Slime-san -  – TEST

Die schiere Masse an Plattformern ist vor allem im Indie-Bereich in den letzten Jahren massiv angestiegen. Auch Slime-san hat sich diesem Genre verschworen. Ob es dem Titel gelingt sich aus der Masse hervorzuheben, werden wir im Folgenden genauer betrachten.


Wer sich die ersten Informationen über Slime-san einholt, dem werden sofort Parallelen zu Super Meat Boy in den Kopf schießen. Der 8-Bit-Look erinnert ebenso wie die Bewegung des Hauptcharakters sehr stark an den Kulthit von Team Meat. Dennoch wird man Slime-san nicht gerecht, wenn hier von einem Super-Meat-Boy-Klon spricht, denn das Spiel weiß auch mit eigener Persönlichkeit zu punkten.

Dashin‘ through the wall
Das Kern-Feature von Slime-san ist die Fähigkeit des Protagonisten für eine kurze Zeit transparent zu werden. Innerhalb dieses, in Zeitlupe ablaufenden, Zeitfensters sind wir in der Lage durch bestimmte Plattformen durchzuspringen. Dieses Element wird so oft vom Spieler abverlangt, dass es innerhalb weniger Minuten in Fleisch und Blut übergeht. Glücklicherweise ist das Feature so kreativ und vielfältig eingebaut, dass es sich auch nach längerer Zeit nicht repetitiv oder gar störend anfühlt.
Die restlichen Fähigkeiten unseres schleimigen Protagonisten sind eher Standard und erinnern stark an das bereits erwähnte Super Meat Boy. Wir können dashen und Mehrfach- bzw. Wandsprünge ausführen. Leider fühlen sich diese Bewegungskommandos nicht so präzise, wie in der großartigen Vorlage an, wodurch hin und wieder Frust aufkommen kann.

Kleine, aber knackige Level
Die Level von Slime-san werden mittels einer ansprechend gestalteten Karte ausgewählt. Diese sind wiederum unterteilt in mehrere Fenster. Sterben wir, so gelangen wir an den Anfang des jeweiligen Bildschirms. Die Zeit läuft nach jedem Tod allerdings permanent weiter. Wer sich also auf den Online-Ranglisten weit oben platzieren oder vom Spiel gut eingestuft werden möchte, der muss nicht nur schnell, sondern auch fehlerlos durch die Level hüpfen.
Die Ladezeiten halten sich nach dem Tod glücklicherweise stark in Grenzen. Dies ist von signifikanter Bedeutung, da wir in Slime-san aufgrund des Schwierigkeitsgrades sehr oft dem Pixel-Tod unterliegen werden. Bei Betreten eines neuen Raumes wird eine kurze Ladeanimation abgespielt. In dieser läuft der Charakter durch eine enge Gasse, was zu Verwirrung führen kann, da dem Spieler nicht genau vermittelt wird, ob man nun gerade die Kontrolle über die grüne Schleimkugel hat. Geschrieben von Amin Kharboutli

Fazit:

Slime-san macht im Grunde nicht wirklich viel falsch. Die Steuerung könnte präziser sein, aber Level-, Art- und Sounddesign sind stimmig und lassen daher wenig Raum für Kritik. Nichtdestotrotz fehlt mit bei dem Titel ein wenig die eigene Identität, bzw. das eine herausragende Feature. So hatte ich mit Slime-san zwar Spaß, aber wirklich im Gedächtnis bleiben wollte mir das Erlebnis nicht. Wer noch nicht so übersättigt ist von 2D-Plattformern wie ich, der macht mit dem Spiel dennoch nicht viel falsch. Eine Auszeichnung in irgendeiner Form hat der Titel aufgrund fehlender herausragender Features leider nicht verdient.