Crystal Crisis -  – TEST

Crystal Crisis ist nicht die erste Mischung aus Puzzle- und Prügelspiel. Bereits Capcom hat in der erwähnten Super-Puzzle-Fighter-Reihe die bekannten Street-Fighter-Charaktere indirekt über eine Tetris-Variante gegeneinander kämpfen lassen. Nicalis Crossover-Titel orientiert sich beim Gameplay eindeutig an dem großen Namen und setzt zusätzlich auf bekannte Figuren verschiedener Game- und Anime-Franchises.


Direkt beim Spielstart fällt dank des Intros auf, dass Crystal Crisis eine Art Geschichte hat. Es geht um einen roten, mächtigen Kristall und Abenteurer, die nach diesem suchen. Sei es nun, um seine Kräfte für sich zu nutzen oder zu verhindern, dass der rote Kristall für Böses benutzt wird. Als englischsprachiger Erzähler fungiert dabei Peter Cullen, dessen markante Stimme etwa durch Optimus Prime aus Transformers und zahlreiche andere Film- und Zeichentrickfiguren bekannt ist. Angesichts des Spieleinstiegs ist es wenig überraschend, dass Crystal Crisis neben den Modi Arcade, Training sowie Versus und Online für bis zu vier Spieler auch über einen Story Mode verfügt. Darin absolvieren wir nacheinander mehrere Level, in denen wir jeweils einen von zwei Charakteren wählen. Der Verlauf der Geschichte wird sogar ein wenig von unserer Wahl beeinflusst. Große Sprünge, Wendungen oder eine tiefgehende, lange Handlung werden aber nicht geboten. Trotzdem ist der Story-Modus eine willkommene Ergänzung zum ansonsten bereits ordentlichen Umfang.

Farbige Blöcke und Kristalle

Doch wie spielt sich Crystal Crisis eigentlich? An sich ist das Spielprinzip relativ einfach. In einem Spielfeld platzieren wir von oben herab fallende Spielsteine, die stets aus zwei farbigen Blöcken bestehen. Verbinden wir identische Farben miteinander, vereinen sich die Blöcke zu größeren Gebilden. Mit Kristallen, die gelegentlich Teil der Spielsteine sind, können wir gleichfarbige Blöcke auflösen. Auf diese Weise attackieren wir unseren Kontrahenten, der stets ebenfalls zu sehen ist. Ganz wie in einem Fighting Game stehen sich die Kämpfer gegenüber und auf der linken beziehungsweise rechten Seite neben ihnen sind die Spielfelder. Energiebalken oder dergleichen gibt es allerdings nicht. Stattdessen erringen wir einen Sieg, wenn die Blöcke des Gegners den oberen Rand des Spielfeldes erreichen.

Mittels Attacken, also aufgelösten Blöcken, schicken wir eben solche zu unserem Feind. Diese können allerdings nicht selbst platziert werden und haben einen Zug-Counter. Erst wenn dieser abgelaufen ist, werden die durchsichtigen Blöcke normal und können aufgelöst werden. Wichtig sind außerdem Kombos, die wir etwa erreichen, wenn gleichzeitig oder direkt nacheinander mehrere Blöcke auflösen. Taktisches Vorgehen und Planung sind hierbei hilfreich, da wir so nicht nur unserem Gegner mehr zusetzen, sondern auch die Energieleiste aufladen, mit der wir eine von zwei Spezialaktionen ausführen dürfen. Auf diese Weise können wir uns entweder verteidigen oder unserem Gegner zusätzlich das Leben schwer machen. Natürlich setzen auch die KI-Kontrahenten ihre Spezialmanöver ein. Leider stimmt die Balance nicht immer und einige wenige Charaktere wirken etwas zu mächtig. Dem allgemeinen Spielspaß schadet das glücklicherweise nur minimal.

Unterschiedliche Crossover-Kämpfe

Obwohl das Spielprinzip fast immer identisch ist, gibt es zusätzliche Varianten mit kleinen Abweichungen. So können wir etwa im Survival-Kampf gegen immer neue Gegner antreten, oder als Tag Team mit einem weiteren Charakter an unserer Seite, inklusive freiem Wechsel. Etwas abweichend fällt Inline aus. Hierbei werden keine Kristalle benötigt, stattdessen lösen sich Blöcke auf, wenn drei gleichfarbige vertikal oder horizontal in eine Linie gebracht werden. Eine angenehm klassische Spielvariante, die für Auflockerung sorgt. Zusätzlich dürfen wir online in Ranglisten-, einfachen Konfrontationen oder angepassten Kämpfen antreten. Auch die Möglichkeit gegen Freunde zu spielen ist vorhanden.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Crystal Crisis um ein Crossover-Spiel. Entwickler Nicalis setzt bei der Charakterauswahl auf zwanzig Figuren, die aus anderen Spielen oder Anime-Serien bekannt sind. Darunter etwa Astro Boy und Black Jack, Quote und Curly aus Cave Story, Solange aus Code of Princess oder Isaac aus The Binding of Isaac. Jeder Charakter ist als niedliche Chibi-Figur animiert und verfügt über eigene Spezialangriffe, wodurch sich die Spielweise ein klein wenig unterscheidet. Ansonsten fällt Crystal Crisis optisch recht gefällig aus und setzt gerade bei den Levels auf Hintergrundanimationen. Das alles ist schick anzusehen, der Fokus liegt aber eindeutig auf den zweckmäßig gestalteten Puzzle-Spielfeldern. Untermalt wird das Geschehen von ordentlicher Musik. Negativ fallen die etwas zu langen Ladezeiten auf, dem sonst aber sehr spaßigen Puzzle-Spiel schadet das nur minimal.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

Crystal Crisis ist genau richtig für kurze Runden zwischendurch. Mal eben ein kurzes Match bestreiten oder den Arcade-Modus durchspielen, ist schnell erledigt, kann sich mitunter aber auch etwas ziehen, wenn die Kämpfe ausgeglichen sind. Im Story-Modus ist außerdem begrüßenswert, dass unser Fortschritt beim Verlassen gespeichert wird. Ansonsten überzeugt Crystal Crisis mit einer ordentlichen Modi-Auswahl, ausreichend spielerischer Abwechslung durch unterschiedliche Spielvarianten und eine gute Auswahl an mehr oder weniger bekannten Charakteren. Puzzle-Fans, die sich an einem etwas schnelleren Gameplay nicht stören, sollten sich den Titel ansehen.