Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered – TEST

Unter Fans gehört Dynasty Warriors 3 zu den besten Episoden der langjährigen Reihe, was aber vor allem videospielhistorisch begründet sein dürfte. Mit der überarbeiteten Complete Edition wollen Publisher Koei Tecmo und Entwicklerstudio Omega Force das 25-jährige Jubiläum feiern.


Tatsächlich ist die Dynasty-Warriors-Reihe noch ein wenig älter, denn bereits 1997 werkelte Omega Force am ersten Serienteil für die PlayStation. Bei diesem Klassiker handelt es sich jedoch um ein Fighting Game, in dem historische chinesische Persönlichkeiten gegeneinander antreten. Erst das im Jahr 2000 veröffentlichte Dynasty Warriors 2 für die PlayStation 2 legte durch den Genrewechsel zur Hack-and-slay-Kategorie den wahren Grundstein für das Musō-Gameplay, sprich große Massenschlachten gegen Hundertschaften an Gegnern. Da der zweite Serienteil aber noch sehr rudimentär ausfällt, erlangte erst die ein Jahr später entstandene dritte Episode der langlebigen Reihe durch deutlich mehr Charaktere und verfeinerte Systeme Weltruhm.

In den 2000er-Jahren aufgrund seines stumpfen Gameplays häufig belächelt, sorgten Kooperationen mit anderen Franchises wie One Piece oder The Legend of Zelda in den 2010er-Jahren dafür, dass die Warriors-Spiele mehr Akzeptanz erhielten. Herausgeber Koei Tecmo war es zum 25-jährigen Jubiläum Anfang Oktober wichtig, an den ersten großen Meilenstein zu erinnern. Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered kombiniert nicht nur das Grundspiel von 2001 mit den Inhalten des Erweiterungspakets von 2002, sondern ergänzt sogar Mechaniken vom 2026 erschienenen Dynasty Warriors Origins. Dass es im eShop jedoch erwerbbare Zusatzinhalte gibt, lässt uns am Titel der „Komplettausgabe“ zweifeln.

Rudimentäres Gameplay

Wir schlüpfen in die Rolle eines von über vierzig Generälen wie Guān Yǔ oder Cáo Cāo und kämpfen mit ihnen Schlachten im späten 2. und frühen 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Hauptsächlich geht es darum, in den konsekutiven Szenarien der Kampagnen hunderte Gegner durch Button Mashing zu bekämpfen und sich gegen die feindlichen Generäle zu stellen. Dies klappt per pedes oder auf dem Rücken eines Pferdes. Der Schwierigkeitsgrad ist durchaus hoch, weshalb wir uns über zusätzliche Speicherpunkte während der Schlachten freuen. Haben wir genügend Gegner besiegt, können wir einen gigantischen Massenangriff ausführen. Zudem ist es stets wichtig, auf Ereignisse einzugehen und die Moral der Truppen aufrechtzuerhalten, um Kriegserfolge zu erzielen.

Erledigen wir größere Feinde, deren Angriffe wir im Remaster auch perfekt parieren können, erhalten wir als Belohnung Items, welche die Attribute unserer Helden permanent erhöhen – ein Erfahrungspunktesystem wie in späteren Serienteilen gibt es in Dynasty Warriors 3 nicht. Ebenso sammeln wir von besiegten Gegnern hinterlassene Waffen ein und können diese im Lager zu regelrechten Mordinstrumenten fusionieren. Hier fällt auf, dass die Menüstruktur kaum durchdacht ist, denn zum Lager gelangen wir nur durch den Umweg übers Hauptmenü. Dort finden sich neben dem kompetitiven Zwei-Spieler-Modus absolvierbare Herausforderungen. Alles sehr rudimentär und wenig innovativ.

Musō-Action für Nostalgiker

Akustisch wird das Geschehen mit toller Musik unterlegt, die von Hard Rock und traditionellen chinesischen Melodien inspiriert ist. Technisch betrachtet kann Dynasty Warriors 3 auf der Switch 2 aber nicht glänzen. Zwar visiert das Spiel stabile sechzig Bilder pro Sekunde an, doch springt die Bildwiederholrate ständig zwischen sechzig und dreißig Bildern hin und her, was dem actionreichen Geschehen zuwiderläuft und die Steuerung schwerfällig erscheinen lässt. Zudem poppen feindliche Figuren und deren Lebensbalken häufig erst dann auf, wenn wir wenige Meter vor ihnen stehen. Auf der Übersichtskarte wissen wir durch die roten Markierungen immerhin, wo sich die feindlichen Truppen aufhalten. Es spricht aber nicht für die Kriegsatmosphäre, wenn wir den Feind von Weitem nicht erkennen können.

Ärgerlich sind auch die Ladezeiten, denn wenn wir eine Schlacht erstmals starten, können diese länger als eine Minute dauern. Sollten wir im Kampf fallen und müssen neu laden, geht dies zum Glück etwas schneller. Aufgrund der vor allem zu Beginn relativ kurzen Scharmützel sind die Ladezeiten auf der kompetenten Switch 2 aber nicht haltbar, zumal es sich um eine Neuauflage eines Titels aus dem Jahr 2001 handelt. Ähnlich wie bei Dynasty Warriors Origins scheinen Koei Tecmo und Omega Force die Hardware von Nintendos Hybridkonsole nicht wirklich in den Griff zu bekommen, wodurch sich der Titel in unseren Augen eher an Nostalgiker richtet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Fazit:

Eric Ebelt

Nachdem mich Dynasty Warriors Origins eher etwas enttäuscht hatte, war meine Hoffnung groß, dass das Remaster eines Spiels, das zum Veröffentlichungszeitpunkt bereits 25 Jahre alt ist, deutlich besser fluppen sollte. Allerdings ist in meinen Augen das Gegenteil der Fall, denn obwohl das grundsolide Gameplay für sich genommen funktioniert, ist es rein aus videospielhistorischer Sicht schon veraltet. Da hilft es in meinen Augen nur wenig, dass Mechaniken wie das jederzeit mögliche Herbeirufen eines Pferds, die zusätzlichen Kontrollpunkte in den Schlachten und die perfekten Paraden gegen feindliche Offiziere ein wenig mehr Taktik ins Spiel bringen. Lediglich das Fusionieren gesammelter Waffen motiviert mich, auch mehr Zeit in das Spiel zu stecken und meine Generäle zu verbessern. Ein nachträglich implementiertes Levelsystem hätte Dynasty Warriors 3 meines Erachtens gutgetan und wäre nach einem Vierteljahrhundert eine mehr als überfällige Modernisierung gewesen. Ärgerlich ist in meinen Augen, dass das Spiel auf der Switch 2 nur halbgar läuft und mit längeren Ladezeiten nervt. Habt ihr die Möglichkeit, das Spiel auf der PlayStation 5 oder Konsorten zu spielen, solltet ihr eher dort zugreifen. Wer trotz der technischen Probleme und lediglich rudimentären Verbesserungen Gefallen am zeitlosen Gameplay findet, kann auch mit dem dritten Serienteil sogar auf der Switch 2 noch seinen Spaß haben, vornehmlich jedoch aus videospielhistorischen wie nostalgischen Gründen.