Yo-kai Watch Blasters -  – TEST

Die Yo-kai sind zurück und dieses Mal steuern wir die Geistwesen selbst. Der Action-Rollenspiel-Ableger Yo-kai Watch Blasters lässt uns als vierköpfiges Team böse Yo-kai bekämpfen und eine amüsante Geschichte rund um den Werdegang unserer Truppe erleben.


Abseits von Nathan und Katie, den spielbaren Hauptfiguren der beiden Yo-kai-Watch-Spiele, erleben wir in Yo-kai Watch Blasters ein Abenteuer ausschließlich mit den Geistwesen. Jibanyan und der selbst ernannte Teamkapitän Whisper haben weitere Yo-kai um sich versammelt, um während der Schreckenszeit böse Artgenossen zu bekämpfen und aufzuhalten. Blöd nur, dass die Gruppe eher eine Gurkentruppe ist und beim bloßen Anblick von Gargaros die Beine in die Hand nimmt und davon läuft. Unterstützung erhält das noch unerfahrene Blasters-Team von Ausbilder Schleifer, der sich der Truppe annimmt, um aus ihnen würdige Kämpfer des Blasters-Verbands zu machen.

Kindgerechte Action-Sammelei

Auf den ersten Blick fällt auf, dass Yo-kai Watch Blasters die Grafik-Engine des zweiten Teils nutzt. Entsprechend gelungen ist das optische Gerüst des Action-Rollenspiels. Bunte Farben, niedliche und witzige Yo-kais und schicke Umgebungen sorgen für eine entspannte Atmosphäre, die auch dank der gelungenen Zwischensequenzen und Videos sofort Yo-kai-Watch-Feeling aufkommen lässt. Dem schließt sich ein niedlicher Soundtrack sowie der hervorragende Einsatz deutscher Sprach-Tonschnipsel, die das Geschehen immer schön kommentieren, an. Gerade wer die Hauptableger gespielt hat oder Anime-Serie und Manga kennt, dürfte schnell vom Sog der Yo-kai-Watch-Welt erfasst werden.

Auch das Gameplay kann überzeugen. Mit einem Team bestehend aus vier Yo-kai begeben wir uns auf Missionen in aus Yo-kai Watch 2 bekannte Gebiete und bekämpfen dort böse Artgenossen. Angelehnt ist das an die Schreckenszeit aus den Hauptspielen. Obwohl wir mit einer Vierertruppe losziehen, steuern wir immer nur einen Yo-kai direkt. Unsere Begleiter werden entweder – ganz ordentlich, aber nicht fehlerfrei – von der KI übernommen, oder alternativ schließen wir uns im Mehrspieler-Modus lokal oder online mit bis zu drei anderen Spielern zusammen.

Im Gegensatz zu den Hauptteilen bietet Yo-kai Watch Blasters ein direktes Kampfsystem. Wir bewegen uns durch die Stadt und führen Angriffe, Spezial-Aktionen oder Ultiseelschlag gegen unsere Feinde aus. Extra Kampfbildschirme oder ein Rundensystem gibt es nicht. Ein wenig erinnert das an Action-Adventures wie die klassischen 2D-Zelda-Teile oder noch mehr an Pokémon Rumble, das im Spielprinzip einige Gemeinsamkeiten mit Yo-kai Watch Blasters aufweist. Die Kämpfe sind kurzweilig und machen Spaß, zeigen aber nach einiger Zeit Abnutzungserscheinungen. Der Grund dafür ist relativ simpel: viel mehr als Yo-kai bekämpfen machen wir in dem Action-Rollenspiel nicht. Selbst abweichende Missionsziele dienen lediglich als Rahmen für die zahlreichen Kämpfe, die wir im Laufe unseres Abenteuers austragen. Dazu kommt, dass der Schwierigkeitsgrad in weiten Teilen sehr niedrig ausfällt, was jedoch der Ausrichtung auf Kinder geschuldet ist.

Zusätzliche Herausforderungen

Ältere Spieler dürften hingegen Gefallen an den zusätzlichen Herausforderungen und Boss-Kämpfen finden. Letztere gehören zu den Höhepunkten des Spiels. Abwechslungsreich inszeniert motivieren die auch in der Kameraperspektive angepassten Auseinandersetzungen auch über längere Zeit. Gut also, dass neben der Kampagne ein Boss-Modus integriert ist. In diesem können wir bereits besiegte Bosse noch einmal angehen und besondere Belohnungen verdienen – und schalten zudem den jeweiligen Boss in einer höheren Schwierigkeitsstufe frei. Das bietet sogar Herausforderungen für das Endgame, wenn unsere Yo-kai erst einmal richtig stark sind. Abgerundet werden die Möglichkeiten von Patrouillen auf denen wir in den Umgebungen der Kampagne sogenannte Mini-Mini-Missionen absolvieren dürfen, um uns zusätzliche Oni-Kugeln verdienen zu können.

