Picross S3 -  – TEST

Seit 2017 veröffentlicht Publisher und Entwicklerstudio Jupiter das Picross-Franchise auf der Nintendo Switch. Mit Picross S3 erschien Ende April 2019 die mittlerweile dritte Episode der Picross-S-Reihe – und bringt mit einem neuen Modus gleichzeitig frischen Wind ins Spiel.

 

 


Am grundlegenden Regelwerk von Picross hat sich auch in Picross S3 nichts verändert. Nach wie vor ist es unsere Aufgabe, verschiedene Gitternetzrätsel zu lösen. In diesen Nonogramme genannten Knobelaufgaben müssen wir die richtigen Felder im Gitternetz finden und markieren, damit am Ende ein Bild als Belohnung erscheint. Anfangs handelt es sich bei den Bildern um einfache Objekte wie Würfel, später kommen komplexere Gebilde hinzu. Um diese sichtbar zu machen, müssen wir die Beschriftungen am linken und oberen Rand des Netzes richtig interpretieren. Bei einem zehn mal zehn Felder großen Nonogramm besteht jede Reihe aus zehn Kästchen.

Ist eine solche Reihe am Rand mit einer Fünf und einer Zwei in dieser Reihenfolge beschriftet, dann heißt das, dass zunächst fünf und dann zwei aufeinanderfolgende Felder ausgefüllt werden müssen. Zwischen diesen beiden Serien muss sich jedoch mindestens ein leeres Kästchen befinden, das sie voneinander trennt. Da es der Logik entsprechend sieben Felder sind, die zum Gebilde gehören, gibt es drei Kästchen, die nicht ausgefüllt werden dürfen. Zunächst ist es nicht möglich, diese Reihe komplett zu bearbeiten; wir müssen ausrechnen, welche Felder wir definitiv ausfüllen dürfen. So arbeiten wir Schritt für Schritt an verschiedenen Baustellen, bis die Vorgabe am Seitenrand von uns korrekt umgesetzt wurde.

Bekanntes Konzept der Vorgänger

Damit es nicht zu unübersichtlich wird und sich das Knobeln als nicht allzu schwierig gestaltet, dürfen wir nach Vollendung einer Reihe die nicht ausgefüllten Kästchen mit einem Kreuzchen markieren. So kommen wir der Rätsellösung peu á peu näher. Neben dem normalen Picross-Modus ist auch die Spielvariante Mega Picross wieder von der Partie. Diese funktioniert im Grunde ganz genauso, jedoch mit dem Unterschied, dass an verschiedenen Stellen des Nonogramms gleich zwei nebeneinanderliegende Reihen betrachtet werden müssen. So können bei einem zehn mal zehn Felder großen Gitternetz also bis zu zwanzig Kästchen miteinander verbunden sein.

Anfänger sollten sich definitiv zunächst an den normalen Picross-Modus wagen, doch auch die Mega-Picross-Rätsel sind relativ schnell durchschaut. Ebenfalls wieder mit von der Partie ist der Clip-Picross-Modus, bei dem es zum normalen Picross grundsätzlich keinerlei Unterschiede gibt. Hier lösen wir jedoch Teilbilderrätsel, die zum einen durch das Lösen der Denkaufgaben in den anderen Modi zunächst einmal freigeschaltet werden müssen. Zum anderen setzen sich diese Teilbilderrätsel erst nach Lösen aller zu einem größeren Bild zusammen. Diese verzahnte Weise der Spielmodi gefällt uns nach wie vor sehr, sehr gut, da es so stets motivierend ist, jedes Nonogramm von Picross S3 erfolgreich abzuschließen.

Bühne frei für Color Picross

Picross-Süchtigen fällt nach spätestens drei Spielen die fehlende Abwechslung auf. Das haben auch die Entwickler von Jupiter gemerkt und Picross S3 um einen neuen Modus erweitert, der ein wenig an Picross 3D: Round 2 erinnert. Im Color Picross genannten Spielmodus geht es darum, einzelne Kästchen in einer vordefinierten Reihenfolge mit einer bestimmten Farbe auszufüllen. Im Unterschied zum normalen Picross gibt es hierbei nicht zwangsweise ein freies Feld zwischen verschiedenen Serien. Sollen wir in einer Reihe beispielsweise zwei Kästchen rot und zwei Felder braun einfärben, dann können diese beiden Bereiche unmittelbar aufeinander folgen.

Mit Hilfe der Beschriftung an der diagonal liegenden Seite können wir des Weiteren abschätzen, in welcher Reihe eine bestimmte Farbe nicht auftritt. Das klingt im ersten Moment ziemlich kompliziert und auch die Erklärungen im Spiel sind alles andere als leicht verständlich formuliert. Hier hilft tatsächlich Ausprobieren, was mitunter zur Spielerfahrung positiv beitragen kann. In technischen Belangen orientiert sich Picross S3 an seinen beiden Vorgängern auf der Switch: Die Grafik ist zweckmäßig, der Soundtrack ist der Musik in Fahrstühlen ebenbürtig und die Steuerung ein wenig schwammig. Wer mit diesen Defiziten kein Problem hat, wird aufgrund des neuen Spielmodus besonders auf seine Kosten kommen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Fazit:

Meiner Meinung nach gehört das Picross-Franchise zu den besten Puzzle-Spielen. Insbesondere auf dem Nintendo 3DS habe ich aufgrund der sehr guten Spielbarkeit meine wahre Freude mit den Nonogrammen. Auf der Switch kann sich diese Faszination bei mir aufgrund der schwammigen Steuerung aber nicht so ganz einstellen, obwohl das Spielkonzept in seiner Grundmechanik hervorragend funktioniert. Auch fehlende Punktabzüge bei Fehlern und das Nichtvorhandensein eines Online-Modus ist mir nach wie vor ein Dorn im Auge. Bei den Vorgängern hagelte es zudem regelmäßig Kritik, dass sich die Serie kaum weiterentwickelt. Mit Picross S3 wurde deshalb der Color-Picross-Modus eingeführt, der frischen Wind in die etwas angestaubte Serie bringt. Wer also auf Nintendos Hybridkonsole noch keinen Serienteil gespielt hat und gerne neue Erfahrungen sammeln möchte, findet in Picross S3 mit über 480 enthaltenen Rätseln einen sehr guten Einstiegspunkt ins Franchise.