Cytus α – TEST

Für Fans von Rhythmusspielen hat sich die Nintendo Switch inzwischen als potente Konsole etabliert. Dafür sorgt auch die Steuerung per Touchscreen, die im Handheld-Modus zu einem besonderen Spielerlebnis führt.


Cytus α vom Entwickler Rayark zeigte schon in den Genre-Vertretern Voez und Deemo auf der Nintendo Switch, wie dieses Element funktionieren kann. Der Titel ist eine weitere Sammlung von über zweihundert Stücken unabhängiger Künstler unterschiedlichster Musikrichtungen – hauptsächlich aber aus dem Bereich der elektronischen Musik.

Alle Stücke sind in Kapitel gegliedert, welche wir durch das Spielen und Sammeln von Punkten freischalten. Die Lieder selbst sind dabei die eine Motivation, warum wir uns kontinuierlich durch die Kapitel spielen, Rayark hat aber noch eine weitere hinzugefügt; eine Art Story. In den einzelnen Kapiteln schalten wir kleine und mittelgroße Textfragmente frei, die eine fortlaufende Geschichte rund um den Technologie-Konzern ExtendLife Corp. und dessen Vorhaben, menschliche Erinnerungen in künstliche Körper zu übertragen, nacherzählt. Thematisch passt das sehr gut zur elektronischen Musik sowie zu den künstlich-verzehrten und gänzlich digitalen Stimmen der Stücke, trotzdem waren für uns immer die Stücke selbst der Grund, warum wir weitergespielt haben.

Rhythmus im Blut

Cytus α ist im Kern zwar ein ganz klassisches Rhythmusspiel, setzt aber auf eine eigene Art und Weise, in welcher Form die zu drückenden Punkte auf dem Bildschirm erscheinen. Auf der Horizontalen bewegt sich kontinuierlich ein oszillierender Stab, auf dessen Höhe wir die jeweiligen Noten erwischen müssen. Diese erscheinen dabei auf dem kompletten Bildschirm und nicht wie zum Beispiel bei Voez nur am unteren Bildschirmrand. Das sorgt für mehr Dynamik, allerdings auch für weniger Übersicht, wenn wir mit zwei Händen über den gesamten Bildschirm im Handheld-Modus – worin sich Cytus α am besten spielt – streichen und dabei zwangsläufig die Sicht auf auftauchende Noten blockieren. Trotzdem kommt auch in diesem Spiel das Gefühl auf, ein echtes Klavier zu bedienen und teilweise für die Musik und den Rhythmus selbst verantwortlich zu sein. Dafür sorgen auch die passend platzierten Druckpunkte, die gut zum jeweiligen Stück passen.

Auf der Suche

Typisch für das Genre ist auch in Cytus α eine Kombination aus Drücken, Ziehen und Halten der Noten erforderlich. Leider verpassten es die Entwickler einmal mehr, eine Funktion hinzuzufügen, die es uns erlaubt, beliebte Stücke zu markieren oder unkompliziert wieder zu finden. Die eher verquerte Menüstruktur des Spiels hilft dabei nicht.

Spannend hingegen erscheint der Multiplayer-Modus, in dem wir gegen maximal zwei weitere Spieler antreten. Dabei versuchen sich alle Teilnehmer gleichzeitig an einem Track, derjenige mit den wenigsten Fehlern gewinnt. In der Theorie eine tolle Ergänzung, die dank Ranking auch zum Besserwerden anregt, allerdings fanden sich in unserem Testzeitraum keine anderen Mitspieler. Dem Spaß im Einzelspieler-Modus, den wir durchweg hatten, tat das aber keinen Abbruch.

Geschrieben von Jonas Maier

Fazit:

Cytus α kann ich besonders denjenigen ans Herz legen, die bisher Voez oder Deemo nicht gespielt haben. Das Spiel bietet auf jeden Fall die umfangreichste Sammlung an Stücken, allerdings versucht sich das Spiel an einer veränderten Spielmechanik. Das taktvolle Abarbeiten der auftauchenden Noten macht immer noch Spaß, aber an die Simplizität und Übersichtlichkeit von Voez kommt es spielerisch leider nicht heran. Eine Story in Textform ist hier auch eher eine nette Ergänzung und weniger eine Kompensation. Trotzdem hatte ich tolle Momente mit Cytus α, was auch an der umfangreichen Musikauswahl liegt.