Resident Evil: Revelations -  – TEST

Ursprünglich bereits Anfang 2012 für den 3DS erschienen, veröffentlicht Capcom Resident Evil Revelations nach Portierungen unter anderem für die Wii U auch auf der Nintendo Switch. Um herauszufinden, ob das Spiel nach über fünf Jahren noch überzeugen kann, haben wir uns für den Test auf Horror-Kreuzfahrt begeben.


In Resident Evil Revelations begeben wir uns als Jill Valentine gemeinsam mit unserem Partner Parker Luciani auf die Suche nach den bei einer BSAA-Mission verschollenen Chris Redfield und Jessica Sherawat. Dafür erkunden wir das heruntergekommene und verlassene Kreuzfahrtschiff Queen Zenobia und erwehren uns reihen-typisch diverser mutierter Gegner. Ebenfalls nicht neu: Bereits früh zeigt sich, dass nicht alles so ist wie es scheint und eine Verschwörung im Hintergrund unsere Mission maßgeblich beeinflusst. Genau das erwarten wir von einem Resident Evil und dass Revelations in dieser Hinsicht nicht enttäuscht, wissen Kenner des Spiels bereits.

Zwischenepisode

Angesiedelt ist Resident Evil Revelations zwischen dem vierten und fünften Hauptteil der Reihe, während spielerisch Resident Evil 4 als Vorbild gedient hat. Aus der Third-Person-Perspektive durchstreifen wir die Queen Zenobia und bereits ab dem zweiten Kapitel in der Rolle verschiedener weiterer spielbarer Charaktere andere Schauplätze. Den Hauptteil nimmt die Geschichte von Jill und Parker auf dem Kreuzfahrtschiff ein und das ist auch gut so. Denn gerade die heruntergekommenen, teils engen, teils einladend luxuriösen Umgebungen zeichnen sich durch eine exzellente Atmosphäre aus. Zwar gruseln wir uns nicht durchgehend, ein leicht mulmiges Gefühl begleitet uns aber trotzdem die ganze Zeit. Richtigen Survival-Horror solltet ihr aber nicht erwarten. Dafür ist der Action-Anteil zu groß. Weder dem Spielgefühl, noch Atmosphäre oder Unterhaltungswert schadet das.

Schließlich präsentiert sich Resident Evil Revelations als durchaus spannend. Seien es dunkle Gänge, die für eine beklemmende Atmosphäre sorgen oder eben die morbide gestalteten Gegner, die uns bedrängen. Je nach Schwierigkeitsgrad begleitet uns die Bedrohung die ganze Zeit und sorgt für ein packendes Spielerlebnis, das von der Resident-Evil-typisch leicht trashigen Geschichte perfekt begleitet wird. Dadurch bleibt die Motivation hoch und wir wollen stets wissen wie es weitergeht und welche Geheimnisse sich hinter der Verschwörung rund um die Queen Zenobia und den Bioterroranschlag auf die Stadt Terragrigia ein Jahr zuvor verbergen.

Erkunden, Scannen, Kämpfen

Spielerisch bleibt Resident Evil: Revelations vielen Reihen-Elementen treu. Wir erkunden die Queen Zenobia, benötigen spezielle Schlüssel, um Türen zu öffnen und so neue Bereiche erschließen zu können. Dafür stehen uns immer mehr Bereiche des großen Kreuzfahrtschiffes offen. Natürlich entdecken wir auch regelmäßig neue Waffen, von denen wir bis zu drei gleichzeitig bei uns tragen dürfen. An Waffenkisten können wir unser Arsenal zudem mit gefundenen Verbesserungen anpassen und so etwa Schaden oder Magazin vergrößern und Sonderfähigkeiten ausrüsten. Gespeichert wird allerdings automatisch an bestimmten Checkpoints sowie frei am Ende einer jeden Teil-Episode. Schreibmaschinen und Farbbänder wie in frühen Teilen sind nicht erforderlich.

Ein weiteres wichtiges Spielelement ist das Scannen. Mittels linker Schultertaste können wir jederzeit die Umgebung untersuchen und so versteckte Objekte finden. Auch Gegner lassen sich auf diese Weise erfassen und erhöhen eine Prozentanzeige. Ist diese voll erhalten wir einen Heilgegenstand. Das kann in manchen Situationen hilfreich sein, da wir auch ohne das Auffinden von Kräutern eine Möglichkeit haben, unsere Gesundheit wiederherzustellen. Zu einfach wird Resident Evil Revelations dadurch jedoch nicht. Viel mehr bietet der Horror-Action-Titel entsprechend des gewählten Schwierigkeitsgrades angemessene Herausforderungen, die gerade bei den Bosskämpfen zur Geltung kommen.

Auf Raubzug

Neben der Kampagne bietet Resident Evil Revelations noch den Raubzugmodus. Dabei handelt es sich quasi um einen Horde-Modus. Alleine oder mit einem Mitspieler stellen wir uns in Abschnitten, die der Kampagne entnommen sind, Gegnern, bekämpfen diese und müssen das Ziel erreichen. Für erfolgreich absolvierte Missionen erhalten wir Erfahrungspunkte durch die wir im Levelaufsteigen sowie BP mit denen wir neue Waffen, Verbesserungen und Verbrauchsgegenstände kaufen können. Durch bestimmte Meilensteine schalten wir weitere spielbare Gegner sowie Level frei. Als kleine Ergänzung eignet sich der Raubzugmodus, kann aber gerade alleine nur kurzzeitig motivieren.

Dass Resident Evil Revelations technisch nicht auf der Höhe der Zeit ist, ist Angesicht des Alters und der Handheld-Herkunft wenig überraschend. Matschige Texturen und teilweise etwas klobige Bewegungen und Figurendarstellungen in Zwischensequenzen fallen auf. Dennoch ist das Horror-Action-Spiel nicht hässlich. Gerade im normalen Spielverlauf kann das Charaktermodell unseres Charakters überzeugen und auch die Gegner wissen noch heute zu gefallen. Zudem sieht der Titel gerade unter Berücksichtigung von Alter und Herkunft überraschend gut aus, läuft sowohl an Fernseher als auch im Handheld-Modus flüssig und wird von einer gelungenen Sound- und Musikuntermalung abgerundet. Die deutsche Synchronisation ist nicht wirklich gut und leistet sich einige Schwächen, geht aber auch angesichts des Trash-Faktors noch in Ordnung. Lobenswert: Text und Sprachausgabe können in den Optionen getrennt voneinander eingestellt werden. So können wir neben Deutsch beispielsweise auch Englisch, Französisch oder Japanisch wählen.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

Resident Evil Revelations mag mittlerweile fünf Jahre alt sein und ist auf einigen Systemen erschienen, kann aber auch heute noch überzeugen. Trotz der nicht mehr zeitgemäßen Grafik und optischen Schwächen, hat mich das Horror-Action-Spiel gerade wegen der dichten Atmosphäre und dem gelungenen Gameplay unterhalten. Dass der Titel zudem sowohl am Fernseher als auch im Handheld-Modus flüssig läuft, kommt der Switch-Version zu Gute, wodurch einem Horror-Erlebnis auch unterwegs nichts im Wege steht. Und das grafisch besser als noch am 3DS. Damit machen Genre- und Reihen-Fans nichts falsch und auch Kenner von Resident Evil Revelations könnten dank der mobilen Möglichkeiten Gefallen an der Switch-Version finden.