Vroom in the night sky -  – TEST

Zum Launch der Nintendo Switch wurden im eShop einige Spiele, darunter auch sogenannte Nindies, also Titel kleiner, unabhängiger Entwickler veröffentlicht. Dazu zählt auch der Arcade-Racer Vroom in the night sky, in dem wir als Magical Girl mit einem Motorrad durch die Lüfte fliegen. Der Spielspaß bleibt dabei allerdings auf der Strecke.


Es ist schwer zu verstehen, wie es Vroom in the night sky vom unabhängigen Entwickler und Publisher Poisoft durch irgendwelche Qualitätskontrollen geschafft hat. Oder weshalb es Nintendo zugelassen hat, dass der am ehesten als Arcade-Racer zu bezeichnende Titel im eShop der Nintendo Switch erscheinen durfte. Das liegt nicht alleine an der veralteten Grafik oder den fehlerhaften englischen Texten, nein, bei Vroom in the night sky passt gar nichts!

Spielgewordene Frechheit

Als Magical Girl Luna fliegen wir auf unserem magischen Motorrad durch den Nachthimmel und sammeln dabei Sternenstaub, der in Form von Kristallen in den Leveln verteilt ist, ein. Zudem gilt es die Schlüsselsterne einzusammeln, um das magische Tor, das den Ausgang eines jeden Abschnitts darstellt, zu öffnen. Begleitet werden wir bei unseren nächtlichen Ausflügen von einer Fee, die banale Text-Gespräche mit Luna führt und vollkommen zusammenhanglos die Umgebungen oder das Geschehen kommentiert. Außerdem taucht in jedem Level ein weiteres Magical Girl auf, das rein vom Dialog her unsere Rivalin ist und versuchen will, uns den Sternenstaub vor der Nase wegzuschnappen. Allerdings passiert rein gar nichts. Welchen Sinn sie abgesehen von den unlustigen Dialogen hat, erschließt sich im gesamten Spiel nicht.

Das alles wäre noch verkraftbar, wenn das Konzept von Vroom in the night sky wenigstens Spaß machen würde, doch dem ist nicht so. Statt Herausforderungen durch Zeitbegrenzung, vorgegebene Sternenstaubziele oder begrenztes Benzin zu bieten, fehlt es an etwas, das sich als Schwierigkeitsgrad bezeichnen lässt. Wie lange wir für einen der gerade einmal acht Level brauchen? Egal. Wie viel Sternenstaub wir einsammeln? Unwichtig, es sei denn wir wollen ein bestimmtes Motorrad kaufen. Unser Benzin geht zur Neige? Kein Problem, in jedem der kleinen Areale gibt es einen Leuchtkegel, bei dem wir so oft wie wir wollen auftanken dürfen. Anspruch sieht anders aus und Spielspaß ebenfalls. Stattdessen brilliert Vroom in the night sky ausschließlich mit einschläfernder Langeweile.

Hässlich

Pluspunkte könnte der Titel sammeln, wenn die nächtlichen Ausflüge mit Luna wenigstens in eine schöne optische Kulisse mit gutem Sound verpackt wären. Stattdessen sind die kleinen Level abgesehen von hässlichen Gebäuden, Bäumen, Bergen und dergleichen leer und leblos. Außerdem wirkt die Grafik vollkommen veraltet. Lediglich Luna und ihr Motorrad stechen etwas hervor. Dazu gesellt sich das nervige Dauerbrummen unseres Vehikels, das von einem noch mehr an den Nerven zerrenden Dauervibrieren der Rumble-Funktion begleitet wird. Glücklicherweise lässt sich diese deaktivieren. Immerhin neben der kurzen Spielzeit von zwei Stunden etwas Positives an Vroom in the night sky.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

Obwohl ich bereits Trailer und Bilder von Vroom in the night sky gesehen hatte, habe ich mich aus Neugier freiwillig für den Test gemeldet. Im Nachhinein keine gute Entscheidung. Wie ein solches Spiel überhaupt erscheinen konnte, ist die wohl größte Frage. Dabei sind abgesehen von den fehlerhaften englischen Texten während des Tests keine Bugs oder Spielfehler aufgefallen. Das Problem ist ein anderes: Der ausbleibende Spielspaß. Zu keiner Zeit entwickelt Vroom in the night sky so etwas wie Unterhaltungswert. Höchstens wirkt der Arcade-Racer unfreiwillig komisch. Egal ob die veraltete Grafik, die leeren und kleinen Level oder die fehlende Herausforderung, Vroom in the night sky fehlt es an fast allem. Und das obwohl die eigentliche Idee durchaus Potenzial hätte haben können. So aber ist das Spiel eine langweilige Frechheit.