Tiny Metal -  – VORSCHAU

Seit Fire Emblem: Awakening 2013 der Spiele-Reihe neues Leben eingehaucht hat, hat Intelligent Systems mit der Fortführung der Marke alle Hände voll zu tun. Andere Titel wie zum Beispiel Advance Wars wurden schon länger nicht mehr fortgeführt – diese Lücke will das junge Entwicklerstudio Area35 aus Japan mit Tiny Metal schließen.


Spiele aus dem Rundenstrategie-Genre gibt es eine Menge, trotzdem kann wohl keiner bestreiten, dass sich Tiny Metal eindeutig als ein geistiger Nachfolger von Advance Wars versteht und ebenso vermarktet wird. Das Spiel besticht mit rundenbasierten Taktik-Scharmützeln im kindgerechten Comicstil, wovon man sich aber nicht abschrecken lassen sollte. Wir schlüpfen in die Rolle von Nathan Gries, einem Angehörigen der Armee von Artemisia. Nach einer längeren Zeit des Friedens bricht erneut ein Krieg gegen die feindliche Nation Zipang aus – die einzelnen Nationen sind nicht nur schön in Farben unterteilt, sondern besitzen ähnlich wie in Advance Wars auch ihre Pendants in der echten Welt. Auch wenn sowohl die Welt, als auch die Charaktermodelle sehr farbenfroh und bunt inszeniert werden, nimmt das Spiel den Krieg als Ganzes vergleichsweise ernst und könnte mit seiner Story vielleicht sogar überraschen.

Auf dem Schlachtfeld angekommen, bewegen wir unsere Einheiten über die quadratischen Felder, greifen gegnerische Einheiten an und erobern Gebäude. Im Falle des Gefechts können wir uns das Kampfgeschehen in netten wie bekannten Animationen von der Nähe ansehen, zuvor wird schön mit Prozentwerten angegeben, wie der Kampf vermutlich ausgehen wird. Nach geschlagener Schlacht bekommen die jeweiligen Einheiten einen Bonus auf die Statuswerte. Das ermutigt uns, auf erfahre Einheiten besonders Acht zu geben. Selbstverständlich bieten die unterschiedlichen Terrain-Typen wie Wälder und Straßen ebenfalls Boni auf die Verteidigung, die wir geschickt ausnutzen können.

Blockschwerer Nebel

Die Existenz des Kriegsnebels sorgt dafür, dass wir allerdings nicht blindlings drauf los stürmen, sondern unsere Einheiten lieber mit Bedacht über die Karte steuern sollten. Gänzlich unerforschte Gegenden müssen dazu erst einmal aufgedeckt werden – Tiny Metal stellt diese Gebiete mit groben dreidimensionalen Blöcken dar, anstatt sie einfach schwarz zu lassen – eine Design-Entscheidung, die uns anfangs noch irritierte und ablenkte, aber nach einer Zeit der Gewöhnung nicht weiter störte. Mit den Umgebungsmodellen im Kampfbildschirm konnten wir uns allerdings nicht anfreunden – zu detailarm und plastisch fallen diese für unseren Geschmack aus. Es bleibt abzuwarten, ob daran noch gearbeitet wird.

Unsere Einheiten sowie die des Gegners sind in Truppen unterwegs – Fußsoldaten zum Beispiel zu zehnt und schwere Panzer nur zu dritt – wird eineEinheit angegriffen, reduziert sich seine Truppenstärke. Das bedeutet, dass auch die Lebensenergie von der Angriffskraft abhängt, was für viele den Reiz von Advance Wars ausgemacht hat. Einfache Fußsoldaten sind beweglich und eignen sich hauptsächlich zum Erobern von Gebäuden, während sich langsame Pioniere mit Panzern messen können, dafür aber kein Land gegen Lufteinheiten sehen. Die Vielfalt der Einheiten, die wir bisher gesehen haben, ist recht groß, aber auch sehr bekannt. Neue Einheiten züchten wir in Fabriken heran, insofern wir die Geld-Ressource des Spiels dazu aufbringen können. Je mehr Gebäude sich unter unserer Kontrolle besitzen, desto mehr Geld bekommen wir am Anfang unserer Runde unserem Konto gutgeschrieben. Simpel und bekannt, aber dennoch effektiv.

Moderne Kriegsführung

Darüber hinaus wird Tiny Metal einige frische taktische Komponenten besitzen: Mit dem Befehl Assault können wir gegnerische Einheiten mit einem Angriff von ihrem aktuellen Standpunkt zurücktreiben und uns selbst auf ihr Feld stellen – besonders gegen Fußsoldaten, die gerade ein Gebiet erobern, ist diese Aktion zu empfehlen. Eine tolle Idee, die einige taktische Möglichkeiten erlaubt. Ebenso steht es um die Lock-On-Funktion, dank der auch stark angeschlagene Einheiten noch nützlich sein können. Bewegen wir zwei Einheiten neben einen Gegner können wir mit beiden gleichzeitig angreifen, wobei der Gegenangriff des Gegners nur eine Einheit ins Visier nehmen kann. Es bleibt zu hoffen, dass von solchen Aktionen auch der Computer-Gegner Gebrauch machen wird und er uns innerhalb der Kampagne das Leben nicht zu einfach macht.

Geschrieben von Jonas Maier

Prognose:

Prognose: Tiny Metal wird sich trotz seiner Ausrichtung an Kenner des Genres dank den umfangreichen Tutorial-Einlagen nicht nur an Fans von Advance Wars richten, sondern ist auch für Einsteiger auf jeden Fall einen Blick Wert. Die grundlegenden Spielsysteme gehen bis jetzt gut von der Hand und erlauben eine nette taktische Handlungsvielfalt. Lediglich die Präsentation der Kämpfe fällt etwas detailarm aus und beißt sich mit der sonst sehr ansehnlichen Darstellung. Bleibt zu hoffen, dass im Laufe der Kampagne auch der Schwierigkeitsgrad nicht auf der Strecke bleibt. Denn solange die Steuerungsoptionen auf der Switch sowie der Umfang uns keinen Strich durch die Rechnung machen, wird Tiny Metal auf der Hybrid-Konsole sowohl mobil als auch stationär ein Titel, den man im Auge behalten sollte.