NEO: The World Ends With You – VORSCHAU

Am 27. Juli 2021 erscheint eine der wohl überraschendsten Fortsetzungen der letzten Jahre. NEO: The World Ends With You lässt uns als Rindo erneut am Spiel der Reaper teilnehmen und um unser Leben kämpfen.


Bereits die 2018 veröffentlichte Portierung des erstmals 2007 für den Nintendo DS erschienenen Rollenspiels The World Ends With You, war eine Überraschung. Dass Square Enix dem DS-Geheimtipp eine Fortsetzung spendiert, war bis zur Ankündigung im vergangenen Jahr kaum vorstellbar. In wenigen Wochen ist es nun soweit und wir dürfen in NEO: The World Ends With You erneut im Spiel der Reaper um unser Leben kämpfen. Zuvor hat Square Enix im Anschluss an die in der Frühlingssaison ausgestrahlten Anime-Serie, die in Deutschland bei Wakanim im Originalton mit deutschen Untertiteln als Simulcast lief, eine Demo-Version des Rollenspiels veröffentlicht. Für einen Ersteindruck haben wir bekannte Informationen zusammengetragen und die zwei Kapitel umfassende Demo ausführlich gespielt.

Neues Spiel, neue Spieler

Protagonist von NEO: The World Ends With You ist Rindo, der zu Beginn des Rollenspiels seinen Klassenkameraden und Freund Tosai Furesawa, genannt Fret, im Tōkyōer Stadtbezirk Shibuya trifft. Bereits kurz darauf stolpern die beiden, ohne zu wissen was vor sich geht, ins Spiel der Reaper. Sofort fällt auf, dass die Fortsetzung des DS-Rollenspiels auf 3D-Grafik und eine neue Perspektive setzt. Dadurch können wir uns noch freier in dem in mehrere Abschnitte eingeteilte Shibuya bewegen, werden aber ein wenig durch eine feste Kamera eingeschränkt. Optisch greift NEO: The World Ends With You zudem den Stil des Vorgängers auf. Erneut sind die Figuren bei ihrem Kleidungsstil und ihrem gesamten Design an diverse Subkulturen angelehnt und hinterlassen schon nach einem kurzen Blick einen bleibenden Eindruck. Ähnliches gilt für die wieder sehr präsente Musik, die einen großen Anteil an der Atmosphäre des Vorgängers hat und sofort nostalgische Gefühle weckt. Zu verdanken ist das Komponist Takeharu Ishimoto, der bereits die Musik von The World Ends With You verantwortete.

Passend zur neuen Perspektive wurde auch das Gameplay im Vergleich zum Vorgänger angepasst, ohne dessen Essenz komplett zu verlieren. Tatsächlich erhält sich NEO: The World Ends With You, trotz einiger komplett neuer Mechaniken, genau die richtigen Gemeinsamkeiten, um als flüssiger Übergang wahrgenommen zu werden. Als Rindo erkunden wir Shibuya und versuchen die Aufgaben der Reaper erfolgreich zu lösen, um das Spiel, das er und Fret anfangs nicht für voll nehmen, abzuschließen. Dafür müssen wir die Umgebung scannen, wodurch wir nicht nur die Gedanken der Passanten, die uns nicht wahrnehmen, lesen können, sondern auch die Noise genannten Gegner sehen. Wie im Vorgänger sind die Feinde als rote Symbole in der Spielwelt zu sehen. Nähern wir uns diesen, verfolgen sie uns, bis sie in Rindos Körper eintauchen. Nun können wir entweder selbstständig einen Kampf starten oder dieser beginnt nach kurzer Zeit. Sammeln wir mehrere Feindsymbole ein, können wir die Auseinandersetzungen aneinandereihen, wodurch sich unsere Fundrate erhöht. Zusätzlich können wir diese durch den jederzeit einstellbaren Schwierigkeitsgrad sowie das ebenfalls immer mögliche Herunterregeln unseres Spieler-Levels anpassen.

Actionreiche Auseinandersetzungen

Wie im Vorgänger entsprechen unsere Angriff den ausgerüsteten Pins, die wir mit der Zeit finden oder von besiegten Gegnern erhalten. Jeder Pin ist dabei einem Button des Controllers zugeteilt. Entsprechend kann auch nur jeweils ein Pin, der beispielsweise mit dem Y-Knopf eingesetzt wird, gleichzeitig ausgerüstet werden. Zudem kann jedes unserer Gruppenmitglieder nur einen Pin auf einmal tragen. Hierbei könnte es im späteren Spielverlauf noch Anpassungen geben; entsprechende Hinweise sind bereits vorhanden. Im Gegensatz zum Vorgänger verzichtet NEO: The World Ends With You auf eine Bewegungs- oder Touchscreen-Steuerung. Gleichzeitig agieren unsere Gruppenmitglieder nicht mehr als einsetzbare Fähigkeiten, sondern sind aktiv am Kampf beteiligt. Genauer gesagt entspricht jeder Charakter dem zugewiesenen Pin und somit dem Controller-Button. So können wir beispielsweise Rindo mittels X angreifen lassen, während Fret bei Drücken des Y-Knopfs Feinde attackiert. Später schließen sich uns weitere Personen an, sodass wir noch mehr Angriffe aneinandereihen oder gleichzeitig einsetzen können. Was auf den ersten Blick chaotisch aussieht oder klingt, spielt sich in der Demo bereits überaus flüssig und nach kurzer Zeit fallen uns die kurzweiligen Kämpfe wunderbar leicht.

