Beitragsbild von Donkey Kong Bananza

Donkey Kong Bananza – TEST

Mit Donkey Kong Bananza kehrt Nintendos berühmter Gorilla nach langer Zeit in einem vollständig neuen 3D-Abenteuer zurück. Entwickelt vom Team hinter Super Mario Odyssey, verbindet das Spiel klassische Jump-’n‘-Run-Elemente mit frischen Ideen und stellt Donkey Kong so eindrucksvoll wie lange nicht mehr in den Mittelpunkt. Bereits vor der Veröffentlichung machte Nintendo deutlich, dass Donkey Kong nicht nur optisch, sondern auch spielerisch neue Wege einschlagen soll.


Die Geschichte beginnt tief unter der Oberfläche des Planeten, wo Donkey Kong bei seiner Arbeit in einer Mine auf geheimnisvolle goldene Bananen stößt. Die unerwartete Entdeckung bleibt jedoch nicht lange ungestört, denn eine zwielichtige Organisation setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die den Affen auf eine Reise durch zahlreiche unterirdische Regionen führt. Schon früh begegnet Donkey Kong dabei der jungen Sängerin Pauline, die ihn fortan begleitet. Gemeinsam stellen sich beide den unterschiedlichsten Herausforderungen und entwickeln sich schnell zu einem sympathischen Gespann. Die Geschichte lebt weniger von überraschenden Wendungen als vielmehr von ihren charmanten Figuren, humorvollen Dialogen und einer angenehm lockeren Inszenierung.

Donkey Kong und Pauline

Die Handlung bleibt dabei bewusst im Hintergrund und dient in erster Linie als roter Faden für das eigentliche Abenteuer. Statt lange Zwischensequenzen in den Mittelpunkt zu stellen, führt Donkey Kong Bananza uns zügig in seine abwechslungsreiche Welt ein und weckt schnell unsere Neugier, die unterschiedlichen Regionen zu entdecken. Welche spielerischen Ideen Nintendo dabei bereithält, zeigt sich bereits nach kurzer Zeit und bildet das Fundament für den weiteren Spielverlauf.

Fels für Fels zum Ziel – Die zerstörbare Spielwelt als Herzstück des Abenteuers

Schon nach wenigen Minuten wird deutlich, wodurch sich Donkey Kong Bananza von anderen Jump-’n‘-Runs abhebt. Statt Hindernisse lediglich zu überwinden, beseitigt Donkey Kong sie kurzerhand mit seiner enormen Kraft. Felswände brechen unter seinen Schlägen auseinander, Tunnel werden freigelegt und selbst unscheinbare Gesteinsformationen entpuppen sich häufig als Zugang zu versteckten Bereichen. Die nahezu vollständig zerstörbare Spielwelt bildet dabei weit mehr als nur einen optischen Effekt – sie ist das zentrale Spielelement und prägt nahezu jede Erkundungstour. Nintendo nutzt dieses Konzept konsequent aus. Abseits der offensichtlichen Wege warten versteckte Sammelobjekte, optionale Herausforderungen und kleine Geheimnisse darauf, von uns entdeckt zu werden. Dadurch lohnt es sich fast immer, die Umgebung aufmerksam zu untersuchen und mit Donkey Kongs Fähigkeiten zu experimentieren. Das sorgt für einen natürlichen Entdeckerdrang, ohne den Spielfluss durch unnötige Suchaufgaben auszubremsen.

Unterstützung erhält Donkey Kong dabei von Pauline, die weit mehr als nur eine Begleiterin der Handlung ist. Mit ihren besonderen Gesangsfähigkeiten aktiviert sie die sogenannten Bananza-Verwandlungen und eröffnet dadurch neue spielerische Möglichkeiten. Besonders gelungen ist dabei, dass Paulines Gesang nicht nur erzählerisch begründet wird, sondern unmittelbar Einfluss auf das Spielgeschehen nimmt. Dadurch wächst sie schnell über die Rolle einer klassischen Begleitfigur hinaus. Ein zweiter Spieler kann dabei in die Rolle von Pauline schlüpfen und – sowohl lokal als auch online über GameShare – unterstützend eingreifen.

Donkey Kong Bananza

Den Anfang macht die Kong-Bananza, in der Donkey Kong seine ohnehin enorme Kraft noch weiter steigert. Besonders widerstandsfähige Hindernisse lassen sich damit mühelos zerschlagen und Gegner deutlich effektiver bekämpfen. Weitere Verwandlungen erweitern das Repertoire im späteren Spielverlauf sinnvoll und fügen sich nahtlos in das bestehende Spielkonzept ein, ohne wie ein aufgesetztes Gimmick zu wirken. Ebenso gelungen ist das Tempo, mit dem Donkey Kong Bananza neue Mechaniken einführt. Statt sämtliche Möglichkeiten bereits zu Beginn offenzulegen, erweitert Nintendo das Gameplay Schritt für Schritt. Fast jede neue Region ergänzt das Abenteuer um weitere Ideen und sorgt dafür, dass sich das Spiel auch nach vielen Stunden kontinuierlich weiterentwickelt. Genau diese gelungene Mischung aus Erkundung, Zerstörung und stetig neuen Möglichkeiten macht einen großen Teil der Faszination von Donkey Kong Bananza aus.

