Hyrule Warriors: Definitive Edition -  – TEST

Nach Fire Emblem Warriors, erhält ein weiteres Nintendo-Franchise auf der Switch einen Musō-Ableger. Um ein neues Spiel handelt es sich dabei jedoch nicht. Stattdessen erhält die erste Warriors-Zusammenarbeit von Nintendo und Koei Tecmo eine ultimative Reinkarnation. Hyrule Warriors: Definitive Edition vereint die Wii-U- und 3DS-Versionen inklusive aller DLCs.


Vor über dreieinhalb Jahren erschien Hyrule Warriors erstmals auf Nintendos Wii U. Das The-Legend-of-Zelda-Spin-off überzeugte mit einer gelungenen Vermischung des großen Franchises mit dem Musō-Spielprinzip der Warriors-Spiele von Koei Tecmo. Als Link, Zelda, Impa, Ganondorf oder einer von zahlreichen anderen spielbaren Charakteren ziehen wir in der Definitive Edition erneut auf die Schlachtfelder von Hyrule und kämpfen gegen tausende Feinde. Das mag nicht jedem gefallen, schließlich mangelt es vielen Musō-Spielen an der nötigen Abwechslung, doch Hyrule Warriors beweist auch 2018 noch, dass die Kombination funktioniert. Es macht einfach Spaß über die Schlachtfelder zu rennen und Gegnermassen mit einfachen Angriffen oder Spezialtechniken nieder zu mähen und Festungen zu erobern. Bedacht werden sollte allerdings, dass abseits von zwei neuen Kostümen keinerlei neue Inhalte in Hyrule Warriors: Definitive Edition zu finden sind.

Kämpfermassen

Die insgesamt 29 spielbaren Charaktere unterscheiden sich teils deutlich voneinander und erfordern deshalb zumindest leicht abweichende Vorgehensweisen. Das geht sogar so weit, dass verschiedene Figuren über mehrere Waffen verfügen, die ebenfalls Einfluss auf das Kampfverhalten haben. Durch die enthaltenen DLCs ist so für einige Abwechslung gesorgt. Besonders, da bereits nach Abschluss der ersten Schlacht siebzehn Kämpfer zur Verfügung stehen. Dennoch muss die ordentliche Zelda-Geschichte im Legenden-Modus absolviert werden, um die jeweiligen Missionen auch im Freien Modus mit allen zur Verfügung stehenden Figuren spielen zu können. Da die Story durchaus zu motivieren und gefallen weiß, fällt das aber nicht schwer. Zwar reihen sich grob betrachtet lediglich zahlreiche Schlachten aneinander, durch die eingebundenen Handlungsereignisse und wechselnden Missionsziele, ist aber immer für einen lebendigen Spielfluss gesorgt.

Häufig müssen wir sogar mehrere Ziele gleichzeitig angehen und geraten dabei ordentlich unter Druck. Umso besser, dass wir in den meisten Schlachten weitere spielbare Kameraden an unserer Seite haben. Diesen können wir Marschbefehle erteilen, damit sie etwa ein bestimmtes Ziel angreifen oder eine unserer Festungen verteidigen. Zudem können wir frei zwischen unseren Kämpfern wechseln und so schnell eine Aufgabe auf der anderen Seite des Schlachtfeldes erledigen, ohne dorthin laufen zu müssen. Das bringt klare Vorteile und sorgt für Abwechslung, da wir uns so in jeder Mission regelmäßig an die unterschiedliche Spielbarkeit mehrerer Charaktere anpassen. Abseits der Haupthandlung verfügt der Legenden-Modus über zwei weitere Story-Stränge. Einer davon läuft in wenigen Missionen parallel, der andere wird erst nach Durchspielen der Kampagne freigeschaltet.

Zusätzliche Abenteuer

Abseits der Geschichte und des Freien Modus, der uns lediglich die Kampagnen-Schlachten mit jedem Charakter bestreiten lässt, können wir uns noch im Herausforderungs-Modus diversen Aufgaben widmen und versuchen Highscores aufzustellen. Der Abenteuer-Modus hingegen bietet auf neun Karten, die an verschiedene Zelda-Teile angelehnt sind, zusätzliche Schlachten und Missionen. Aufgebaut sind die Karten in Anlehnung an das erste The Legend of Zelda in Rastern. Jedes Feld steht für eine Mission. Diese reichen von simplen Aufgaben wie dem Besiegen einer bestimmten Anzahl Gegner über klassische Schlachten bis hin zu besonderen Zielen, die zielgerichteteres Vorgehen erfordern. Am grundlegenden Gameplay ändert sich aber auch hier nichts. Dafür kann im Abenteuer-Modus einiges freigeschaltet werden. Neben neuen Charakteren sind das etwa Waffen, die anschließend in jedem Modus zur Verfügung stehen. Auch die Feen-Gefährten sowie deren Kleidung findet ihr hier.