Wichtig ist außerdem, dass wir die Attacken richtig platzieren, um Groove-Energie zu sammeln. Ist die Anzeige komplett gefüllt, dürfen wir eine Spezialaktion, die vom Pin des zuletzt verwendeten Charakters abhängt, einsetzen. Allgemein spielt es eine große Rolle, wessen Attacke wir zuletzt verwendet haben, da diese Figur zu unserem aktiven Akteur wird. Haben wir beispielsweise zuletzt mit Fret ein paar Angriff platziert, steuern wir ihn in den 3D-Arenen, in denen die Kämpfe stattfinden, und können auch feindlichen Attacken ausweichen. Sobald wir mit X Rindo angreifen lassen, wechselt der aktive Charakter zu ihm. Gerade auf den höheren der vier Schwierkeitsgrade sowie im späteren Spielverlauf könnte das noch in taktischer Hinsicht relevant werden. Vorerst lässt sich aber noch nicht einschätzen, wie tiefgehend das Kampfsystem letztlich wird. Bisher fallen die Auseinandersetzungen mit den Noise angenehm kurzweilig, aber zumindest auf dem Normal-Schwierigkeitsgrad nur bedingt herausfordernd aus. Etwas taktischer müssen wir allerdings bereits bei den beiden in der Demo enthaltenen Bosskämpfen agieren, sodass wir zuversichtlich sind, was die Vollversion von NEO: The World Ends With You angeht. Auch weil wir bisher nur an der Oberfläche des Rollenspiels gekratzt haben.

Vielversprechende Ansätze

Viele Funktionen, Storydetails und auch Charaktere bleiben uns noch verschlossen. So haben wir beispielsweise die aus den Trailer bekannte Nagi noch nicht kennengelernt. Auch die Kämpfe gegen andere Teams, die am Reaper-Spiel teilnehmen, könnten noch anspruchsvolle Herausforderungen bieten. Zudem verfügen Rindo, Fret und Nagi über spezielle Fähigkeiten, die sie außerhalb von Kämpfen zur Lösung der Reaper-Aufgaben einsetzen können. Bisher können wir lediglich Frets Erinnungsfertigkeit selbst ausprobieren. Mit dieser kann er Passanten dazu bringen, sich an etwas zu erinnern. Zuvor müssen wir ein mit der Erinnerung in Verbindung stehendes Bildfragment mittels Drehbewegungen der beiden Sticks wieder zusammensetzen. Eine gelungene Bereicherung, die etwas Abwechslung ins Spiel bringt. Rindo hingegen kann die Vergangenheit verändern, während Nagi in den Verstand von Personen eintauchen kann. Wir sind bereits gespannt, wie sich diese beiden Fähgkeiten spielen und in die Handlung integrieren.

Sicher ist bereits, dass NEO: The World Ends With You überaus spannend beginnt. Schon nach kurzer Zeit hat uns die Geschichte gepackt und wir sind mit Freude immer tiefer in das Spiel der Reaper eingetaucht. Zu verdanken ist das auch Rindo, Fret und einigen weiteren Charakteren, die wie im Vorgänger wieder wunderbar geschrieben und überaus individuell gestaltet sind. Besonders die Dynamik zwischen Rindo und Fret ist erstklassig und trägt viel zum Teamgefühl der beiden Freunde bei. Dazu gesellen sich einige wahrlich abgedrehte Figuren, die denen des Vorgängers in Nichts nachstehen. Zudem wird es, wie Demo und Trailer verraten, ein Wiedersehen mit einigen bekannten Charakteren aus The World Ends With You geben. Es ist besonders die Geschichte, aber auch das spaßige Gameplay, das uns überzeugt und am Ende der Demo-Version würden wir am liebsten sofort weiterspielen. Entsprechend groß ist unsere Vorfreude und wir können es nicht mehr erwarten, bis NEO: The World Ends With You am 27. Juli 2021 endlich erscheint. Genre-Fans sollten das Rollenspiel definitiv im Auge behalten.

Geschrieben von Alexander Geisler

Prognose:

Die Ankündigung von NEO: The World Ends With You war für mich eine der größten Überraschungen des vergangenen Jahres und zugleich eines meiner persönlichen Jahreshighlights. Niemals habe ich erwartet, dass The World Ends With You einen Nachfolger erhält. Selbst die scheinbar recht erfolgreiche Switch-Portierung hat hierbei meine Hoffnungen nur minimal vergrößert. Umso gespannter bin ich auf NEO: The World Ends With You und habe mich mit Vorfreude auf die Demo und jeden Infoschnippsel gestürzt. Schon nach wenigen Minuten hat mich NEO: The World Ends With You in der Anspielversion überzeugt. Optisch und musikalisch fängt die Fortsetzung wunderbar das Gefühl des Vorgängers ein und modernisiert zugleich das Gameplay mit 3D-Grafik und einem actionreichem, wenn auch etwas chaotischem Kampfsystem. Die ersten beiden Kapitel machen mir bereits soviel Spaß, dass ich am liebsten sofort weiterspielen würde, um zu erfahren, was Rindo und Fret im Spiel der Reaper noch erleben. Die Wartezeit, bis das Rollenspiel am 27. Juli erscheint, wird lang. Für Genre-Fans könnte NEO: The World Ends With You eines der großen Jahreshighlights werden.