Curse of the Sea Rats – TEST

Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne ist Curse of the Sea Rats vom spanischen Indie-Studio Petoons und Publisher PQube seit Anfang April 2023 unter anderem für Nintendo Switch erhältlich. Das Metroidvania schickt vier in Ratten verwandelte Kriminelle im Jahr 1777 auf die Jagd nach einer Piraten-Hexe.


Schon seit einigen Jahren gehört das Metroidvania-Spielprinzip zu den meistgenutzten Konzepten bei Indie-Titeln. Auch bei Curse of the Sea Rats erkunden wir aus der Seitenansicht eine aus mehreren Bereichen bestehende, zusammenhängende Welt und erlangen neue Fähigkeiten, die uns neue Wege öffnen. Dabei hält sich das Action-Adventure vom spanischen Indie-Studio Petoons an die gewohnten Genre-Standards und verknüpft diese mit einem rattigen Piratenszenario sowie einem Koop-Modus für bis zu vier Spieler. Gerade zum Release im April wurde Curse of the Sea Rats jedoch von einigen Problemen belastet. Nach einigen Patches und Updates, lässt sich das Metroidvania mittlerweile schon deutlich besser spielen.

Rattenfluch

Curse of the Sea Rats ist im Jahr 1777 angesiedelt. Ein britisches Gefangenenschiff kentert an der Küste von Irland, nachdem sich die berüchtigte Piraten-Hexe Flora Burn und ihre Mannschaft befreien konnten. Ein Fluch hat sie und alle anderen an Bord des Schiffes in Ratten verwandelt. Auf ihrer Flucht hat Flora zudem Timothy, den Sohn des Kapitäns, entführt. Dieser beauftragt nun die vier Gefangenen David Douglas, Buffalo Calf, Bussa und Akane Yamakawa mit der Rettung seines Sohnes. Als Belohnung sollen sie die Freiheit erhalten. Für alle vier ein verlockendes Angebot, schließlich droht ihnen aus unterschiedlichen Gründen die Todesstrafe. Hierbei spielen die kurz gefassten Hintergrundgeschichten eine Rolle. Diese tragen viel zum Verständnis der Figuren und ihrer Persönlichkeiten bei.

Allgemein gelingt es Curse of the Sea Rats eine durchaus interessante und motivierende Geschichte mit gelungenen Charakteren zu erzählen. Zwar sollte nichts Herausragendes erwartet werden, dennoch ist die Story eine der größten Stärken des Action-Adventures. Leider zeigt sich hier auch eines der größten Probleme, das selbst in der bereits gepatchten Version noch aufgetreten ist. In einigen Zwischensequenzen wird das Bild zu nah herangezoomt, wodurch die Textboxen abgeschnitten sind. Auf diese Weise ist es nicht möglich, die trotz kleiner Fehler gut ins Deutsche übersetzten Texte, zu lesen. Zwar passiert das nicht immer, dennoch sind schon wenige Szenen dadurch nur schwer zu verfolgen. Hier kann die sehr gute englische Vertonung bei entsprechenden Sprachkenntnissen zwar helfen, doch aufgrund starker Dialekte und Akzente, ist es selbst bei sehr guten Englischkenntnissen manchmal schwer, alles zu verstehen.

Motivierende Standards

Beim Gameplay erfüllt Curse of the Sea Rats wie bereits erwähnt gewohnte Metroidvania-Standards. Als einer der vier Hauptcharaktere oder im Mehrspieler-Koop-Modus auch mit allen vier Helden verfolgen wir Flora Burn und ihre Crew durch die zusammenhängende Welt. Dabei erkunden wir Höhlen, Leuchttürme, Ruinen und allerlei mehr. Abwechslung wird hier sowohl optisch als auch spielerisch genug geboten. Selbiges gilt für die gewohnten Metroidvania-Elemente inklusive neuer Fähigkeiten und dadurch erreichbarer Orte. Immer wieder ermöglicht uns der Spielfortschritt in zuvor bereits besuchten Gebieten neue Bereiche zu erkunden. Seien es nun Fähigkeiten wie ein Doppelsprung oder Schlüssel, es gibt ausreichend zu finden, um über die sieben bis neuen Stunden Spielzeit zu motivieren. Zumal sich auch einige Geheimnisse entdecken lassen. Mehr als Genre-Standard sollte aber nicht erwartet werden.