Bei den Feen-Gefährten handelt es sich um Feen, die eure Kämpfer in die Schlacht begleiten und mit mächtigen Zaubern oder anderen Fähigkeiten unterstützen. Im entsprechenden Bereich des Spiels habt ihr nicht nur eine Übersicht über eure Feen, sondern könnt diese auch verbessern. Durch Essen steigen sie im Level und ihre Eigenschaften passen sich an. Das hat wiederum Einfluss darauf wie viele und welche Fähigkeiten ausgerüstet werden können. Zusätzlich können die Feen mit gefundener Kleidung ausgerüstet werden. Diese hat passive Effekte wie etwa erhöhten Element-Schaden. Notwendig sind die Feen-Gefährten nicht und häufig ist es uns passiert, dass wir die kleinen Begleiter vergessen haben, dennoch sind sie eine willkommene Ergänzung und Abwechslung und fügen sich gut in das Spiel ein.

Unveränderte Anpassungen

Abgerundet wird Hyrule Warriors: Definitive Edition durch kleinere Rollenspiel-Elemente. Durch das Besiegen von Gegnern wird Erfahrung gesammelt und die Charaktere steigen im Level auf. Die Energieleiste erhöht sich dadurch allerdings nicht. Hierfür werden klassische Herzteile und -container benötigt. Diese findet ihr entweder in den Story-Schlachten oder im Abenteuer-Modus. Zusätzlich können die Kämpfer mit den in den Schlachten von stärkeren Gegnern gesammelten Materialien sogenannte Medaillen erhalten. Diese stellen quasi die Skill-Bäume dar und erhöhen etwa die Verteidigung und schalten längere Kombo-Angriffe frei. Gefundenen Waffen hingegen können über Fähigkeiten verfügen. In der Schmiede lassen sich diese auf die leeren Slots stärkerer Waffen derselben Gattung übertragen.

Technisch basiert Hyrule Warriors: Definitiv Edition eindeutig auf der Wii-U-Version. Große grafische Anpassungen sind nicht zu erkennen, so dass gerade die bereits 2014 etwas matschigen Texturen auffallen. Dennoch wissen die Schlachtfelder durch die Zelda-Thematik zu gefallen. Außerdem profitiert das Spiel von der etwas besseren Technik der Switch. Die Auflösung fällt höher aus und das Geschehen läuft flüssiger ab als bei den bisherigen Versionen. Viel mehr wurde aber nicht angepasst. Etwas hübscher scheint Hyrule Warriors: Definitive Edition bei den Charaktermodellen trotzdem. Große Sprünge waren hier nicht zu erwarten, so dass der Titel die Erwartungen einhält, grafisch aber hinter den Möglichkeiten zurückbleibt. Dem Spielspaß schadet das aber zu keiner Zeit. Wie schon auf Wii U und 3DS fällt der Soundtrack mit seiner starken Zelda-Orientierung hervorragend aus. Maßgeblich tragen Musik und Soundeffekte zur erstklassigen Zelda-Atmosphäre bei, die Hyrule Warriors: Definitiv Edition auch auf der Switch noch auszeichnet.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

 

Wii U, 3DS, Switch – Hyrule Warriors gefällt mir in jeder Version aufs Neue etwas besser. Damit ist eine Aufgabe der Definitive Edition erfüllt. Schließlich soll eine solche Fassung das ultimative Erlebnis bieten. Durch die Verschmelzung der Wii-U-Technik mit den Inhalten von Hyrule Warriors: Legends gelingt das hervorragend. Natürlich kann kritisiert werden, dass lediglich zwei neue Kostüme enthalten sind und sonst alles bekannt ist. Doch dafür können die Inhalte der 3DS-Version erstmals im Grafikgewand der Wii-U-Fassung gespielt werden. Neulinge, die sich am Musō-Gameplay nicht stören, sollten sowieso zugreifen. Die beste Version des Action-Zelda-Spin-offs ist Hyrule Warriors: Definitive Edition in jedem Fall.