
Picross S: Doraemon & F Characters Edition – TEST
Dass sich die Marke Picross hervorragend dazu eignet, sie in ein Crossover mit einem anderen Franchise zu zwängen, hat zuletzt Picross S: Records of the Shield Hero bewiesen. Entwicklerstudio Jupiter wiederholt dieses Kunststück nun mit Picross S: Doraemon & F Characters Edition.
Mit Picross S: Doraemon & F Characters Edition betritt der Entwickler kein Neuland, denn im Kern ähnelt das Spiel im Aufbau nach wie vor den letzten Serienteilen. Diesmal stehen im Fokus jedoch zahlreiche Motive der Manga- beziehungsweise Anime-Reihe Doraemon sowie weiteren Werken des 1996 verstorbenen Manga-Künstlers Hiroshi Fujimoto. Es ist allerdings nicht nötig, die im deutschsprachigen Raum eher unbekannten Vorlagen zu kennen, um Spaß mit dem Titel zu haben. Abermals dreht sich alles um das Freilegen von Bildern durchs Lösen von Gitternetzrätseln – also genauso, wie es Serienkenner spätestens seit Picross S3 kennen.
Um erfolgreich zu sein, müssen wir in den als Nonogrammen bezeichneten Rätseln die korrekten Felder finden und markieren. Als Belohnung wirken Motive von Fujimotos Werken, darunter Werkzeuge des titelgebenden Roboters Doraemon. Hierfür müssen wir sorgsam auf die Beschriftungen am linken und oberen Rand der Nonogramme achten. In einem zehn mal zehn Felder großen Gitternetz besteht zum Beispiel jede Zeile aus zehn gleich großen Quadraten. Ist die gewählte Zeile am Rand mit den Ziffern Zwei und Sechs beschriftet, müssen wir erst zwei und dann sechs aufeinanderfolgende Kästchen ausfüllen. Zwischen beiden Serien ist es erforderlich, mindestens ein Feld freizulassen, damit die Abfolgen getrennt bleiben. Daher ist es oft nicht möglich, eine Reihe auf Anhieb zu lösen. Berechnungen sind notwendig.
Altbekanntes Gesamtbild
Wie in den zahlreichen Vorgängern markieren die Felder, die wir keinesfalls ausfüllen dürfen, mit einem Kreuzchen. So behalten wir in Picross S: Doraemon & F Characters Edition stets die Übersicht. Auf diese Weise kommen wir der Lösung Schritt für Schritt näher. Zudem hat dies den überaus praktischen Nebeneffekt, dass wir den Schwierigkeitsgrad zugleich peu à peu senken. Neben dem klassischen Konzept serviert uns Entwicklerstudio Jupiter auch die Variante Mega Picross. Diese funktioniert genau genommen sehr ähnlich, doch müssen wir hier gleich zwei nebeneinanderliegende Spalten oder Zeilen im Auge behalten.
In unserem Beispiel des zehn mal zehn Felder großen Gitternetzrätsel können theoretisch also bis zu zwanzig Kästchen miteinander in Verbindung stehen. Habt ihr noch nie Picross gespielt, solltet ihr euch zunächst an die normalen Rätsel wagen. Dennoch ist auch Mega Picross mit etwas Übung und Einarbeitungszeit recht schnell durchschaut. Mit von der Partie ist erneut der Clip-Picross-Modus. Dieser besteht aus normalen Nonogrammen, die jedoch als Teilbilderrätsel zunächst durch das Lösen von Gitternetzrätseln in den anderen Modi freizuschalten sind. Haben wir jedes einzelne der Clips genannten Teilbilderrätsel gelöst, setzen sich diese zu einem größeren Bild zusammen. Dieser verzahnte Aufbau motiviert abermals, wirklich jedes einzelne Rätsel in Picross S: Doraemon & F Characters Edition lösen zu wollen.
Kunterbunte Heiterkeit
Nicht zu verachten ist auch der Color-Picross-Modus, den Fans auch diesmal nicht zu missen haben. Hier lösen wir die Nonogramme mit Farben. Das heißt, dass wir die Quadrate in einer vordefinierten Reihenfolge mit diversen Farben ausfüllen. Im Gegensatz zu den einfachen Regeln ist es bei Color Picross aber nicht erforderlich, zwischen den Serien Felder freizulassen. Sollen wir in einer Reihe erst zwei Kästchen blau und dann sieben Kästchen gelb einfärben, können diese Bereiche direkt aufeinander folgen. Anhand der Beschriftungen an den Rändern ist es möglich, abzuschätzen, in welcher Reihenfolge die Farben auftreten. Neulingen mag dies kompliziert vorkommen, doch wer den Modus in den vorherigen Serienteilen schon gemeistert hat, dürfte keine großen Probleme mehr haben. Wir können nur dazu raten, den Modus auszuprobieren. Puzzle-Spiele leben immerhin davon, durchschaut und gemeistert zu werden!
Technisch bleibt daneben alles beim Alten: So ist die Grafik beim Lösen der Nonogramme zweckdienlich, während im Hintergrund Charaktere aus der Feder von Fujimoto vorbeifliegen und die Szenerie aufpeppen. Musikalisch gibt es flotte wie fröhliche Melodien aufs Ohr, bei denen lediglich etwas mehr Abwechslung erfreulich gewesen wäre. Picross S: Doraemon & F Characters Edition überzeugt uns am Ende mit insgesamt 535 Nonogrammen, die sowohl Fans der Vorlagen als auch anonyme Picross-Süchtige gleichermaßen erfreuen.
Geschrieben von Eric Ebelt
Fazit:
In den letzten Jahren hat die Dichte an Picross-Spielen massiv zugenommen. In erster Linie ist daran nichts verwerflich, funktioniert das Gameplay für sich genommen immer noch gut. Ermüdungserscheinungen machen sich aber bei jenen Fans breit, die keinen Serienteil auslassen. Dies liegt vor allem daran, dass Entwicklerstudio Jupiter mit Picross S: Doraemon & F Characters Edition abermals keine Experimente eingeht. Innovationen fehlen abermals, was zugleich der größte Kritikpunkt sein dürfte. Nichtsdestotrotz macht mir das Rätseln immer noch Spaß. Lege ich einmal los, vergeht die Zeit wie im Flug und plötzlich ist es schon weit nach Mitternacht. Dennoch gibt ein paar Punkte, die mich auch diesmal wieder störend auffallen. Zum Beispiel ist nur das Spielen im Handheld-Modus über die Steuerungstasten in meinen Augen wirklich effektiv, denn das Steuerkreuz des Pro Controllers ist für die notwendige Präzision viel zu schwammig. Über die Touchpen-Alternative kann ich nur schmunzeln. Auch fehlt ein funktionierendes Bestrafungssystem. Online-Modi sind ebenso Mangelware. Audiovisuell fängt das Spiel in meinen Augen die Doraemon-Atmosphäre aber passend ein, da das Gesamtwerk durchaus heiter wirkt. Mit 535 Rätseln ist das Spiel zudem umfangreich und lässt etliche Stunden lang nicht los.