Ähnliches gilt auch für die Kämpfe. Wir reihen normale Attacken aneinander, führen Spezialangriffe aus, springen, weichen aus und bezwingen so die teils knackigen Feinde. Besonders die tollen Bosse können uns einiges abverlangen. Zu schwer oder gar unfair wird Curse of the Sea Rats allerdings nie. Das liegt auch an den Rollenspiel-Systemen. Für besiegte Feinde erhalten wir Erfahrungspunkte und steigen im Level auf. Zusätzlich dürfen wir Geisterpunkte in zwei Fähigkeitenbäume pro Charakter investieren, um passive und aktive Fertigkeiten freizuschalten. Mit Geld kaufen wir Heilgegenstände, Stärkungstränke und Ähnliches, um uns Vorteile im Kampf zu verschaffen. Lediglich das anfangs etwas schwammige Spielgefühl, an das wir uns aber relativ schnell gewöhnt hatten, kann den Spielspaß ein wenig trüben. Kleine Nebenquests bieten uns zudem ein wenig Ablenkung von der Hauptmission und lassen sich bequem nebenbei erledigen. Etwas bedauerlich ist, dass die Karte auf einige hilfreiche Markierungen, wie vollständig abgeschlossene Räume oder noch nicht erledigte Nebenquests verzichtet.

Optisch weiß Curse of the Sea Rats mit einem schicken Comic-Grafikstil zu überzeugen. Hinter- und Vordergründe wissen mit zahlreichen Details und Animationen genauso zu gefallen wie die aufwendig gestalteten Charaktermodelle. Zudem läuft Curse of the Sea Rats nach mehreren Patches und Updates weitgehend flüssig. Komplett ohne Ruckler und Framerate-Einbrüche kommt das Metroidvania-Action-Adventure aber nicht aus. Besonders an einigen bestimmten Orten läuft das Spiel spürbar langsamer. Wirklich beeinträchtigt hat uns das aber nicht, so dass der grundlegende Spielspaß erhalten bleibt. Die bereits erwähnte, sehr gute englische Sprachausgabe wird von einem stimmungsvollen, schönen Soundtrack, der viel zur Atmosphäre beiträgt, unterstützt. Damit ist Curse of the Sea Rats mittlerweile ein gelungenes Metroidvania-Action-Adventure, das zu motivieren weiß, aber im Genre nicht hervorsticht.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

Nachdem ich Curse of the Sea Rats zum Release sowohl auf der Switch als auch dem PC angefangen habe und aufgrund einiger Macken keinen Spaß mit dem Metroidvania hatte, hat sich die Rückkehr gelohnt. Die etwas überarbeitete Version, funktioniert spürbar besser und ist auch spaßiger als die Releasefassung. Gerade das grundlegende Metroidvania-Action-Adventure-Gameplay und die Geschichte, haben mich zum Weiterspielen motiviert. Trotzdem zeigen sich noch einige ärgerliche Probleme. Besonders der Zwischensequenzen-Bug, durch den Textboxen abgeschnitten werden, ist überaus ärgerlich. Die seltenen Framerateeinbrüche kann ich hingegen noch verzeihen. Trotzdem hatte ich rund acht bis neun Stunden Spaß mit Curse of the Sea Rats. Ein herausragendes Metroidvania solltet ihr aber nicht erwartet. Kurzweilige Genre-Kost für Fans bietet der Titel aber durchaus.