The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Die erste Nintendo-Konsole, die keinen exklusiven The-Legend-of-Zelda-Titel erhält, ist die Wii U und jenes Spiel hört auf den Untertitel Breath of the Wild. Auf der E3 2016 für die damalige Nintendo NX bekannte Konsole angekündigt, erscheint am 3. März 2017 der wohl letzte, große, Titel für die Wii U und ein Top-Titel zum Launch der Nintendo Switch!

 


„Open your eyes“ – eingefleischten The-Legend-of-Zelda-Fans läuft ja generell bei jedem neuen Serienteil das Wasser im Mund zusammen, aber was Nintendo uns dieses Mal geboten hat, dürfte wohl eine Überflutung ausgelöst haben. Eine Sprachausgabe? Ja, tatsächlich! Und dann auch noch eine wahnsinnig gute, wie wir finden. Selten lief uns ein solcher Schauder über den Rücken, wie als wir diese drei Worte gehört haben – und das ist noch nicht alles. In The Legend of Zelda: Breath of the Wild sprechen deutlich mehr Nicht-Spieler-Charaktere, als nur diese unbekannte Hintergrundstimme. So ziemlich alles was auch nur im Entferntesten so aussieht, als könne es reden, scheint es auch wirklich zu können. So spricht im Trailer auch ein Gorone zu uns, Zelda weint sich bei uns aus, weil sie Hyrule nicht retten konnte und, scheinbar Zeldas Vater, bittet uns, das Volk von Hyrule und seine Tochter zu retten. Aber wo vor eigentlich?

Der zweite Mario

Link ist der zweite Mario, könnte man so sagen. Nur dass Peach mit Zelda, das Pilz-Königreich mit Hyrule und Mario selbst natürlich durch Link ausgetauscht wurden. Statt Bowser und seinen Lakaien jagen wir Ganondorf. In The Legend of Zelda: Breath of the Wild beginnt die Story damit, dass Hyrule in der Vergangenheit immer wieder von einer „unheilbringenden Verheerung“ namens Ganon heimgesucht wurde. Es scheint, dass in den letzten einhundert Jahren Ruhe eingekehrt ist und sich das Leben normalisiert hat, bis auf einmal in ganz Hyrule große Säulen aus dem Boden wachsen und Schloss Hyrule von einer dunklen Macht umschlossen wird. Ganondorf ist als Ganon zurückgekehrt und bedroht Hyrule erneut! Nun liegt es wieder einmal ganz allein an Link, Hyrule vor dem Untergang zu retten und Ganondorf in die Schranken zu weisen.

Um diese Aufgabe zu erfüllen, haben wir diesmal die Freiheiten, die man von einem Open-World-Abenteuer erwartet. Die ganze Welt liegt uns von Anfang an zu Füßen, wir können hingehen wo immer es uns hinzieht. Jeder Punkt, den wir vor uns sehen können, ist auch tatsächlich erreichbar. Um dies zu gewährleisten, kann Link erstmalig in der Reihe frei klettern und per Knopfdruck springen. Schwimmen und rennen kann er ebenfalls von Beginn an. Da Klettern, Schwimmen und Rennen sehr anstrengende Tätigkeiten sind, kann Link dies nicht unendlich lang. Sobald wir eine der Tätigkeiten beginnen, erscheint eine runde Ausdauerleiste, die sich je nach Aktivität langsam leert und wieder auffüllt, wenn wir mit beiden Füßen auf festem Boden stehen.

Jagen und Frieren sollst du!

