A Robot named Fight! -  – TEST

Insbesondere die Castlevania-Reihe hat in den letzten zwei Jahrzehnten stark davon profitiert, das Metroid-Gameplay zu interpretieren. A Robot named Fight! greift das Konzept ebenfalls auf und verbindet es mit zufallsgenerierten Spielinhalten wie in The Binding of Isaac.


Eigentlich hat die Story von A Robot named Fight! durchaus Potenzial: Angesiedelt ist die Handlung Jahrtausende nachdem mechanische Götter den Planeten verlassen haben und ihn unter der Kontrolle niederrangiger Roboter ließen. Schutzlos sieht sich der Planet dem so genannten Megabeast ausgeliefert, laut Herstellerangaben einer „pulsierenden Sphäre aus Fleisch, Augen, Mündern und Geschlechtsorganen“. Im Abenteuer selbst erlebt der Spieler von dieser wahnwitzigen Story kaum etwas.

Um die außerirdischen Lebensformen, die sich auf dem Planeten einnisten wollen, zu vernichten, schlüpft der Spieler in die Rolle eines Roboters, der in der Theorie so agil wie Samus Aran aus den zweidimensionalen Ablegern von Nintendos Metroid-Reihe sein möchte. In der Praxis funktioniert dies aber mehr schlecht als recht, denn die Steuerung fällt besonders bei Sprungabschnitten sehr schwammig aus und auch das Anvisieren von Gegnern ist eine knifflige Angelegenheit. Unter anderem ist es erforderlich, dass sich der Roboter auf den Plattformen der Level-Architektur stets neu positionieren muss. Kleine Gegner können mit der Standardwaffe sogar nur dann aus dem Weg geräumt werden, wenn über sie gesprungen und aus der Luft vertikal auf sie geschossen wird. Ärgerlich ist vor allem, dass sich der Frust der Steuerung durch das gesamte Spiel zieht.

A Robot named Copy and Paste!

Ungewöhnlich für das Genre sind etliche Design-Entscheidungen. Anstatt ein großes Abenteuer zu erzählen, wird bei jedem Spielstart eine neue Welt nach zufälligen Parametern erschlossen. Das heißt auch, dass das Spiel mit dem Permadeath-Phänomen arbeitet: Sobald die letzte Energie des Roboters aufgebraucht ist, sind auch alle gesammelten Erweiterungen verloren. Wer nach einer halben Stunde hart erkämpfter Power-ups frustriert die Konsole ausschaltet, wird A Robot named Fight! auch sicherlich kein zweites Mal starten. Jene Spieler, die von diesem Spielsystem jedoch seit Jahren nicht gut bekommen können und schon dutzende Stunden in Titel wie The Binding of Isaac und Co versenkt haben, sollten sich den Titel aber einmal genauer anschauen.

Kein Spieldurchgang gleicht dem anderen und da die Anordnung der Räume völlig unterschiedlich ausfällt und auch alle Power-ups an unterschiedlichen Stellen auftreten, tritt Langeweile so schnell nicht ein. Schade ist jedoch, dass das Spiel abseits der zufällig generierten Levels kaum über Alleinstellungsmerkmale verfügt. Vor allem die 16-Bit-Texturen, einzelne Grafik-Elemente wie die zu öffnenden Schleusen, wenige Soundeffekte und teilweise sogar die hintergründigen Farbgebungen erinnern frappierend an Super Metroid. Wem das nichts ausmacht und auch mit der schwammigen Steuerung leben kann, sollte zuschlagen, alle anderen sind mit jedem 2D-Teil der Metroid-Reihe wohl besser bedient.

Geschrieben von Eric Ebelt

Fazit:

Mit der Metroid-Reihe hat Nintendo Großartiges geschaffen und es ist auch nicht verwerflich, wenn andere Entwickler sich etwas von einem Lehrbeispiel abgucken und Elemente in ihr Spiel integrieren, die vorher schon sehr gut funktioniert haben. Bei Metroid-Kopien ist es jedoch wichtig, vor allem die gute Spielbarkeit des Originals zu übernehmen, da ein flüssiges Vorankommen positiv zum Spielgefühl beiträgt. Dies ist bei A Robot named Fight! leider nicht der Fall, die Spielfigur lässt sich nur mit Fingerspitzengefühl durch die zufallsgenerierten Levels lotsen. Die Suche nach neuen Power-ups ist aber dennoch motivierend. Schade ist hingegen die fehlende Eigenständigkeit des Spiels, denn optisch und zum Teil auch akustisch erinnert der Titel zu stark ans unverkennbare Vorbild Super Metroid. Wer über die Defizite hinwegsehen kann, kommt mit A Robot named Fight! durchaus in den Genuss eines Action-Adventures, das es mit der Rougelike-Konkurrenz aufnehmen kann.