Splatoon 2: Octo Expansion (DLC) – TEST

Als Splatoon 2 am 21. Juli 2017 für die Switch veröffentlicht wurde, war der Spielumfang noch überschaubar. Nintendo lieferte in den letzten Monaten zwar viele neue Mehrspieler-Inhalte nach, doch Einzelspieler gingen bis zum Release der kostenpflichtigen Octo Expansion leer aus.


In der Octo Expansion von Splatoon 2 schlüpft der Spieler, wie es der Titel des Download-Inhalts vermuten lässt, nicht in die Rolle eines Inklings, sondern in die Haut eines Oktolings. Dieser wacht ohne eine Erinnerung in einem stillgelegten unterirdischen Bahnhof auf und muss versuchen, gemeinsam mit Kapitän Kuttelfisch aus der misslichen Lage zu entkommen. Kreiert werden darf der Oktoling vor Kampagnenbeginn vom Spieler sogar selbst, wobei sich die Auswahlmöglichkeiten in der Charakter-Erstellung auf rein kosmetische Elemente beschränken. Unterschiedliche Attribute, die die Spielweise der Figur verändern, gibt es somit weder in der Erweiterung, noch im Hauptspiel.

Das heißt aber noch lange nicht, dass es der Download-Erweiterung an Abwechslung mangelt – im Gegenteil! Schon kurz nach dem zugegebenermaßen müden Story-Auftakt wird der Spieler in ein Eisenbahnliniennetz eingeschleust, das ihn über eine Oberwelt von einem Ort zum nächsten lotst. Es gibt zahlreiche Verzweigungen und Überschneidungen, sodass schon nach kurzer Zeit zwischen verschiedenen Bahnlinien gewechselt werden kann und somit auch das jeweils nächste Ziel variiert. Über achtzig Levels haben es in die Octo Expansion geschafft, die auf diesem Weg angesteuert werden dürfen und mindestens acht bis zehn Spielstunden durchweg unterhalten können.

Gelungene Einzelspieler-Erweiterung

Unter anderem müssen in den Levels Feinde nach klassischer Third-Person-Shooter-Manier aus dem Weg geräumt, eine Kugel durch ein Labyrinth manövriert, Luftballons unter Zeitdruck zum Platzen gebracht, mit einem nicht nachfüllbaren Tintenvorrat das Level überstanden oder allen feindlichen Geschossen ohne Gegenwehrmaßnahmen ausgewichen werden. In einigen Levels darf auch zu unterschiedlichen Waffen gegriffen werden und je nachdem mit welchem Einfärbungsinstrument der Spieler eine Aufgabe abschließt, ändert sich die Höhe der Belohnung. Da für jedes Level auch Eintritt gezahlt werden muss, ist es durchaus empfehlenswert, auch mal die eine oder andere Herausforderung anzunehmen, um die Geldbörse zu füllen.

Herausforderung sollte wörtlich genommen werden: Die Erweiterung richtet sich allen voran an Fortgeschrittene und Profis. Zwar können Anfänger nach mehrfachen Fehlversuchen die Levels auch überspringen, doch wer ungern Levels unabgeschlossen lässt, wird schon ab dem zweiten Viertel des Spiels in Versuchung kommen, frustriert in den Controller zu beißen. Immerhin motivieren freischaltbare Inhalte für den Mehrspielermodus, die Missionen immer und immer wieder in Angriff zu nehmen und die wenigen Mankos auszublenden, denn bis auf die magere Story und dem teilweise hohen Schwierigkeitsgrad weiß die Octo Expansion zu überzeugen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Fazit:

Nintendos Octo Expansion für Splatoon 2 gehört auf jeden Fall zu den besseren Download-Erweiterungen des Konzerns. Die Erweiterung fordert den Spieler mit vielen Herausforderungen und bietet sogar alleine so viel Spielzeit wie manch anderer Titel des Genres. Hinzu kommt, dass die achtzig Levels der Erweiterung sehr abwechslungsreich sind und gelegentliche Wiederholungen im Gameplay überhaupt nicht negativ auffallen. Einzig und allein der teils knackige Schwierigkeitsgrad der Missionen, die nicht selten an die Schreine aus The Legend of Zelda: Breath of the Wild erinnern, könnten Anfängern auf lange Sicht – trotz der Möglichkeit einzelne Level zu überspringen – ein Dorn im Auge sein. Wer lieber alleine spielt anstatt sich in Mehrspielerpartien die Farbkleckse um die Ohren zu schießen, sollte für den akzeptablen Preis von etwa zwanzig Euro zugreifen. Mehrspielerpuristen können die Download-Erweiterung hingegen getrost ignorieren, da die freischaltbaren Inhalte für den Multiplayer-Modus das Spiel nicht spürbar erweitern.