Ebenfalls erstmalig in der Geschichte der The-Legend-of-Zelda-Reihe gehen wir auf die Jagd à la The Witcher. Statt Herzen, die durch das Mähen des Grases verdient werden konnten, müssen wir jetzt jagen, um unsere Lebensanzeige wieder zu füllen. Statt Flaschen mit roter Zauberflüssigkeit führen wir nun gebratene Steaks mit uns. Statt an Schwert und Bogen gebunden zu sein, wird jeder herumliegende Gegenstand zur Waffe. Ein Stock zum Speer oder auch das Schwert des Gegners. Die Waffen unterliegen nun auch einer Haltbarkeit. Statt eines unendlich haltbaren Kokiri-Schwertes haben wir nun einen Stock, der nach zehn Hieben zerbricht. Dies bringt eine deutlich andere Dynamik in die Kämpfe, die wir von der Serie so bisher gar nicht gewöhnt sind. Ein weiterer Punkt, der uns in unserer freien Welterkundung einschränkt, ist das Klima. Während im Hyrule aus The Legend of Zelda: Ocarina of Time die Sonne scheint und die Temperaturen sehr angenehm sind, wird unser Link nun mit kalten Temperaturen konfrontiert. Dies wird uns unten rechts auf dem Bildschirm durch ein kleines Thermometer angezeigt. Aber Link hätte nicht unzählige Male Hyrule gerettet, wenn er keine Lösung dafür finden könnte: Kleidung! In seiner tollen Tunika hat es Link zwar angenehm warm und sieht gut aus, das alles bringt ihm in Schnee und Eis aber nichts. Er zittert wie Espenlaub und verliert dann auch Herzen, bis er schließlich den Kältetod erfährt. Um dem vorzubeugen, können wir uns neue Kleidung schaffen und anziehen, bevor wir in die Kälte reisen.
Dungeons oder direkt der Endgegner, das ist hier die Frage

„Das Spiel kann durchgespielt werden, ohne einen einzigen Dungeon zu betreten“, sagte Eiji Aonuma auf der E3 2016. Damit bricht Breath of the Wild eine der größten Konventionen der Reihe. Auch wenn ein Durchspielen ohne Dungeons möglich ist, so muss dies nicht sein. Die genaue Anzahl der Dungeons ist bisher nicht bekannt, aber bekannt ist, dass über einhundert Schreine in ganz Hyrule verteilt liegen, die nur darauf warten, von uns geplündert zu werden. Diese belohnen kleine Rätselaufgaben mit gewissen Items.

Die Frage aller Fragen

In welche Timeline sich The Legend of Zelda: Breath of the Wild dabei einordnet, ist von offizieller Seite bisher noch nicht verlautet worden. Es gibt allerdings einige Indizien dafür, dass es eine unbestimmte Zeit nach der Handlung von The Legend of Zelda: The Wind Waker und somit auch nach den DS-Titeln The Legend of Zelda: Phantom Hourglass und The Legend of Zelda: Spirit Tracks stattfindet. Zum einen finden wir Krogs wieder, die zwischen den Ästen des Dekubaums leben. Zum anderen finden sich in diversen Item-Beschreibungen Hinweise darauf. So steht in der Beschreibung des Bergsalzes beispielsweise, dass es Salz eines uralten Meeres sei. Da im aktuellen Hyrule aber kein Meer zu finden ist, lässt dies natürlich Raum für Spekulationen. Welcher Timeline der Titel aber wirklich angehört, weiß wohl nur Nintendo. Aber egal, wo es sich einordnen wird, fest steht, dass Breath of the Wild unzählige Stunden unterhalten dürfte.

Geschrieben von Sebastian Klein

Prognose:

Dass der neue The-Legend-of-Zelda-Titel gut wird, hat man bereits bei Ankündigung 2014 erahnen können. Dass The Legend of Zelda: Breath of the Wild so extrem gut werden könnte, überrascht dann aber doch. Nintendo bricht gekonnt mit alten Konventionen der Reihe, was frischen Wind ins Franchise bringt. Dass dies nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis Spaß bereitet, durften wir glücklicherweise bereits letztes Jahr mit der Wii-U-Fassung feststellen. Inwiefern die Switch-Version hier nun noch einen draufsetzen kann, ob in Form von verbesserter Framerate, einer belebteren Welt oder auch „nur“ mehr Effekten, bleibt abzuwarten. Bis in den Himmel gehyped sind wir auf jeden Fall schon einmal – jetzt darf nur keine Enttäuschung folgen. Aber dies dürfte sehr unwahrscheinlich sein.