The Coma: Recut -  – TEST

Ursprünglich 2015 für den PC erschienen, müssen wir in der angepassten Neuauflage The Coma: Recut als koreanischer Schüler nachts aus der Schule entkommen und dabei vor unserer Lehrerin fliehen. Horror pur – nur aus den falschen Gründen.


Bei The Coma: Recut handelt es sich um ein 2D-Sidescroller-Horror-Adventure, das bereits auf den ersten Blick mit der schönen, handgezeichneten Anime-Grafik besticht. Figuren und Hintergründe stechen hervor und sorgen zu Beginn für genau die richtige Atmosphäre. Leider bleibt es bei Protagonist Younghos vermeintlichem Horror-Trip nicht dabei. Wir schlüpfen in die Rolle des Schülers und beginnen den Tag mit dem Weg zur Sehwa High. Dort findet die Abschlussprüfung statt, was unter der Schülerschaft für Stress, Anspannung und Nervosität sorgt. So auch bei Youngho. Ausgerechnet die Nacht zuvor war allerdings weitgehend schlaflos, weshalb wir kurzerhand direkt nach Beginn der Prüfungen einschlafen und erst wieder aufwachen als es bereits Nacht geworden ist. Weshalb hat uns niemand geweckt? Zum Beispiel unsere Lehrerin Frau Song, mit der wir am Ende des Schultages noch einen Termin hatten.

Nervig statt gruselig

Um mehr herauszufinden schnappen wir uns eine Taschenlampe und erkunden die Schule. Bereits nach dem Verlassen des Klassenzimmers begegnet uns erstmals Frau Song, die messerschwingend hinter uns herrennt. Also schnell zur Toilette und verstecken. Fortan gilt es einen Weg aus dem Gebäude zu finden. Dafür durchsuchen wir immer gleich aussehende Klassenzimmer, führen Gespräche mit anderen Schülern und nutzen gefundene Schlüssel, um Türen und damit neue Bereiche zu öffnen. Stets der Gefahr ausgesetzt wieder Frau Song zu begegnen und Ziel ihrer mordlüsternen Jagd zu werden. Entdeckt sie uns, müssen wir wegrennen, uns in Schränken oder Toiletten verstecken oder die Taschenlampe ausschalten und den Atem anhalten und hoffen, dass sie uns nicht entdeckt. Das klingt eigentlich recht spannend, oder? Ist es aber leider nicht. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Zum einen wirkt Frau Song nicht gruselig. Das wäre noch verkraftbar, aber ihre Auftritte nerven nach einiger Zeit und können keine Horror-Stimmung aufbauen, da sie mittels Musik angekündigt werden. Frustrierend wird es, wenn wir bei einem Stockwerkwechsel direkt in sie laufen und keine Chance mehr haben ihr zu entkommen. Dazu gesellt sich die unausgegorene Steuerung. Die Taschenlampe ein- oder auszuschalten funktioniert nicht immer und dann oft verzögert. Beim Rennen können wir das Licht sowieso nicht ausschalten, dafür müssen wir erst einmal stehen bleiben. Regelmäßig passiert es durch die Tastenbelegung außerdem, dass wir uns ungewollt verstecken, statt wegzurennen. Das geht an die Nerven und ist ärgerlich. Allgemein wirkt die regelmäßige Flucht vor Frau Song mehr wie ein Mittel, um die kurze Spielzeit etwas zu strecken. Leider schadet dieses Element dem Spiel am meisten, zerstört die Atmosphäre und sorgt für Frustmomente. Immerhin läuft das Horror-Adventure auf der Switch sowohl im Fernseh- als auch Handheld-Modus flüssig und sieht trotz der immer gleichen Hintergründe dank des handgezeichneten Stils schick aus. Wenigstens etwas.

Geschrieben von Alexander Geisler

Fazit:

Schade, ich hatte mir von The Coma: Recut deutlich mehr erwartet. Dass die Spielzeit eher kurz ist, war mir bekannt und stört mich nicht. Schließlich sieht das Horror-Adventure wirklich schick aus und verspricht eine gute Atmosphäre sowie solides Erkundungsgameplay inklusive an Visual Novels erinnernde Gespräche. Leider ist es die große Bedrohung, Frau Song, die sich als größtes Problem herausstellt. Die blutlüsterne Lehrerin nervt und sorgt für unnötige Frustmomente. Besonders im Einklang mit der nicht einwandfrei funktionierenden Steuerung ist das ärgerlich. Wirkliche Horror-Stimmung kommt dadurch nicht auf und auch das restliche Spiel leidet darunter. Wer frustresistent ist und an Grafikstil und Atmosphäre interessiert ist, kann dennoch einen Blick wagen. Schließlich läuft The Coma: Recut gut auf der Switch. Allerdings solltet ihr warten bis das Spiel im Angebot ist.