Classic Extension -  – TEST

So toll wir das Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System auch finden – es wird von vermeidbaren Kinderkrankheiten geplagt, die zum Teil schon vor der Veröffentlichung bekannt waren und von Fans angemerkt wurden. Da Nintendo hier selbst im Nachhinein nicht einlenken möchte, sitzen jetzt Dritthersteller wie Capcy am Drücker.


Als Käufer des Nintendo Classic Mini: Nintendo Entertainment System staunt man sicherlich nicht schlecht über das wohl für viele Spieler viel zu kurze Controller-Kabel. Da Nintendo das Defizit unkommentiert im Raum stehen lässt und an offiziellen Verlängerungskabeln einfach nicht arbeiten will, müssen Fans entweder mit dem Lieferumfang Vorlieb und die Defizite in Kauf nehmen oder erfinderisch sein. Zum Veröffentlichungszeitpunkt saßen Spieler nämlich entweder einen Meter vor dem (möglicherweise riesigen) HD-Fernsehgerät oder haben alternativ das leider ebenso kurze HDMI-Kabel gegen ein längeres Kabel eingetauscht, nur um anschließend noch einen separat erhältlichen AC-Adapter hinzukaufen zu müssen. Auch hier war der Grund schlicht und einfach, dass das mitgelieferte und zur Stromversorgung nötige USB-Kabel in vielen Fällen einfach viel zu kurz ausgefallen ist. Freude kam da nur sehr selten auf und wirklich geäußert hat sich Nintendo zu dieser Problematik leider niemals, doch gibt es leicht verständliche Hinweise aus der Entwicklerszene zur kurzen Kabellänge.

Kinderleichte Installation

So läuft die Datenübertragung vom Controller an die Konsole über das so genannte I²C-Protokoll, das auf einem Philips-Standard von 1982 basiert, ab. Zwar sei es durchaus möglich, dass das Protokoll auch über längere Übertragungswege funktionieren kann, dann aber mit Fehlern belastet sein könnte. Diese sollen allerdings nicht unbedingt bemerkbar sein. Wir haben die Classic Extension aus dem Hause Capcy deshalb zu Testzwecken mit den drei (zum Teil stark reaktionsreichen Spielen) Castlevania, Ninja Gaiden und The Legend of Zelda ausprobiert und dabei keinerlei spürbare Einschränkungen oder gar nervige Latenzzeiten beim Spielgefühl feststellen können. Weshalb Nintendo die Kabel von vornherein nicht verlängert hat, bleibt uns allerdings schier ein Rätsel. Publisher Capcy wird es hingegen freuen, denn die Classic Extension ist eine wirklich einfache Lösung, mit der echtes Retro-Feeling aufkommen kann. Das 1,8 Meter lange Verlängerungskabel ist kinderleicht an der Konsole und auch am Controller angeschlossen und kann anschließend fehlerfrei über einen längeren Zeitraum verwendet werden. Vielspieler sollten bei der Classic Extension unbedingt zugreifen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Fazit:

Bereits als ich auf der Gamescom 2016 das Nintendo Classic Mini: NES ausprobieren durfte, habe ich die kurze Kabellänge kritisiert. Wirklich eine Antwort habe ich von Nintendo daraufhin leider nicht erhalten. Schon kurz nach dem Release der Miniaturkonsole habe ich das Gerät auch schon wieder in seine Packung gesteckt, da ich einfach auf Dauer nicht einen Meter vor dem Fernseher sitzen möchte, um Augenschäden zu riskieren. Capcy hat mit dem 1,8 Meter langen Verlängerungskabel, das im Test tadellos funktioniert hat, großartige Arbeit geleistet und spendiert durch das lange Kabel zusätzlich noch fantastisches Retro-Feeling – und in der Schublade kann ich die Kabel ohne nervigen Kabelsalat durch den angebrachten Klettverschluss ebenfalls verstauen. Fantastisch! Wer ein Nintendo Classic Mini sein Eigen nennt und es vor allem oft benutzt oder benutzen will, kommt um das Verlängerungskabel für die Controller von Capcy nicht herum: Eine Investition, die sich wahrhaftig auszahlt.