Besagte Oni-Kugeln sind essenziell für den Spielfortschritt in Yo-kai Watch Blasters. Die einzige Währung des Spiels ersetzt nicht nur Geld, sondern auch Erfahrungspunkte und wird für so gut wie alles eingesetzt. Items kaufen, Ausrüstung herstellen, Yo-kai leveln oder weiterentwickeln, unser Hauptquartier anpassen und noch weitere Funktionen erfordern als Bezahlung Oni-Kugeln. Aufgrund der hohen Preise sind wir meist knapp bei Kasse und müssen abwägen, ob wir lieber auf einen neuen Ausrüstungsgegenstand oder einen Levelaufstieg setzen. Um regelmäßiges Grinding kommen wir im Lauf des Abenteuers kaum herum. Zwar gibt es trotz der Elementvorlieben und -schwächen der Yo-kai kaum Gründe mehr als vier Geistwesen aktiv zu leveln, dennoch reichen die Oni-Kugeln nie. Das kann mitunter zu unschönen Längen führen und stark der Motivation schaden. Das auf Kämpfe fokussierte Gameplay ist auf Dauer zu repetitiv, um die reine Oni-Kugeln-Beschaffung wett zu machen. Ein wenig relativiert wird das Ganze lediglich durch den Sammelwahn, den die niedlichen Yo-kai genauso wie in den Hauptablegern auslösen.

Bekannter Sammelwahn

Wie üblich dürfen wir mit weit über 400 Yo-kai Freundschaft schließen und sie unserem Team hinzufügen. Hier verbirgt sich dann auch der größte Motivator des Action-Rollenspiels abseits der interessanten, wenn auch etwas einfachen Geschichte. Es macht einfach Spaß immer neue Yo-kai für sich zu gewinnen, auch wenn das Fang-System erneut einem Zufallsfaktor unterworfen ist. Statt wie in Pokémon mit speziellen Items zu agieren, müssen wir weitgehend auf unser Glück vertrauen. Entweder am Yokaimaten, sofern wir entsprechende Münzen haben, oder in den Kämpfen. Steht ein Yo-kai wieder auf, müssen wir innerhalb eines geringen Zeitfensters ein simples Minispiel absolvieren, um das Geistwesen unserer Sammlung hinzuzufügen. Gerade wenn wir auf der Suche nach einem bestimmten Yo-kai sind, kann die Jagd zur Geduldsprobe werden.

Doch trotz des leichten Schwierigkeitsgrads und des repetitiven Spielablaufs, hat uns Yo-kai Watch Blasters viel Spaß gemacht. Die Kampagne ist kurzweilig und kann mit den kleinen, zusammenhängenden Kapitel-Geschichten sowie einer ordentlichen Portion Humor überzeugen. Schade, dass die Ghostbusters-Anspielungen aufgrund der Änderung des japanischen Namens Yo-kai Watch Busters in Yo-kai Watch Blasters ein wenig verloren geht. Trotzdem haben wir bei den Unterhaltungen unseres Teams regelmäßig schmunzeln müssen und hatten viel Spaß dabei, Whisper, Jibanyan, Schleifer und die anderen auf ihrem Abenteuer zu begleiten. Dank der großen Yo-kai-Zahl und des Boss-Modus haben wir außerdem noch genug zu tun, um das Action-Rollenspiel immer wieder für kurze Runden erneut zu spielen.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

Als großer Fan der beiden Yo-kai-Watch-Spiele habe ich mich auf Yo-kai Watch Blasters gefreut, obwohl ich nicht vollkommen wusste, was mich bei dem Ableger erwartet. Die etwas andere Ausrichtung des Gameplays hat mich aber schnell gepackt und im Nu hatte ich einige Missionen mit meiner Yo-kai-Truppe absolviert. Geschichte, Humor und Kampfsystem haben mich zahlreiche Stunden gut unterhalten, auch wenn der Spielablauf mit der Zeit etwas eintönig wurde. Trotzdem habe ich mein Blasters-Team gerne weiter begleitet und habe mit ihnen Aufträge erfüllt. Wirklich gestört hat mich aber das Oni-Kugeln-Grinding, da von ihnen zu viel abhängt. Zumindest Levelaufstiege hätten klassisch mit Erfahrungspunkten erfolgen können. Gerne auch übergreifend für alle Yo-kai und mit manueller Verteilung, aber losgelöst von dem restlichen Bezahlsystem. Allgemein sind die Funktionen im Hauptquartier recht umfangreich, was jüngere Spieler eventuell etwas überfordern könnte. Im Gegenzug wäre ein zusätzlicher, höherer Schwierigkeitsgrad für die Kampagne für erfahrenere Spieler begrüßenswert. Doch auch so hat mir Yo-kai Watch Blasters viel Spaß gemacht und bietet auch nach dem Durchspielen noch Gründe, es erneut anzumachen und mich an den zusätzlichen Herausforderungen zu versuchen.