Fear Effect Sedna -  – TEST

Fear Effect gehört trotz einer treuen Fangemeinde, nicht zu den größten Namen der PlayStation-1-Ära. Trotzdem durfte sich das Entwicklerstudio Sushee im Zuge von Square Enix Collective-Programm an einem Nachfolger versuchen. Dieser macht einiges anders und präsentiert sich als isometrisches Action-Spiel mit Taktik-Ansätzen.


Erstmals erschien Fear Effect im Jahr 2000 für die erste PlayStation und lässt sich am besten als Action-Spiel ähnlich eines Dino Crisis verstehen. Für das über Crowdfunding mitfinanzierte Fear Effect Sedna haben die Entwickler einen neuen Ansatz gewählt und verlagern die Kamera in die isometrische Position. Dem Action-Genre bleibt das Spiel aber treu. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen wie schon in den Vorgängern Hana und Rain. Die beiden Frauen übernehmen einen recht einfachen Auftrag in Paris: Sie sollen dem chinesischen Botschafter eine Statue stehlen. Durch diese vermeintlich simple Aufgabe werden sie in eine größere Geschichte gezogen, die sie bis nach Grönland führt. Auf ihrem Weg treffen sie neben neuen Charakteren auch alte Bekannte.

Versuchte Action-Taktik

Das Gameplay ist klar Action-orientiert. Mit Hana, Rain und anderen spielbaren Charakteren durchstreifen wir die meist eher tristen, wenn auch nicht hässlichen Level und liefern uns regelmäßig Schießereien mit Gegnern. Geraten wir zu sehr unter Druck, können wir hinter Kisten, Vasen und allerlei anderem Deckung suchen. Die unterschiedlichen Fähigkeiten der Figuren, zwischen denen wir jederzeit wechseln könne, bringen zusätzliche Möglichkeiten für den Kampf. In der Theorie gilt das auch für den Taktik-Ansatz. Per Knopfdruck pausieren wir das Geschehen und können den Charakteren bis zu drei Befehle erteilen, die sie ausführen, sobald wir die Zeit weiterlaufen lassen. Grundsätzlich klingt das interessant. Leider bringt der Einsatz der Taktik-Möglichkeiten keinerlei Vorteile. Eher im Gegenteil. Durch die feste isometrische Kamera ist die Übersicht oft stark eingeschränkt. Häufig können wir Feinde oder Deckungen nicht einmal sehen und somit auch keine sinnvollen Befehle erteilen.

Aber nicht jede Gegnerbegegnung muss mit einem Kampf gelöst werden. Stattdessen können wir auch schleichend vorgehen und Feinde still und heimlich ausschalten. An manchen Stellen ist das sogar erforderlich. Leider zeigt sich hier wieder die Kamerapositionierung als Problem. Nicht selten arten einige Abschnitte in Trial & Error aus. Nur durch mehrmaliges ausprobieren finden wir einen Weg, der uns auch weiterbringt. Das gilt an manchen Stellen leider auch für die meist funktionierenden, als Abwechslung dienenden Rätsel und ruhigen Momenten. Wirklich hochwertig fällt beides jedoch nicht aus. Zwar weisen einige Rätsel auf gelungene Weise in die Spielwelt eingebaute Lösungen auf, dennoch bleibt sie insgesamt eher nettes Beiwerk.

Sowohl im Handheld- als auch im TV-Modus läuft Fear Effect Sedna flüssig. Dafür ist die Grafik eher zweckmäßig. An sich sind die Umgebungen passend zum Setting recht stilvoll umgesetzt, bleiben aber unterm Strich zu trist. Ähnlich verhält es sich mit den an sich schicken Charaktermodellen, die vereinzelt korrekte Proportionen vermissen lassen. Immerhin kann die zum Spielpassende Musik überzeugen. Haften bleibt diese aber auch nicht. Etwas seltsam wirkt das große User-Interface, das an Mobile-Spiele erinnert und besonders am Fernseher störend auffällt. Hier wäre eine Anpassung der Skalierung in den verschiedenen Modi der Switch sinnvoll gewesen.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

Im Test klingt Fear Effect Sedna möglicherweise schlechter als es ist. Die passable Action macht Spaß, die Geschichte und Charaktere sind interessant genug und seichte Abwechslung wird ebenfalls geboten. Allerdings weist das Action-Spiel von Sushee einige unübersehbare Schwächen, die durch Feinschliff hätten vermieden werden können, auf. Besonders die unnützen Taktik-Möglichkeiten und der Trial-&-Error-Faktor fallen negativ auf. Schade. Fear-Effect-Fans können bei Interesse an einem neuen Abenteuer mit Hana und Rain trotzdem einen Blick wagen. Anhänger des Genres machen auch nicht zwingend etwas falsch, sollten aber nicht zu viel erwarten. Schließlich ist Fear Effect Sedna nicht wirklich schlecht, sondern lediglich unausgewogen.