechter sieht das Rollenspiel aber im direkten Vergleich nur minimal aus. Außerdem bleibt noch abzuwarten, wie sich Grafik und Technik in der Vollversion präsentieren. Der sehr positive Eindruck der Demo-Version wird vom stimmungsvollen Soundtrack, der sehr guten japanischen Vertonung und den gelungenen deutschen Texten abgerundet. Sollten sich in der Vollversion keine unerwarteten Probleme zeigen, erwartet Rollenspiel-Fans am 13. März ein möglicher Genre-Hit.

Geschrieben von Alexander Geisler

Prognose:

Alexander Geisler

Als Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection angekündigt wurde, war das für mich eine große Überraschung. Obwohl Capcom den ersten Teil für aktuelle Systeme portiert und Monster Hunter Stories 2 nach der Switch und dem PC auch auf andere Plattformen gebracht hat, habe ich mit keinem Nachfolger mehr gerechnet. Und dann sah Monster Hunter Stories 3 bereits im ersten Trailer so gut aus. Wunderschöne Anime-Grafik, eine potentiell spannende Geschichte und ein neugierig stimmendes Gameplay haben dafür gesorgt, dass das Rollenspiel weit oben auf meiner Wunschliste für 2026 steht. Die Demo-Version hat mir einen wesentlich umfangreicheren Einblick in Monster Hunter Stories 3 gewährt, als ich erwartet habe. Nach weit über zehn Stunden Spielzeit wollte ich gar nicht mehr aufhören und habe mit Begeisterung Monster-Eier gesammelt, das Ökosystem gestärkt ,Kämpfe bestritten – und natürlich die Geschichte erlebt. Nach dem Ende bin ich noch gespannter auf die Vollversion und sehr zuversichtlich, dass am 13. März ein zumindest sehr gutes Rollenspiel erscheint. Genre- und Reihen-Fans sollten sich den Tag vormerken. Und wer möchte, kann die Demo spielen. Der Fortschritt wird in die Vollversion übertragen.