Abwechslungsreiche Biome mit cleverem Spielfluss

Neben der außergewöhnlichen Zerstörungsmechanik überzeugt uns Donkey Kong Bananza vor allem durch sein abwechslungsreiches Leveldesign. Jede Region besitzt ihren eigenen Charakter und überrascht mit neuen Ideen, ohne dabei den spielerischen Kern aus den Augen zu verlieren. Von weitläufigen Höhlensystemen über dicht bewachsene Dschungel bis hin zu eisigen Landschaften und geheimnisvollen Ruinen unterscheiden sich die einzelnen Biome nicht nur optisch, sondern bringen regelmäßig neue Herausforderungen und kleine Kniffe mit sich. Dadurch entsteht nie das Gefühl, bekannte Spielabläufe lediglich in einer anderen Kulisse zu wiederholen. Besonders gelungen ist dabei, wie eng Erkundung und Spielfortschritt miteinander verknüpft sind. Abseits des eigentlichen Weges warten versteckte Höhlen, optionale Plattformpassagen und zahlreiche Sammelobjekte darauf, von uns entdeckt zu werden. Wir werden dabei nicht gezwungen, jeden Winkel abzusuchen, sondern werden für unsere Neugier auf natürliche Weise belohnt. Wer aufmerksam unterwegs ist, entdeckt regelmäßig kleine Geheimnisse, die den Spielfluss sinnvoll ergänzen und das Erkunden dauerhaft motivierend gestalten.

Zusätzlichen Anreiz bietet uns der übersichtlich gestaltete Fähigkeitenbaum. Die während des Abenteuers gesammelten Banandium-Edelsteine lassen sich in neue Fertigkeiten oder Verbesserungen investieren. Mehr Lebenspunkte, stärkere Angriffe oder Erweiterungen der Bananza-Verwandlungen verleihen Donkey Kong spürbare Vorteile, ohne das Spiel unnötig zu verkomplizieren. Diese stetige Charakterentwicklung vermittelt zwar das angenehme Gefühl, mit jeder Region stärker zu werden, nimmt den späteren Bosskämpfen dadurch aber gleichzeitig einen Teil ihrer spielerischen Herausforderung. Abwechslungsreich präsentieren sich auch die zahlreichen optionalen Herausforderungen. Kurze Geschicklichkeitsprüfungen, kleinere Kampfarenen oder knackige Plattformpassagen lockern den Spielfluss immer wieder auf und erinnern uns stellenweise an klassische Bonuslevel früherer Donkey-Kong-Spiele. Da sie meist nur wenige Minuten in Anspruch nehmen und gleichzeitig attraktive Belohnungen bieten, fügen sie sich harmonisch in den Spielfluss ein und wirken nie wie künstlich gestreckte Nebenaufgaben.

klassisches Level

Gerade dieser gelungene Wechsel aus Erkundung, Charakterentwicklung, optionalen Herausforderungen und den abwechslungsreichen Biomen sorgt jedoch dafür, dass Donkey Kong Bananza uns kontinuierlich bei der Stange hält. Kaum ist eine Region abgeschlossen, macht die nächste bereits neugierig auf neue Ideen und bislang unentdeckte Geheimnisse – ein Spielfluss, den Nintendo über nahezu das gesamte Abenteuer konsequent aufrechterhält. Den Abschluss einer Region bilden in der Regel die Bosskämpfe. Diese überzeugen mit kreativen Designs, abwechslungsreichen Angriffsmustern und einer stimmungsvollen Inszenierung, die die Besonderheiten des jeweiligen Bioms gelungen aufgreift. Gleichzeitig bleibt der Schwierigkeitsgrad über weite Strecken überraschend moderat. Spätestens mit einigen freigeschalteten Fähigkeiten und den Bananza-Verwandlungen verlieren viele Begegnungen einen Teil ihrer Herausforderung und sind häufig bereits im ersten Anlauf zu bewältigen. Etwas mehr Gegenwehr hätte den insgesamt hervorragend inszenierten Bosskämpfen gutgetan und den Fortschritt innerhalb der Charakterentwicklung noch stärker zur Geltung gebracht.

Bananza im Rhythmus oder kleine Stolpersteine?

