Pokémon Ultrasonne und Ultramond -  – TEST

In Pokémon Ultrasonne und Ultramond verschlägt es uns erneut in die fröhlich-bunte Alola-Region. Das Abenteuer bedeutet für unseren Protagonisten aber kein Wiedersehen, denn wir erleben eine alternative Geschichte des Vorgängers.


Es sollte niemanden mehr überraschen, dass zu jeder Pokémon-Hauptedition auch mindestens eine Zusatzedition veröffentlicht wird. Diese bietet grundlegend dasselbe Abenteuer, aber [colorn#FF0000]punktet[/color] mit mehr Umfang bestehend aus vielen kleinen oder großen Verbesserungen. So war es zumindest bisher – wie groß die Aufwertung in Pokémon Ultrasonne und Ultramond ausfällt und ob die Spiele einen echten Mehrwert für Kenner der Originalspiele darstellen, war lange Zeit nicht klar.

Eine neue Dimension – dasselbe Spiel

Unsere Spielfigur zieht aus Kantō auf die an Hawaii erinnernde Inselgruppe Alola und startet mit uns das Pokémon-Abenteuer. Wie es die ansässigen Bräuche vorsehen, besuchen wir im Rahmen der sogenannten Inselwanderschaft alle vier großen Inseln und stellen uns den regionalen Inselprüfungen. So weit, so bekannt – die Einführung und das Erhalten unseres ersten Pokémon fällt schönerweise etwas schneller aus, als noch in der Ursprungsversion. Nachdem wir uns auch mit den ansässigen Varianten des Pokémon-Professors und Rivalen bekannt gemacht haben, beginnt auch schon unsere Erkundungsreise auf Alola.

Das grundlegende, rundenbasierte Pokémon-Spielprinzip funktioniert auch in diesen Editionen tadellos und schnell finden wir uns in der motivierenden Gameplay-Spirale, bestehend aus Pokémon-Fangen, -Aufleveln und -Kämpfen, gefangen. Für Vielfalt an Pokémon-Teammitgliedern wurde gesorgt: Nun gibt es noch etwas mehr Abwechslung im hohen Gras zu fangen. Die regionalen Ziele sind erneut die Inselprüfungen, die die gewöhnlichen Pokémon-Arenen ablösen und uns mit abwechslungsreichen Aufgaben beschäftigen, wie das Finden von Items oder das Besiegen ganz bestimmter Pokémon. Am Ende wartet stets das Herrscher-Pokémon – eine besonders starke Version von normalen Taschenmonstern, die noch immer die größte Herausforderung im Spiel darstellt. Auch in den Ultra-Editionen sind diese Kämpfe dank der durchdachten künstlichen Intelligenz wieder sehr knackig.

Bekannte und neue Gesichter

Für Ärger in diesen Editionen sorgt Team Skull, deren Mitglieder als Tagediebe und Tunichtgute keine weltverändernden Ambitionen besitzen wie noch ihre Pendants in anderen Generationen, sich aber damit an dem entschleunigten und gemütlichen Lebensstil auf Alola anpassen. Neben der bekannten Æther Foundation wird die Rückkehr von vielen alten Antagonisten im späteren Spielverlauf daran etwas ändern, bis dahin bleibt die Story aber ebenso wie in Sonne und Mond im Hintergrund. Schade, dass diese Elemente nicht schon früher in die Handlung eingewoben wurden. Lediglich zwei neue Figuren pro Edition, die sich selbst als Ultraforscher bezeichnen, tauchen regelmäßig auf, um uns mit kleinen Story-Häppchen zu ködern. Die vier Hauptinseln der Spielwelt wurden hier und da mit ein paar neuen Gebieten erweitert. Diese fallen zwar alle recht klein aus, zeigen die Region aber noch einmal von der besten Seite und bringen unter anderem kleinere spielerische Neuerungen mit sich. Das Mantax-Surfen zum Beispiel, ist ein Echtzeit-Minispiel, bei dem wir auf einem Pokémon surfend auf Highscore-Jagd gehen. Insgesamt gibt es abseits des Hauptpfades etwas mehr zu tun, als in den Original-Spielen, was die recht lineare Struktur der Spiele etwas auflockert.

Der Rotrom-Pokédex fungierte schon in Sonne und Mond als Sidekick, der uns auf dem unteren Bildschirm stets mit mehr oder weniger hilfreichen Informationen versorgte. In diesen Spielen wurde seine Rolle erweitert. Ab und an können wir mittels Frage-Antwort-Spielchen mit ihm interagieren – als Belohnung erhalten wir die neuen Bons, die allerlei Rabatte und Boni während der Reise mit sich bringen. Der Fangbon zum Beispiel erleichtert das Fangen wilder Pokémon und der AP-Bon regeneriert AP während eines Kampfes: Die Bons sorgen größtenteils für Dinge, die wir auch durch andere Items und Events auslösen können, aber eben kostenlos. Ein nettes Feature, auch wenn der Rotrom-Pokédex als ständiger Begleiter auf unserer Reise sicherlich noch mehr Funktionen auf Lager haben könnte. Über die Ultrapforten bekommen wir Zugriff auf die große Anzahl legendärer Pokémon vergangener Generationen – wer wirklich alle fangen will, benötigt selbstverständlich wieder beide Versionen. Technisch reizt Pokémon den 3DS wieder einmal in Gänze aus und verzichtet dafür auch vollständig auf den 3D-Effekt. Im Vergleich zu Sonne und Mond wurde das 3DS-Spiel an einigen Punkten noch etwas optimiert und läuft damit etwas stabiler

Geschrieben von Jonas Maier

Fazit:

Die neuen Pokémon-Editionen zeigen einmal mehr wie zeitlos und solide das klassische Pokémon-Spielprinzip ist. Ich persönlich fühlte mich in Sonne und Mond durch die starre Spielführung etwas zu sehr an die Hand genommen und mochte auch den durch andauernde Dialoge und Erklärungen gebrochene Spielfluss nicht wirklich. Durch kleinere neue Sehenswürdigkeiten und Attraktionen am Rande konnte dieser Eindruck nun etwas abgeschwächt werden, womit mir die Zusatzeditionen ein gutes Stück besser gefielen. Im Vergleich zu anderen Versionen fallen die Neuerungen aber ziemlich dürftig aus, für Pokémon-Fans bieten die Spiele aber auf jeden Fall einen Mehrwert. Dazu gibt es eine Menge kleinere Verbesserungen, die das gute Grundspiel nochmal etwas aufwerten. Einfacher sind die Spiele zum Glück auch nicht geworden. Besonders die Inselprüfungen haben es in sich – hier hat Pokémon seit längerem endlich wieder den richtigen Ton in Sachen Schwierigkeitsgrad getroffen, ohne den Spieler unnötigen Grind aufzubrummen.