Donkey Kong Bananza präsentiert sich in einer farbenfrohen Comic-Optik, die den Charme der Reihe hervorragend einfängt. Die abwechslungsreichen Biome überzeugen uns mit hohem Detailgrad, kräftigen Farben und stimmungsvoller Beleuchtung, wodurch jede Region ihren eigenen Charakter erhält. Besonders gelungen ist dabei die Neuinterpretation Donkey Kongs. Nachdem Nintendo dem Gorilla bereits im Der-Super-Mario-Bros.-Film und anschließend in Mario Kart World ein überarbeitetes Erscheinungsbild spendiert hat, kommt dieses Design nun erstmals in einem eigenen Abenteuer vollständig zur Geltung. Der freundlichere Gesichtsausdruck, die lebhaften Animationen und die stärkere Orientierung an den frühen Darstellungen der Figur verleihen Donkey Kong spürbar mehr Persönlichkeit, ohne seinen Wiedererkennungswert einzubüßen. Auch Pauline sowie die zahlreichen Bewohner und Gegner profitieren von dieser Detailverliebtheit und sorgen mit ausdrucksstarken Animationen für eine lebendige Spielwelt.

Trotz der gelungenen Präsentation bleibt Donkey Kong Bananza nicht frei von kleineren technischen Schwächen. Vor allem in größeren Arealen oder bei besonders aufwendigen Zerstörungseffekten kommt es vereinzelt zu Framerate-Einbrüchen. Hinzu kommen gelegentliche Pop-ins sowie sichtbar nachladende Schatten, die den insgesamt hochwertigen Eindruck etwas trüben. Zwar fallen uns diese Unsauberkeiten regelmäßig auf, ernsthaft beeinträchtigen sie den Spielfluss jedoch nur selten.

Die Steuerung überzeugt dagegen über weite Strecken. Donkey Kong reagiert präzise auf unsere Eingaben und auch die zahlreichen Fähigkeiten gehen schnell in Fleisch und Blut über. Lediglich die Kameraführung verlangt in engen Höhlen oder während besonders hektischer Zerstörungsaktionen gelegentlich nach einer manuellen Korrektur. Wirklich problematisch wird dies zwar nie, vereinzelt entstehen dadurch jedoch kurze Momente der Unübersichtlichkeit.

Die musikalische Gestaltung zählt wiederum zu den größten Stärken des Abenteuers. Jede Region wird von einem eigenen Soundtrack begleitet, der ihre Atmosphäre wirkungsvoll unterstreicht und bekannte Melodien der Reihe gekonnt mit neuen Kompositionen verbindet. Besonders gelungen ist dabei die Einbindung von Pauline, deren Gesang nicht nur die Handlung begleitet, sondern auch spielerisch während der Bananza-Verwandlungen eine zentrale Rolle einnimmt. Zusammen mit den wuchtigen Soundeffekten der zerstörbaren Spielwelt entsteht eine Klangkulisse, die jede Aktion kraftvoll unterstützt und das Abenteuer bis zum Abspann abwechslungsreich begleitet.

Geschrieben von Sören Jacobsen

Fazit:

Sören Jacobsen

Mit Donkey Kong Bananza gelingt Nintendo weit mehr als nur die Rückkehr einer bekannten Figur. Das Spiel zeigt, wie überzeugend sich Donkey Kong als modernes 3D-Abenteuer neu interpretieren lässt, ohne dabei den Charakter der Reihe aus den Augen zu verlieren. Die zerstörbare Spielwelt, das abwechslungsreiche Leveldesign und die stetige Erweiterung der eigenen Fähigkeiten greifen hervorragend ineinander und sorgen durchgehend für einen motivierenden Spielfluss. Besonders gefällt mir dabei, wie konsequent Nintendo seine zentrale Idee umsetzt. Das Zerschlagen der Umgebung bleibt nicht bloß ein kurzlebiger Effekt, sondern bildet das spielerische Fundament des gesamten Abenteuers. Gleichzeitig verleihen Pauline, die Bananza-Verwandlungen und die liebevoll gestalteten Regionen dem Spiel genügend eigene Identität, um nicht lediglich wie ein Donkey-Kong-Ableger von Super Mario Odyssey zu wirken.

Ganz ohne Schwächen bleibt das Abenteuer jedoch nicht. Die Bosskämpfe fallen trotz ihrer kreativen Inszenierung häufig zu leicht aus, während kleinere technische Unsauberkeiten wie Framerate-Einbrüche, Pop-ins und gelegentliche Kameraprobleme den Gesamteindruck etwas trüben. Diese Kritikpunkte wiegen allerdings nicht schwer genug, um die vielen gelungenen Ideen und die durchgehend hohe spielerische Qualität nachhaltig zu überschatten. Unterm Strich zählt Donkey Kong Bananza meiner Meinung nach zu den stärksten Exklusivtiteln der Nintendo Switch 2 und als erstes richtiges Software-Highlight der Konsole. Das Spiel verbindet vertraute Elemente mit einer mutigen neuen Ausrichtung und beweist, dass Donkey Kong auch abseits klassischer 2D-Abenteuer hervorragend funktioniert. Wer Freude an Erkundung, Sammelobjekten und kreativen Spielmechaniken hat, erhält ein ebenso charmantes wie umfangreiches Abenteuer, das der Figur einen überzeugenden Neustart beschert.